Weltdrogenbericht

„Rauschgiftlage stabilisiert“

Die UN haben ihren Weltdrogenbericht vorgelegt. Demnach haben Angebot und Nachfrage nach Rauschgift im vergangenen Jahr nicht mehr zugenommen. Während die Nachfrage in Nordamerika zurückgeht, geben neue Märkte wie Afrika Anlass zur Sorge.

Lesermeinungen zum Beitrag

27. Juni 2007 17:31

@Steffen Pawelczack, die alte Leier der Unlogik

W.P. Bayerl (Dr.Bayerl)

Ihr Zitat:
"Das Rausch"gift"problem hat nur eine Wurzel, nämlich das Rausch"gift"verbot!"

Eine Beleidigung für einen logisch denkenden Menschen.
Die Hauptsuchtprobleme liegen ganz überwiegend bei den legalen Drogen Nikotin und Alkohol, hier gibt es mit Abstand die meisten Todesfälle.
Also wo ist hier bitte die Wurzel????
Und wie die 20-jährige Rauchdebatte zeigt, nütz auch hier nur Zwang, gesetzliche Verbote, na klar kombiniert mit psychologisch suggestiven Massnahmen wie in NewYork.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
27. Juni 2007 15:38

Keine Macht den Doofen

Bernhard Schmitz (DerKetzer)

"Angebot und Nachfrage nach Rauschgiften haben [...] im vergangenen Jahr nicht mehr zugenommen. „Wir scheinen einen Punkt erreicht zu haben, an dem sich die Rauschgiftlage stabilisiert hat und unter Kontrolle ist“"

Eine Fliege macht noch keinen Sommer, optimistische Wahrnehmungsverzerrungen allerorten!

Wenn das Angebot ungefähr gleich geblieben ist, dann sind solche Aussagen wie "Der Koka-Anbau in den Andenstaaten gehe zurück" und "Südostasien sei nach einem Rückgang der Anbaufläche um mehr als 85 Prozent seit 1997 mittlerweile nahezu opiumfrei" also wirklich TOTAL irrelevant, denn dann muss nach Adam Riese und Eva Zwerg der Anbau irgendwo anders zugenommen haben. Was ist das für eine Orwellsche Rhetorik?

„In Nordamerika und Westeuropa, den klassischen Heroinmärkten, ist die Nachfrage nach diesem Rauschgift zurückgegangen“ Und „die Warnung vor den Gefahren, die von Cannabis ausgingen, finde Gehör“.

Wenn Aufklärung so gut funktioniert, oder die Nachfrage aus anderen Gründen am Ende ist, dann sollte man jetzt in den aufgeklärten Regionen das Geschäft für bestimmte Rauschgifte und deren Profiteure auch noch finanziell trockenlegen. Das dann fehlende Geld behindert damit auch die Geschäfte in anderen Regionen.Legalize it

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
26. Juni 2007 10:35

Gegenwärtiger gesellschaftlicher Drogen-Diskurs

GC B (gcbroich)

Wissenschaftliche Literatur (M. Walter - "Jugendkriminalität", Boorberg, 3. Aufl. 2005) sieht das etwas anders:

"Demnach stellt der Alkoholkonsum weiterhin das schwerwiegenste Drogenproblem dar! Hinzu treten die immensen Schäden durch Nikotin.
Heroinkonsumenten sterben nicht eigentlich am Rauschmittel selbst oder an ihrer Sucht, sondern an Verunreinigungen des Stoffes oder an Dosierungsirrtümern. Diese Irrtümer treten aufgrund der Bekämpfungsstrategie auf, die den Markt in die unkontrollierte Grauzone gewissenloser Geschäftemacher treibt.
Im gegenwärtigen gesellschaftlichen Drogen-Diskurs wird das Schadenspotenzial legaler Drogen wenig wahr- und ernstgenommen, andererseits aber das der illegalen Drogen (im Wesentlichen Cannabisprodukte), Heroin und Kokain sowie bestimmte Medikamente (darunter besagte Amphetamine) unrealistisch überhöht!
Verzerrungen entstehen ebenfalls durch ständige Hinweise der Medien auf irgendwelche Steigerungszahlen. [...]"

Regelmäßig fehlt es unserer medienabhängigen und obrigkeitshörigen Gesellschaft wohl an der "Kompetenz" mit Themen wie diesen richtig umzugehen. Wissenschaftlich werden sie umfangreich behandelt und bedürfen in allgemein einer wesentlich differenzierteren Betrachtungsweise...

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
25. Juni 2007 23:27

Keine "guten Nachrichten", sondern Augenwischerei

Steffen Pawelczack (Pawelczack)

Das Rausch"gift"problem hat nur eine Wurzel, nämlich das Rausch"gift"verbot! Dazu sind die (westlichen) Rauschmittelverbote absolut willkürlich und müßten in jeder funktionierenden Demokratie umgehend abgeschafft werden. Wer das nicht glaubt sollte sich z.B mit der Studie von Nutt, King, Saulsbury und Blakemore (Lancet 2007, 369: 1047-53) beschäftigen.
Auch der HI Virus breitet sich nicht wegen des Heroinkonsumes aus, sonder weil der Heroinkonsum verboten ist. Wäre er ist nicht, würde man bei jedem Ankauf nämlich eine geprüfte, sterile Einwegspritze bekommen, und könnte auf der Packung nachlesen wie hoch die Wirkstoffkonzentration ist. All diese Dinge liegen auf der Hand und doch weiger sich unsere Gesellschaft bis heute daraus endlich logische Konsequenzen zu ziehen. Stattdessen lassen wir die Süchtigen allein. Wir überlassen dem organisierten Verbrechen horrende Gewinne im Drogengeschäft, welches durch Elend und Mord kontrolliert wird. Wir verschwenden unser Steuergeld, damit die Jusitiz, die Polizei, der Zoll und die Bundespolizei einen ewigen Kampf führen können, der genau so überflüssig wie aussichtslos ist.
Es gibt in dieser Misere keine Lösung, es bleibt nur endlich das selbsterdachte Problem abzuschaffen!

SPa

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
1 - 4 von 4 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche