Der Wahn, das "Erbe der Weltkultur" schützen zu können, ist nichts anderes als ein mieser Merchandising-Trick. Es geht nur darum Touristenströme zu erzeugen bzw. zu lenken und im Konfliktfall Medien füllen zu können. Es ändert nichts an den Realitäten und an der Macht des Faktischen. Die Märchentruppe "Weltkulturerbe-Kommission" ist genauso unglaubwürdig wie der "großartige Wahlerfolg" der zukünftigen Bürgermeisterin Dresdens, Frau Orosz, die 64% Zustimmung fand, ABER bei 33% Wahlbeteiligung. Wer noch die einfache Dreisatzrechnung beherscht, sollte mal rechnen. Viel Vergnügen! Gerd Koch, Brille ok, Dresden Johannstadt, Pfotenhauerstr. 68
Nun gibt es also 1 Jahr Bewährung für Dresden! Auch für das "Weltkulturerbe Elbtal"? Ziemlich abstrakte Argumentation, oder? Real gewichtet sind Begriffe, die sich auf die Betrachtungsmöglichkeit einer Landschaft und die daraus zu ziehenden Schlüsse richten, ausschliesslich eine Geschmacksfrage. Wieviel "Zerstörung" dessen geschieht, wenn zum Wohle der Menschen eine notwendige Querung, also Brücke, gebaut wird? Erlaubt sein sollte auch die Frage, was bringt dem Kleinod Dresden dieser real-abstrakte Titel? Oder, wieviel Schaden muss Dresden hinnehmen, sollte es diesen Titel nicht mehr haben? Ausserdem, wer im Vorfeld den Kleinkrieg einer Minderheit, getrieben von staatlich geförderten Berufsnörglern erlebt hat, muss sich nicht wundern, wenn es eine "Bewährung" gibt. Kann doch dieses Thema weiter auf mittlerer Flamme, befördert durch blind-sein-wollende, weiter köcheln. Glaubt denn die UNESCO tatsächlich, dass eine bereits im Bau befindliche Brücke, von der Mehrheit gewollt, abgerissen wird? Nein, hier bietet sich ein Thema mit dem die üblichen Verdächtigen glauben, für ein weiteres Jahr für mediale Furore sorgen zu können! Baut die Brücke, zum Wohle der Bewohner des Elbtals!
Man muß wirklich betonen, daß dies ein einmaliger Vorgang in der Geschchte der Welterbestätten ist. Das können auch die Interpretationen von Herrn Burger nicht verdecken. Das Problem sind weniger die fehlenden objektiven Kritierien der Unesco- ein im Bau- wie im künstlerischen Bereich ohnehin selten anzutreffende Charakteristika - sondern die Ignoranz und Borniertheit, mit der man in Dresden zu Werke ging. Die Stadt erhält das, was sie sich redlich erarbeitet hat. Dresden fällt mit diesem Vorgehen hinter afrikanische Länder wie Äthiopien, Elfenbeinküste, Guinea, Kono und Senegal zurück. Diese sind ebenfalls weder geistig noch kulturell in der Lage, ihre Stätten zu schützen, eine Art geistig-kultureller Bankrotterklärung, aber eben noch auf der roten Liste und nicht in zunehmend aussichtloser Lage. Dresden ist da einen Schritt weiter. Das Ganze ist an Peinlichkeit schwer zu überbieten. Bei Dresden wird nicht die Elbe per Brücke der banalen Austauschbarkeit, sondern mittlerweile der tiefstee Absurdikon überschritten.
Vertragspartner für eine Welterbestätte ist die Bundesrepublik Deutschland. Auf dem Weg dahin ist die Stadt Dresden, das Land Sachsen beteiligt gewesen. Zu DDR-Zeiten ist damals gestellter Antrag in Paris nur für die Stadt Dresden auf Grund der mangelnden Authenzität - kriegsbedingte Zerstörungen - gescheitert. Insofern war dieser jetzt erweiterte Antrag der richtige Weg gewesen und ist es immer noch für jemanden der die Strecke vom Blauen Wunder aus der Stadt heraus vor Augen hat und dies nicht nur einmal. Der Fehler ist hier eher bei den Gerichten zu sehen, die den Baustopp aufhoben und den Bürgerentscheid höher einstuften, dies in einem Falle wo wohlbemerkt die Bundesrepublik der Vertragspartner der UNESCO ist. Fehlerhaft ist an dieser Stelle die nicht eindeutige rechtliche Regelung, die Bundesregierung hätte dort korrigierend eingreifen müssen, ihr sind diese Dinge bekannt. Wo der Hase im Pfeffer liegt könnte Ihnen Herr Burger Herr Prof. Dr. Hönes aus Rheinland-Pfalz und ansonsten der zuständige Referent beim Deutschen Städtetag (Köln) erläutern und Ihnen auch ein entsprechendes Papier - hier ist dies gut aufgelistet und erläutert- zur Verfügung stellen. Dies hier nur kurz angesprochen von einem Urlauber. Never mind !
Ich hatte mich noch nie groß mit "Weltkulturerben" befaßt, bis ich zufällig vor ein paar Tagen eines selbst besichtigen konnte: das Hüttenwerk Völklingen/Saar, großartig angekündigt als "Weltkulturerbe". Was Weltklasse war: die Preise: Eintritt (mit Gruppenermäßigung) pro Person 10 €, für eine mehr als lahme Führung, wobei es kaum etwas zu sehen gab, noch einmal 80 €. Wirklich Weltklasse: jede Menge Geld für ein paar vor sich hinrostenden Maschinen. Ich kann den Dresdenern nur einen Rat geben: macht Eure Ankündigung war und verzichtet von selbst auf diesen "Titel". Wert ist er eh nichts. Und mit "Wir haben von selbst auf diesen blödsinnigen Titel verzichtet" und "Wir haben nun eine von der UNESCO ausdrücklich verbotene Brücke" läßt sich mindestens so gut der Fremdenverkehr ankurbeln wie mit dem "Weltkulturerbe"