Filmpreise

Schwule Cowboys lassen Schauspieler kalt

30. Januar 2006 Der Schwulen-Western „Brokeback Mountain“, der in dieser Saison in den Vereinigten Staaten bisher alle wichtigen Filmpreise abgeräumt hat, ist am Sonntag abend (Ortszeit) beim amerikanischen Schauspielerverband durchgefallen. Die Schauspieler wählten stattdessen die Besetzung des Gesellschaftsdramas „L.A. Crash“ zum besten Schauspielerteam.

Thema des Films sind die ethnischen und sozialen Spannungen in der Vielvölkermetropole Los Angeles. Durch einen Autounfall haben plötzlich zwei schwarze Autodiebe, ein Latino und zwei rassistische Polizisten miteinander zu tun. In den Hauptrollen spielen Sandra Bullock, Don Cheadle und Matt Dillon.

„Brokeback Mountain“ war beim Schauspielerverband viermal nominiert, ging aber in allen Kategorien leer aus. Der unkonventionelle und in Teilen Amerikas umstrittene Western hatte vor zwei Wochen vier Golden Globes gewonnen und noch am Samstag den Preis des Verbands der amerikanischen Regisseure erhalten. Er gilt auch als Favorit für die Oscar-Nominierungen an diesem Dienstag.

Zum besten Hauptdarsteller bestimmten die Schauspieler Philip Seymour Hoffman als Schriftsteller Truman Capote in „Capote“. Hoffman gilt als Favorit für den diesjährigen Oscar als bester Schauspieler. Bei den Frauen gewann Reese Witherspoon für ihre Darstellung von June Carter, der singenden Ehefrau des Country-Stars Johnny Cash, in „Walk the Line“. Die Trophäe für den besten Nebendarsteller nahm Paul Giamatti für seinen Part in dem Boxdrama „Das Comeback“ in Empfang. Rachel Weisz wurde für ihre Nebenrolle als Diplomatengattin in dem John-le-Carré-Thriller „Der ewige Gärtner“ geehrt, einer deutsch-britischen Koproduktion.



Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: AP, REUTERS

 
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