Cruise als Graf von Stauffenberg

Die unmögliche Mission

Darf Tom Cruise, der Sektierer und bedingungslose Gefolgsmann einer dubiosen Geheimorganisation, den deutschen Widerstandshelden Claus Graf Schenk von Stauffenberg spielen? Cruise sei nicht das Problem, meint Frank Schirrmacher.

Lesermeinungen zum Beitrag

21. Juli 2007 18:17

Cruise als Stauffenberg; Verzerrung v. Schirrmacher

Markus Rundel (edyson69)

Sehr geehrter Herr Schirrmacher,
In Ihrem Artikel behaupten Sie Dinge über eine in vielen Ländern anerkannte Religionsgemeinschaft, über die Sie schlichtweg keine Ahnung haben. (...) Wenn Sie schon Abschrenkendes über eine bestimmte religiöse Gemeinschaft Inszinieren möchten, weil Sie für diese Glaubensrichtung keine Ambitionen besitzen, dann seien Sie wenigstens etwas präziese.
Wenn Sie darüber hinsaus schon nicht den Schneid dazu haben, sich selbst ein Bild der eigentlichen Sache zu machen, möchte ich Ihnen versichern, daß viele Ihrer lieben deutschen Mitbürger sich mündig genug fühlen, sich Informationen aus direkter Quelle zu holen und sich ein eigenes Bild über die Sachlage zu verschaffen. Bezüglich dem Ihrem Vergleich der Gesinnungsschnüffelei ala George-Kreis damals und Scientology heute, muß ich Sie in Ihrer Annahme absolut bestätigen, daß dieser warscheinlich heute schneller verboten werden würde, als er ins Leben gerufen werden könnte.
Für den Film hoffe ich mir, daß es ein authendischer guter Film wird, der mehr Menschen dazu inspiriert, für das was sie sehen, zu stehen und auch Verantwortung zu übernehmen.

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12. Juli 2007 20:28

vernünftig ist wer der gleichen meinung ist?

angela roberts (angero)

Schön wenn man weiß, was vernünftig ist und wenn man auch noch weiß, dass alle die eine andere Meinung haben es nicht sind - mein Eindruck ist nicht der, das hier gehetzt wird, sondern dass im Sinne unserer ja doch noch bestehenden Grundordnung einfach Meinungen sehr unterscheidlichen Art geäußert werden.
Aber auch das kann man anders sehen und darf es äußern.

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10. Juli 2007 16:39

Mission wirklich unmöglich?

Günther Gafton (treibauf)

Herr Schirrmacher, ich halte Ihren Artikel für verdienstvoll
trotz des blindwütigen und völlig überflüssigen Eindreschens auf Scientology und Tom Cruise als Scientologen. Alle Informationen, die Sie zum grossen Geheimnis hochstilisieren, sind frei zugänglich und reichlich undramatisch - man muss sich nur die Mühe machen, hinzuschauen.
Anderseits kritisieren im zweiten Teil Ihres Artikels
zurecht die merkwürdige Debatte, die in Deutschland unter lebhafter Beteiligung von Politikern über den Stauffenberg-Film mit Tom Cruise gerade abläuft.
Brauchen Sie denn wirklich das einleitende Getöse als
Alibi? Ist Ihre Sorge so gross, wegen ein paar demokratischer Selbstverständlichkeiten gleich als
Scientology-Sympathisant "verdächtigt" zu werden?
Mit anderen Worten: haben Sie eine solche Entgleisung wirklich nötig?

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09. Juli 2007 19:11

Instrument Stauffenberg

Rainer Kretzinger (garbanzo)

Es mag traurig sein, aber letztlich ist es doch völlig egal, mit welchen Schauspielern Herr Stauffenberg in einem Unterhaltungsfilm wieder einmal verwurstelt wird.

Bemerkenswert finde ich jedoch, wie hartnäckig Stauffenberg nach über 60 Jahren noch immer instrumentalisiert wird.

Die linke Ecke: Verzeifelte Abwehr der Erkenntnis, dass es im damaligen Deutschland auch ernst zu nehmenden Widerstand gegeben hat, der nicht von links kam. Diese obsolete Abwehr wird mit besonders tiefgreifenden Geschichtskenntnissen begründet.

Die konservative Ecke: Diese tradionellerweise eher gesinnungsarme Gruppierung hat mit Stauffenberg gnadenlos einen Mythos an Land gezerrt, der ihre dürftige Identität durch das Helden-Korsett ersetzen soll.

Die rechte Ecke:
Hier wird frech schwadroniert: "Schaut her, es gab auch ehemalige Nazis, die keine Verbrecher waren." Dass Stauffenberg genau aus dieser Ecke noch lange nach dem Krieg als Volksverräter beschimpft wurde, vergißt man hier vor lauter Trittbrettfahren vollkommen.

Im Übrigen stimme ich den sehr guten Beiträgen von Matthias Schömann ("Überbewertet") und Christoph Braunwarth ("Lächerlich") zu, die sich auf das Wesentliche konzentrieren.

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09. Juli 2007 14:38

The wrong thing to do about any given circumstance or situation is to do nothing

Sophia von Harsdorf (zickezacke)

Die Geschichte ist falsch gelaufen. Jedenfalls so, wie es keiner heute mag. Die Täter mögen es nicht so, wie es ist, die Opfer umso weniger. Sind wir uns einig darüber, dass es relativ bekannt ist, was, wie und wo gelaufen ist? Ist es klar, dass es nicht einem einzigen allein gelungen ist, das Unheil anzurichten, was angerichtet worden ist? Erlauben Sie mir Zweifel daran, dass es damals aufgrund eines gelungenen Attentates an den Einen, es ziemlich unwahscheinlich zu eine Art Wendepunkt der Geschichte im Sinne von ”Match Point”, was wir vom Sport kennen, gekommen wäre! Alles Spekulationen. Alles Wunschdenken in welcher Richtung auch immer. Eine neue Verfilmung der Ereignisse egal mit wem, von wem, über wen, egal ob im Tatort oder in den Studios ändert nichts an den traurigen Tatsachen. Was versprechen sich die Deutschen davon? Den Film mit dieser Besetzung zu verbitten wird es zum Glück keinem gelingen. Abgesehen davon, dass die Ähnlichkeit der beiden ”Helden” auch ohne Maske frappierend ist. Den Ausgang des Plots zu ändern wird es leider auch keinem – ohne Zeitmaschine - gelingen. Cruises Scientologyhörigkeit ist sekundär. Stauffenbergs wahrhaftiges Anliegen liegt mit ihm im Grab. Das Zitat ist übrigens von L.R. Hubbard. Dumm?

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09. Juli 2007 13:49

Stauffenberg

Rudolf Kraus (svkraus)

Wenns nach der FAZ und Donnersmarck geht wird Paris Hilton die Rosa Luxemburg spielen!

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09. Juli 2007 11:26

Stauffenberg

Achim Maas (ramaas)

Sehr geehrte Damen und Herren,
wie man verschiedentlich hörte, soll bei einem Schauspieler dessen private Gesinnung völlig egal sein.
WEnn das stimmen sollte, kann die Rolle Stauffenbergs ja theorethisch auch mit einem Neonazi besetzt werden.

Mit freundlichen Grüßen
ramaas

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09. Juli 2007 10:08

zu: Betreff @ Jens Herrmann

wolf haupricht (emilgilels)

Wer kann eine Drehgenehmigung im Bendlerblock erteilen? Warum nicht der BMVg?
Die Liegenschaft "Bendlerblock" gehört zum Eigentum des Bundes. Für die fiskalische Verwaltung ist als Vermögen des Bundes der BMF zuständig.
Dieser überträgt die Nutzungsrechte der Liegenschaft an den BMVg, die dieser als Hausherr auch grundsätzlich ausübt.
Dass eine Drehgenehmigung vom BMF untersagt wurde, ist in der Tat politischer Natur und so gewollt.
mfg

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09. Juli 2007 09:28

"Tom Cruise ist strunzdumm!" (Zitat Marco Alexandre)

Annette Lotz (Anlo)

Wie unchristlich gemein von Ihnen. Aber der Kern ist leider wahr, denn Scientology behauptet, mittels seiner Techniken Leute superintelligent zu machen. Das ist genau die Bauerngefängerei, die diejenigen Leute anzieht, die "mehr Intelligenz" absolut nötig haben oder in dieser Sache selbst ein ziemliches Defizit empfinden, gleichzeitig insgeheim einen Geniewahn hegen. Hybris nennt man das.

Mit tut er nur leid. Er bekommt seine Hybris ständig pseudobestätigt und ist dadurch mit der Zeit völlig substanzlos und emotional ausgebrannt geworden. Ich glaube, viel Freude hat er selbst nicht mehr an seiner Hohlheit und früher in der Wohnwagensiedlung war er bestimmt ein ganz netter Kerl. Sollte er noch einen Funken Sensibilität für sich selbst haben, kann er damit nicht wirklich glücklich oder intelligent sein. Für ersteres ist er zu einsam, für zweiteres zu sehr Hochstapler, aber ich bezweifle, daß er das noch merkt. Sollte er jemals abfallen, kann Scientology ihn damit wunderbar erpressen: "Du wirst so doof wie früher ohne uns." Tom käme da nur raus, wenn ihm das mal egal wäre, superintelligent sein zu wollen.

Das Christentum macht den Psychoterror etwas anders. Da geht es ums Einreden von Schuld und der Erlösung davon.

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09. Juli 2007 00:51

Alles halb so schlimm

Wieland Korff (Korffen)

Wahrscheinlich wird sich der Held in Eva Braun verlieben, und die beiden werden den Ehemann beiseite zu schaffen wollen. Zum Showdown wird sie sich an ihn klammern und klagen auf seinem letzten Gang. Die Geigen singen ein bisschen von Liebe und Leiden und der Stärke beides zu tragen. Wie auch immer, kann man doch hoffen, dass der Film den Sinn des Publikums fur gutes Kino zu entschieden zu schärfen vermag.

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08. Juli 2007 23:12

Deutungsfähigkeit

Thomas Bez (thbez)

Hollywood mag seinen Film drehen. Sie werden der Sache, um die es vorgeblich geht, so wenig gerecht werden, wie (nur als Beispiel) Spielberg mit "Schindlers Liste" jenem historischen Vorgang. Die erzielte Belanglosigkeit ist Teil des Geschäftskonzepts.

Es ist nichts dagegen einzuwenden, daß Cruise den Stauffenberg spielt. In "Collateral" ist er nicht schlecht. Wird den Stauffenberg schon irgendwie deuten können. Doch dafür können sie die Kulisse auch in Babelsberg nachbauen.

Also: Warum sollten wir diese Leute an Originalschauplätzen drehen lassen? Und warum sollten wir uns das hernach ansehen?

Daß Cruise Scientologe ist, hat mit dem Vorgang nichts zu tun, illustriert vielleicht die Lächerlichkeit des Ansinnens. Wir müssen nicht jedem Pack willfährig sein.

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08. Juli 2007 19:25

Verstiegen!

Friederine Teich-Erdmann (Teich-Erdmann)

Scientology und George sind doch nicht das gleiche. Es geht um die Inhalte und nicht alle Inhalte sind gleich. Es geht vor allem nicht um die Chancengleichheit politischer Parteien, wie die FAZ einmal suggerierte, sondern um die Freiheit eines Eigentuemers, mit seiner Sache zu machen was er will. Ein paar Dinge sollten klar sein und Cruise moegen wir eben nicht. Wen geht das etwas an?

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08. Juli 2007 19:19

Beruf und Glaube - Berichtigung

Gudula Behm (Gudubehm)

Hello Friends,
Mea culpa, I have made a mistake and should not have thrown together Scientology and Christian Science. They are different entities. Scientology is a movement developed in the United States by L. Ron Hubbard in the 1950s and is a form of psychotherapy. Christian Science however, is a religion and system of healing founded by Mary Baker Eddy in 1866. It is based on the interpretation of the Scriptures and the ideas that disease, sin etc. are caused by mental error.
Es war ein Fehler von mir, Scientology und Chistian Science zusammenzuwerfen. Es handelt sich hier um zwei unterschiedliche Lehren. Scientology ist eine Art Psychotherapie, die von L.Ron Hubbard in den 50er Jahren entwickelt worden ist, waehrend Christian Science ein Religions- und Heilsystem ist, das von Mary Baker Eddy 1866 gegruendet wurde.
Tut mir leid - Gudula Behm, U.S.A.

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08. Juli 2007 16:04

Beruf und Glaube

Gudula Behm (Gudubehm)

Warum kann man den Beruf eines Schauspielers nicht von seiner Religion trennen? Das und vieles andere ist mir an der heutigen Gedankenwelt meiner ehemaligen Heimat schwer verstaendlich. Auf der einen Seite geisselt man sich wegen der Naziverbrechen bis auf den heutigen Tag und belastet damit auch Kinder und Kindeskinder, die Opfer des eigenen Volkes zaehlen jedoch nicht oder sind Opfer zweiter Klasse. Andererseits tut man als ob man sich auf einer moralisch hoeheren Ebene befinde als andere. Man duldet den Mohammedanismus aber nicht Scientology. Sind die Praktiken dieser Sekte wirklich so geheim, wenn ihr Grundwerk Mary Baker Eddys "Science und Health" ueberhall erhaeltlich ist? Ob all diejenigen, die die Scientology so heftig kritisieren wissen, dass Helmut von Moltke -auch ein tragischer deutscher Widerstaendler- aus eine Christian Science-Familie stammte? Sein Vater und seine suedafrikanische Mutter waren ueberzeugte Anhaenger dieser amerikanischen Sekte.
Gudula Behm, U.S.A.

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08. Juli 2007 15:26

Was ist gegen was anzuwägen?

angela roberts (angero)

Ausgangslage: Historischer Stoff mit einer widersprüchlichen (Schlüssel)figur der deustchen Geschichte, Widerstandskämpfer aber nicht nur, der möglicherweise gegeigenet wäre, ein spezifische Schlaglicht auf die deutsche Geschichte vor 45 zu werfen, in dem es um Glauben, Unterwerfung, Irrsinn, Mitläufertum + Widerstand gehen könnte(1)- aber es sind auch Aspekte im Spiel wie z.B. Deutschland in der Welt darzustellen auf möglicherweise ungewohnt Weise (2).
Diese Figur soll in Amerika verfilmt werden, nicht als Low-Budget-Film, er soll Mill. einspielen (3), weshalb als hauptdarsteller T. Cruise gewählt wurde (4), dessen
Botschaftermisson für Scientolgen, wahrscheinlich eine der machtgierigsten, fälschlicherweise unter religiösen Label firmierenden Sekte, eben dieser Sekte einen deutlichen Marketingvorteil gewähren würde (5), sie gesellschaftsfähiger machen. Das gibt logischerweise viel Diskussionsanlaß.
Was rechnet man gegeneinander.
(1) und (3) wiedersprechen sich - Geschäft und dirfferenzierte Auseinandersetzung wird kaum erfolgen.
(1) widersprechen sich möglicherweise auch, da es a.) nicht um private Vorlieben des Herrn Cruise geht, b.) auch bei Tom Cruise noch nicht zum Sektenbeauftragten konvertiert ist usw.usw.

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