Fernsehen

Waldemar Hartmann verschwindet vom Bildschirm

“Denkpause“ für Waldemar Hartmann

"Denkpause" für Waldemar Hartmann

11. August 2004 Die ARD hat ihrem Fußball-Reporter Waldemar Hartmann eine vorübergehende Sendepause erteilt. Der bekannte Moderator soll laut einem Bericht der Münchner „Abendzeitung“ zunächst nicht mehr auf dem Bildschirm erscheinen.

Darauf hätten sich ARD-Programmdirektor Günter Struve und Intendant Thomas Gruber vom Bayerischen Rundfunk (BR) geeinigt, bestätigten ARD-Kreise den Bericht. Hartmann arbeitet seit vielen Jahren als freier Mitarbeiter für den BR. Für seine Interviews bei der Fußball-Europameisterschaft in Portugal hatte der 56jährige zuletzt viel Lob erhalten.

„Zeit für kollegiale Gespräche“

Hartmann wird „vorerst keine Einsätze mehr als Moderator und Interviewer im Ersten haben“, sagte Struve der Zeitung. „In der Zusammenarbeit mit Waldemar Hartmann haben sich in letzter Zeit so viele Spannungen aufgebaut, daß wir einige Zeit für kollegiale Gespräche brauchen.“ Er sei aber sicher, daß man die Zusammenarbeit nach der notwendigen Klärung fortsetzen könne.

Hintergrund der Suspendierung ist ein Streit um das Top-Spiel der Bundesliga in der ARD-„Sportschau“. Hartmann hatte diese Partie in der vergangenen Saison aus dem jeweiligen Stadion moderiert. In dieser Spielzeit ist das Format auf Wunsch der Redaktion abgeschafft worden. Der Reporter, der vor einem Jahr das fast schon legendäre Interview mit dem früheren DFB-Teamchef Rudi Völler bei dessen Wut-Ausbruch auf Island führte, hatte diese Maßnahme in der Öffentlichkeit kritisiert. Dafür soll Hartmann nun eine „Denkpause“ erhalten, wie in ARD-Kreisen hieß.



Text: dpa
Bildmaterial: AP

 
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