Fernsehen

Sat.1-Geschäftsführer Martin Hoffmann muß gehen

Bild aus besseren Tagen: Martin Hoffmann und sein Star Harald Schmidt

Bild aus besseren Tagen: Martin Hoffmann und sein Star Harald Schmidt

04. Dezember 2003 Köpferollen bei der ProSiebenSat.1-Gruppe: Neben Claus Larass, dem Nachrichtenvorstand des Konzerns und Geschäftsführer von N24, muß auch der Sat.1-Geschäftsführer Martin Hoffmann gehen. Mit sofortiger Wirkung übernehme der Schweizer Roger Schawinski die Leitung des Senders, teilte die ProSiebenSat.1-Gruppe am Donnerstag in München mit und bestätigte damit Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Schawinski verfüge über eine langjährige Erfahrung in Fernsehen, Hörfunk und im Zeitungsjournalismus, erklärte der Vorstandsvorsitzende von ProSiebenSat.1, Urs Rohner. Gründe für Hoffmanns Abgang nannte das Unternehmen nicht. Das Verhältnis zwischen Hoffmann und Urs Rohner, dem Vorstandsvorsitzenden von ProSiebenSat.1, galt seit längerem als angespannt.

Martin Hoffmann, 1959 in Nussloch bei Heidelberg geboren, ist Jurist mit dem Spezialgebiet Medienrecht. 1994 war er zu Sat.1 gekommen, wo er 1998 zum stellvertretenden Programmgeschäfstführer wurde. Im November 2000 löste Hoffmann Fred Kogel als Sat.1-Geschäftsführer ab.

Erfolg mit dem „Wunder“

Unter der Wirtschaftsmisere in Deutschland litt auch Sat.1 unter Martin Hoffmann, dem es gleichwohl gelang, das Profil des Senders zu schärfen, indem er auf aufwendige Fernsehfilme setzte. Der Zweiteiler „Das Wunder von Lengede“ in diesem November war mit 9,65 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 28 Prozent der erfolgreichste Fernsehfilm in der Geschichte des Privatfernsehens.

Die Trennung von Larass, hieß es von ProSiebenSat.1, sei „im besten gegenseitigen Einvernehmen erfolgt“. Der Schritt war in der Branche erwartet worden. Der neue Besitzer des Senders, Haim Saban, drängte auf einen kleineren Vorstand. Saban hat seit der Übernahme im Sommer die personellen Strippen gezogen. Zunächst schickte er Vertraute in den Aufsichtsrat. Neuer starker Mann im Vorstand ist der Belgier Guillaume de Posch, der neuerdings die operativen Geschäfte verantwortet. Vor wenigen Wochen trennte sich der Konzern zudem von Fernsehvorstand Ludwig Bauer. Die Nachfolge von Larass in seiner Funktion als N24-Geschäftsführer tritt Torsten Rossmann an, bislang Konzernsprecher bei ProSiebenSat.1.

Text: @jöt
Bildmaterial: SAT.1

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