10. April 2008 Der Oscar-Preisträger Florian Henckel von Donnersmarck, seit Kindertagen ein begeisterter Anhänger Richard Wagners, kritisiert ungebildete, ungepflegte Chaos-Regisseure an den Opernhäusern, deren Inszenierungen für echte Wagner-Anhänger beleidigend seien. Wagner soll einmal gesagt haben, dass er vom 'unsichtbaren Theater' träume. Das wird von solchen Pennern als Aufruf zur Bilderstürmerei gesehen, so Donnersmarck im F.A.Z.-Gespräch.
Das Angebot, Richard Wagners Ring-Tetralogie für das Baden-Badener Festspielhaus zu inszenieren, hat von Donnersmarck abgelehnt. Dennoch verspürt der Regisseur des oscargekrönten Spielfilms Das Leben der Anderen eine tiefe Affinität zu dem Erfinder des Musikdramas.
In dem Gespräch, das am Donnerstag im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erscheinen wird, gibt Donnersmarck Auskunft über seine bildungsgesättigte Kindheit, sein Verhältnis zur Oper und die zentrale Rolle, die Wagner als Erzieher in seiner Jugend gespielt hat. Wagner wäre heute ein Filmemacher, da bin ich mir ganz sicher, sagt Donnersmarck. Aber einer, der mit Budgets hätte arbeiten müssen, die es nur in Hollywood gibt. Schon in seiner Kindheit hat Donnersmarck viele Wagner-Aufführungen gesehen.
Besonders beeindruckt hat ihn eine Inszenierung, die der Filmemacher Werner Herzog 1987 bei den Bayreuther Festspielen herausbrachte: der schönste aller Lohengrins, wie Donnermarck sich erinnert. Die Frage, ob er das Projekt, den Ring des Nibelungen zu inszenieren, irgendwann doch noch aufgreifen werde, lässt er offen.
Das Interview mit Florian Henckel von Donnersmarck lesen sie am heutigen Donnerstag im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: ASSOCIATED PRESS, Cinetext/Sammlung Richter