
Ich denke das Interview wirft mehr Fragen auf als es beantwortet. Die Rätsel gibt Frau Osthoff selbst zum Besten. Jüdischer Geheimdienst? Kisten schleppen? Kein Einkommen, aber 40 Familen zu versorgt? Wer hat Sie vorgeschickt, um was abzuliefern? Ihre Miete wird nicht mehr gezahlt, wer hat es denn vorher? Und der nette Botschaftsmitarbeiter, für welchen "Verein" spielt der?
So, Herr Grisham, falls Sie das zufällig lesen, könnten Sie ja einen neuen tollen Verschwörungskrimi daraus machen. Die Version, dass Frau Osthoff einfach entführt wurde ist natürlich langweilig. Wie wäre es mit folgender Storie:
Frau Osthoff hat Kontakte zum irakischen Widerstand (oder den Terroristen, ganz wie Sie es formulieren möchten). Deutsche Dienste nutzen Sie als Informationsquelle und schöpfen Sie ab. Die Infos werden genutzt für...(hier können Sie ihrer Phantasie freien Lauf lassen). Der Mossad ist vom Wahrheitsgehalt dieser Infos nicht überzeugt und beschliesst sie selbst zu befragen. Da sie nicht freiwillig kommt, wird sie eben abgefangen. In der Zwischenzeit denken alle an Entführung durch Terroristen und Lösegeldforderungen. S.O. wird freigelassen und erkennt die Chance an Geld zu kommen (die 40 Familien). Nun gibt es öffentliche Aufmerksamkeit. Dumm für die Dienste. Verschleierung muss her und S.O. muss unglaubwürdig wirken. Am Schluß geht sie in den Irak zurück und verschwindet.
Ich hoffe Sie beteiligen mich am Honorar, denn schliesslich geht es auch hier nur um Geld, oder!?

Interessant, wie und warum auf dieser Frau so herumgehackt wird. Die einen fragen, warum sie in vor der deutschen Botschaft nicht gleich vor die Kamera tritt, die anderen, mit welchen verdächtigen Motiven und warum sie überhaupt vor die Kamera geht. Die nächsten, warum sie so konfus ist. Tja, warum wohl? War da was? Vielleicht ein klitzekleines Extremsituatiönchen? – Das alle Durchschnittsbürger hinterher geschmeidig mit vollständigen Sätzen vor einem Millionenpublikum gemeistert hätten?
Da bohrt Beckmann mehrmals mit der Frage „Sind Sie dankbar?“ Jedes Mal bejaht Osthoff, es reicht offenbar nicht. Was wird von dieser Frau erwartet?
„Sie konvertierte zur Muslimin, behielt aber ihren deutschen Pass“ – Wie bitte Frau Weigelt? Muss man den als Buddhist, Jude oder Atheist jetzt auch abgeben?
Impertinente Fragen nach ihrem Privatleben werden gestellt, in den Medien schon im Vorfeld missgünstige, kleinliche Mutmaßungen gestellt, Vorurteile gebildet, ihre Aussagen auseinander genommen. Wahrlich, es wird ihr nicht leicht gemacht, in solch einem ungastlichen Klima das ganze DeutschLand zu lieben. Und dass es ihr nun nicht leicht fällt, wird zum Vorwurf erhoben.
Die gekränkte, ängstliche deutsche Seele! Da denkt mal jemand nicht nur an seine Rente und wer sie ihm wegnehmen könnte, setzt sich für "andere", statt für "uns"ein, bedient keine mitleiderregenden Opferrollen ... ach was, die kriegen wir schon klein – mindestens auf unsere Größe!!!

Auch in diesem Gespräch fällt mir Frau Osthoff wieder durch eine sehr aggressive Haltung auf. Nach dem schon sehr merkwürdig Wirkenden Gespräch mit Herr Beckmann verdichten sich langsam die Beweise, dass hier eine ganz große Intrige inszeniert wurde. Anders kann ich mir Frau Osthoffs Verhalten nicht erklären - Sie konnte Herr Beckmann nicht einmal in die Augen schauen, zudem mit Vorgespräch jetzt ja bewiesen ist, dass sie zumindest über das folgende Interview im Bilde war und nicht wie behauptet, "ins kalte Wasser geworfen wurde".
Die Behauptung seitens der Regierung, dass keine Lösegelder geflossen seien, wirkt zwar heroisch - ist aber utopisch.
Sehr merkwürdig, Frau Osthoff!