Kinovorschau

Smarte Ganoven und entlegene Fanmeilen

05. Juni 2007 „Ocean's Thirteen“, das sind die smarten Casinoräuber um George Clooney, Brad Pitt und Matt Damon. Außerdem von Donnerstag an im Kino zu sehen: Fußballfieber in Dschungel und Wüste, ein indisches Liebesdrama in New York und ein Coming-Out in Maine.

Ocean's Thirteen

Kriminalfilm, Vereinigte Staaten 2007.

Regisseur Steven Soderbergh („The Good German“) bringt mit „Ocean's Thirteen“ den dritten Teil der Casinoganoven rund um Danny Ocean (George Clooney) in die Kinos. Diesmal sorgt in Las Vegas der dubiose Geschäftsmann Willy (Oscar-Preisträger Al Pacino) mit seiner rechten Hand Abigail (Ellen Barkin) für Ärger. Er zieht Reuben (Elliot Gould) bei einem gemeinsamen Projekt so vernichtend über den Tisch, dass dieser mit einem Herzinfarkt im Krankenhaus landet. Das ruft Reubens Kumpel Danny Ocean auf den Plan, und gemeinsam mit seinem bewährten Team - bestehend aus unter anderen Linus Caldwell (Matt Damon) und Rusty Ryan (Brad Pitt) - tüftelt er einen Rachefeldzug aus, für den er sogar seinen alten Feind Terry (Andy Garcia) gewinnen kann.

Das größte Spiel der Welt

Komödie, Deutschland / Spanien 2006.

Regisseur Gerardo Olivares blickt mit „Das größte Spiel der Welt“ auf die WM vor fünf Jahren und drehte eine Komödie über den globalen Fußball-Wahn. Kurz vor dem Finale zeigt er unterschiedliche Plätze: In der Mongolei, im Dschungel Brasiliens und in der Wüste von Ténéré bereitet man sich auf das Sportereignis des Jahres vor.

Um sich die besten Plätze zu sichern, müssen die Menschen in diesen Regionen allerlei Hindernisse überwinden. Die Nomaden machen sich auf den Weg zu den russischen Stromkabeln, um dort den nötigen „Saft“ für ihren Fernseher abzuzapfen; die Tuareg müssen sich sputen, um den „Baum“ mit TV-Empfang zu erreichen; die Amazonas-Indianer finden ihre Fernsehkabel als gebastelten Schmuck vor.

The Namesake - Zwei Welten, eine Reise

Drama, Vereinigte Staaten 2006.

Die indische Regisseurin Mira Nair („Monsoon Wedding“) erzählt die Familiengeschichte des Inders Ashoke (Irfan Khan): Nach zwei Jahren in Boston holt er seine Braut Ashima (Tabu) nach und will eine Familie gründen. Den ersten Sohn (Kai Penn) benennen sie nach ihrem Lieblingsautor Gogol.

Als Gogol erwachsen wird, werden ihm seine indischen Wurzeln und seine Familie peinlich, und er distanziert sich von seiner Herkunft. Stattdessen gliedert er sich vollkommen in die Familie seiner amerikanischen Freundin Maxine (Jacinda Barrett) ein. Doch als sein Vater stirbt, verändert sich Gogols Bezug zu seiner bengalischen Heimat, er verlässt Maxine und lässt sich auf eine arrangierte Ehe mit einer Inderin ein.

Vacationland

Drama, Vereinigte Staaten 2006.

Die Kleinstadt Bangkor im amerikanischen Bundestaat Maine ist zwar ein beliebter Ferienort, dort aufzuwachsen ist dagegen trostlos. Zumal, wenn man wie Joe (Brad Hallowell) entdeckt, dass man eigentlich eher auf Jungs steht.

Wenn dann auch noch die allein erziehende Mutter ständig neue Liebhaber hat, man sich ausgerechnet in den Sportstar der Schule verliebt und davon träumt, Künstler zu werden, bleibt nur noch die Flucht aus Bangkor. Der New Yorker Regisseur Todd Verow, der auch eineen Kurzfilm zu „Fucking Different New York“ (s.u.) beigetragen hat, erzählt mit „Vacationland“ die autobiografisch gefärbte Geschichte einer schwulen Selbstfindung.

Fucking Different New York

Kurzfilm, Deutschland 2007.

Nach dem Berliner Episodenfilm „Fucking Different“ (2005), beauftragte Kristian Petersen für das Projekt „Fucking Different New York“ zwölf homosexuelle New Yorker Regisseure, sich jeweils mit der Sexualität des anderen Geschlechts filmisch auseinanderzusetzen.

Das Ergebnis sind zwölf lustige, erhellende und erotische Kurzfilme, die ein vielfältiges und genreübergreifendes Spektrum queeren Lebens in New York zeigen. Sie gehen beispielsweise der Frage nach, wie Bauarbeiter ihre Pausen zubringen und was sich zwischen Marilyn Monroe und Joan Crawford ereignet haben könnte.

Ganges - Fluss zum Himmel

Dokumentarfilm, Vereinigte Staaten / Indien 2004.

Nichts wünscht sich ein gläubiger Hindu sehnlicher, als im Ganges seine letzte Ruhe zu finden. Der heilige Strom ist für Inder Verkehrsweg, Lebensader und Heiligtum zugleich. Doch die Verehrung und Zuneigung eines ganzen Kontinents drohen einen der berühmtesten, wichtigsten und religiös bedeutendsten Flüsse der Welt allmählich zu Grunde zu richten.

Die Filmemacherin Gayle Ferraro zeigt in „Ganges, Fluss zum Himmel“ das komplexe Verhältnis von Mensch, Fluss und Leben und erklärt Hintergründe und Fakten dieses Phänomens mit der Geschichte von vier indischen Familien.

Schindlers Häuser

Dokumentarfilm, Österreich 2007.

„Schindlers Häuser“ ist ein Film von Heinz Emigholz, und der Architekt Rudolph M. Schindler (1887-1953) ist in ihm allein durch das präsent, was er gebaut hat.

Emigholz dokumentiert an vierzig Bauwerken, was Schindler rund um Los Angeles entworfen hat, wie er die Hanglage nutzte, den oft knappen Raum, wie sich Innen und Außen durchdringen, wie die Räume ineinander übergehen und die verschiedenen Materialien miteinander kommunizieren.



Text: @aper, FAZ.NET
Bildmaterial: ddp, dpa, Filmgalerie 451/Cinetext, GMFilms, Kinostar

 
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