Stimmen zur Kritik an Cruise

Regisseur Singer von Scientology-Skepsis in Deutschland überrascht

Regisseur Bryan Singer, in dessen neuem Film Scientology-Mitglied Tom Cruise die Rolle Stauffenbergs spielen soll, ist von der Diskussion hierzulande überrascht. Angelsächsische Kollegen und Kommentatoren pflichten ihm bei.

Lesermeinungen zum Beitrag

15. Juli 2007 15:05

Scientology wird sich bedanken...

Eckhard Wallis (ewallis)

... für die weitere "Diskriminierung", die dieser kriminellen Organisation die Möglichkeit gibt, sich zu Unterdrückten zu stilisieren. Jeder Angriff auf Scientology kann von diesen ausgeschlachtet werden. Als Demokraten müssen wir jedem Versuch, die Ideologie von Scientology zu verbreiten, entgegentreten. Aber solange im Drehbuch keine Passagen enthalten sind, in denen Stauffenberg zum "operierenden Thetan", oder wie dieser unsinn heißt, gemacht wird, dann ist es doch herzlich egal, was der Schauspieler DENKT, solange er es nicht in seine Arbeit einfließen lässt. Über die Qualität des Films kann ich nicht urteilen, nachdem ich ihn noch nicht gesehen habe (hat das schon irgendwer? achnein, er ist ja noch nichtmal gedreht, aber jeder weiß schon dass er peinlich wird...), aber ich halte es für ein Zeichen der typisch deutschen Arroganz gegenüber Amerika, wenn man für deutsche Filme Drehgenehmigungen erteilt, für amerikanische aber nicht, "weil das der Würde des Ortes nicht gerecht wird".

So ich hoffe ich werde nach diesem Beitrag nicht angegriffen, als Mensch, der falsch verstandene Religionsfreiheit propagiere oder für Scientology wirbt...

War Stauffenberg im übrigen nicht auch Mitglied in zweifelhaften Organisationen?

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14. Juli 2007 18:06

Kontroverse erschwert Dreharbeiten -

Ilse Rech (i.rech)

Da spielt ein Widerstandskämpfer gegen Religionsboykott einen Widerstandskämpfer gegen das Nazi-Regime. Regisseur Singer stellt sich hinter Cruise in der Kontroverse bei der Rollenbesetzung. Mut gehört immer noch dazu, sich in Deutschland zu der vom europäischen Gerichtshof anerkannten Religion Scientology zu bekennen, das stellen so manche bisher unbeteiligte Personen wie die Regisseure Singer und Petersen treffend fest. Die Diskussion ist hilfreich, denn jetzt findet eine offene Erörterung und eine Hinwendung zu Fakten statt.
Tom Cruise scheut keine Herausforderung, dreht in Berlin, um Authenzität zu gewährleisten. Der Film wird demonstrieren, wie der Widerstandskämpfer Graf von Stauffenberg Licht in die Dunkelheit der Umgebung der Hitleranhänger bringt, indem er unter Einsatz seines Lebens seine Überzeugung kundtut. Der Graf bleibt Sieger im Widerstandskampf - das bleibt der Schauspieler Cruise auch für seine in Deutschlang so umstrittene Religionsgemeinschaft.
I. Rech

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11. Juli 2007 23:22

Nicht nur die angelsächsischen Kollegen ....

Gian-Reto Zanetti (giza)

Nicht nur die angelsächsischen Kollegen, auch in andern europäischen Ländern wird meiner Meinung nach zumindest die Stirne gerunzelt, wie in dieser Angelegenheit versucht wird, Glaubens- und Meinungsfreiheit in Frage zu stellen.

Cruise ist zum einen ein derart vielseitiger Schauspieler, der sich in keine Schablone pressen lässt und zum andern sind und dürfen die Meinungen geteilt sind, dürfen aber nicht in einer Diskriminierung ausarten.

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10. Juli 2007 10:38

Lächerlich

Tayfun Ugur (BRIGHT1)

"[....] während er doch ernsthaft und mit riesigem Aufwand Deutschlands größten Sohn anpreisen will."

Kann eine Aussage heuchlericher oder naiver klingen? Herr Cruise möchte Stauffenberg anpreisen? Eher erhofft er sich durch eine solch ernsthafte Rolle einen Oscar zu verdienen - was ihm bislang ja nicht gelungen ist. Und mal abgesehen von der Gage die er für diesen Film erhält.

Und ohne Stauffenbergs historische Tat und seinen Mut runterspielen zu wollen; er ist nicht deutschlands größter Sohn; er ist einer von deutschlands größten Söhnen.

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10. Juli 2007 08:42

richtiger regisseur ?

petra schindler (chasedbycowgirls)

also wer sich die biografie von herrn singer anschaut, der muss sich vielleicht auch mal fragen, ob jemand der superman returns, footballer wives club und ein jetzt schon zum gruseln bedenkliches remake von "logans run" gefertigt hat, der richtige regisseur fuer so einen stoff wie stauffenberg ist ?
ich befürchte groesstes b-movie theater, wo stauffenberg eher total laecherlich erscheinen wird, mit plastik augenklappe, schlechten wehrmachtsstatisten, kleinkunstbühnen-sets und peinlichen dialogen. ich glaube es wird eher ein fremdschaem film werden. und ich sehe jetzt schon vor mir, die szene wo stauffenberg dann erschossen wird so wie Nscho-tschi in den Armen Winnetous stirbt

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10. Juli 2007 08:30

zensur aus dem ausland

petra schindler (chasedbycowgirls)

es ist immer einfach von aussen die nazi-kelle mit sodom&gomorra auszukippen auf deutschland, weil die anderen ja auch nicht in der verantwortung sind mit so einer geschichte wie wir sie nun einmal haben, umzugehen. mir ist es prinzipiell lieber man macht sich hierzu 2 gedanken zuviel als zu wenig. das natürlich auf Grund Tom Cruises glaubenskrise eine einmalige zensur erteilt wird, finde ich typisch für die spd. allerdings muss man auch sagen, das auch spielberg damals bei schindlers liste nicht an manchen "original-schauplätzen" drehen durfte, nicht im ehemaligen getto krakaus, und auch nicht in ausschwitz, und übrigens wollte oder durfte er auch "private ryan" nicht in der normandie drehen. aber mit 5 millionen foerderung kann man doch bestimmt einen netten set bauen.
was die philadelphia news zu erzaehlen hat, ist doch piependeckel.
who cares ?!?

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09. Juli 2007 17:03

Imageschaden

Annette Klug (ANNETTEKLUG)

Das Verhalten einzelner deutscher Behörden und Politiker gegenüber Tom Cruise im Zusammenhang mit dem Stauffenberg-Film kommt wirklich nicht gut an. Dass Cruise wegen seiner Zugehörigkeit zu Scientology so behandelt wird und ihm Steine in den Weg gelegt werden, wo es nur geht, ist nichts anderes als religiöse Intoleranz und Diskriminierung. Gerade im Zusammenhang mit dem Stauffenberg-Film passt dies aber überhaupt nicht. Regisseur Singer und die Beobachter aus dem Ausland konnten sich offenbar nicht vorstellen, dass Deutsche diese Ansichten ernsthaft verkünden. Nun gilt es, das Ganze wieder gerade zu rücken. Ein Stück weit ist dies schon geschehen mit der Filmförderung.

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09. Juli 2007 16:54

Scientology

Marc Hornburg (HerrHo)

Man mag geteilter Meinung sein, inwieweit die Gesinnung eines Schauspielers Hinderungsgrund sein sollte, ihn ungehindert seinen Beruf aufüben zu lassen. Aber das Politikum ist längst Scientology und nicht Cruise. Selbst wenn es am Anfang der Diskussion nicht der Fall gewesen sein mag, jetzt wäre es ein symbolischer Kniefall vor Scientology, würden die Drehgenehmigungen erteilt. Aber auch so hat die Sekte bereits einen Sieg erzielt: Vertreter aus Presse, Politik, Film und Fernsehen treten öffentlich und voller hier fehlgeleiteter Leidenschaft für die künstlerisch-politisch-journalistische Meinungsfreiheit direkt oder indirekt auf Widerstände ein, die dieser hochgefährlichen Sekte entgegenstehen und eigentlich genau diese Freiheit verteidigen wollen. Jetzt werden sogar Stimmen laut, die den Gegnern der Sekte Nazi-Eigenschaften unterstellen und die Sekte bzw. ihre Mitglieder in die Nähe der verfolgten Minderheiten des dritten Reiches rücken. Verkehrte Welt. Unglaublich.

Die Dehverbote waren die eine Sache, die kritischen Reaktionen darauf sind längst eine ganz andere.

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