09. Juli 2007 Verblüfft hat der amerikanische Regisseur Bryan Singer auf die Diskussion um sein Vorhaben reagiert, in seinem neuen Film Valkyrie die Hauptrolle des Claus Schenk Graf von Stauffenberg mit Scientology-Mitglied Tom Cruise zu besetzen. Ehrlich gesagt war mir nicht bekannt, dass Scientology in Deutschland ein Streitpunkt ist, vertraute der 41-jährige Filmemacher der New York Times an. Die Debatte um nicht genehmigte historische Drehorte und an seinem Hauptdarsteller hat nicht nur den Regisseur von Action-Streifen wie X-Men und Superman Returns überrascht.
Es gibt keinen besseren Weg an die Nazi-Ära zu erinnern, als einem Mann wegen seines Glaubens die Arbeit vorzuenthalten, empörte sich ein Kommentator der Zeitung Philadelphia Daily News. Auch der britische Filmveteran Ken Russell verurteilte die Absage für eine Drehgenehmigung im Berliner Bendlerblock, von dem aus Stauffenberg seinen Anschlag plante und wo er nach dessen Scheitern hingerichtet wurde. Der Regisseur stellte sich hinter Cruise. Es ist wirklich überzogen, Cruise wegen seiner von ihm gewählten Philosophie anzugreifen, während er doch ernsthaft und mit riesigem Aufwand Deutschlands größten Sohn anpreisen will, mokierte er sich in der Times.
Ironisch nahm die amerikanische Presse dann auch die Nachricht vom Freitag auf, als das traditionsreiche Studio Babelsberg nach wochenlangem Hin und Her die Unterzeichnung der Koproduktionsverträge verkündete. Drehstart für Valkyrie ist nun am 19. Juli. Obendrauf wird der Streifen noch mit 4,8 Millionen Euro aus dem neuen Deutschen Filmförderfonds (DFFF) gefördert. Die staatliche Filmförderung habe damit wohl ein Friedensangebot gemacht, frotzelt das amerikanische Magazin Time. Die deutsche Regierung mag Scientology verabscheuen, aber sie hasst auch transatlantische Spannungen, schrieb das Blatt weiter.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: CINETEXT
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