Medien

Burda schluckt Milchstraße für 28 Millionen Euro

TV Spielfilm gehört jetzt Burda

TV Spielfilm gehört jetzt Burda

23. Dezember 2004 Der Münchner Medienkonzern Hubert Burda Media schluckt die Hamburger Verlagsgruppe Milchstraße. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beträgt der Kaufpreis 28 Millionen Euro. Unter dem Dach von Burda solle die Verlagsgruppe, die Zeitschriften wie „TV Spielfilm“, „Amica“ oder „Cinema“ herausgibt, „in eine starke und sichere Zukunft“ geführt werden, sagte Verleger Hubert Burda am Donnerstag in München. „Die Zeitschriften ergänzen das Portfolio von Hubert Burda Media optimal.“ Damit schreitet die Konzentration auf dem umkämpften deutschen Zeitschriftenmarkt weiter voran.

Hubert Burda Media („Focus“, „Bunte“) ist seit Ende 1995 an Zeitschriften der Verlagsgruppe Milchstraße beteiligt. Einzelne Anteile hielt der Münchner Konzern direkt und andere über die Burda Rizzoli Verlagsbeteiligungen GmbH (BRV), die zu je 50 Prozent dem Burda-Konzern und der italienischen Mediengruppe „RCS Media Group“ gehörten. Die 50 Prozent Anteile des italienischen Unternehmens habe Burda jetzt komplett erworben, hieß es.

Medienkrise machte der Gruppe zu schaffen

Einwände der Kartellbehörden erwartet Burda nicht. „Wir halten uns selbstverständlich an die kartellrechtlichen Regeln und gehen davon aus, daß es keine juristischen Probleme geben wird“, sagte ein Unternehmenssprecher.

Die Verlagsgruppe Milchstraße mit 430 Beschäftigten erzielte im vergangenen Jahr rund 160 Millionen Euro Umsatz. Nach Burda-Angaben erreicht sie mit ihren Titeln rund zehn Millionen Leser. Angefangen hat es mit einem spektakulären Erfolg des Hamburger Verlegers Dirk Manthey, der 1975 im Alter von 21 Jahren die Filmzeitschrift „Cinema“ herausbrachte - später die größte in Europa. Bekannt wurden auch Milchstraßen-Titel wie „Max“ oder „Fit for Fun“. In der Medienkrise büßte die Gruppe dann schwer ein.

Markwort soll Kosten senken

Künftig wird Burda-Vorstand und „Focus“-Chefredakteur Helmut Markwort für Milchstraße zuständig sein. Er will die Gruppe auf den Prüfstand stellen. Gemeinsam mit Burda-Vorstand Paul-Bernhard Kallen werde Markwort „analysieren, welche strategischen Ausrichtungen für ein stabiles und zukunftsweisendes Geschäft der Milchstraßen-Titel notwendig sind“, hieß es.

Markwort erklärte, dabei wolle man zunächst Fakten sammeln und sortieren, die Informationen ergebnisoffen bewerten und nach Lösungen suchen. „Dabei stehen drei Kriterien im Mittelpunkt: Erstens, die journalistische Qualität der Titel zu erhalten, zweitens, die Synergien mit Hubert Burda Media zu nutzen und drittens, die Kosten zu senken.“

Burda will Milchstraßen-Titel erhalten

Zu möglichen Konsequenzen für einzelne Zeitschriften der Hamburger Gruppe oder für die Beschäftigten wollte sich der Burda- Sprecher nicht äußern. Verleger Hubert Burda habe aber mit seiner Aussage ein klares Bekenntnis zum Erhalt der Milchstraßen-Titel abgegeben.

Die Verhandlungen mit Rizzoli hätten sich etwa zwei Jahre hingezogen. „Es wird wie immer bei solchen Verhandlungen auch um den Preis gegangen sein, aber Details kann ich dazu nicht sagen“, sagte der Burda-Sprecher.

Text: dpa
Bildmaterial: dpa/dpaweb

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