WM 2006

Streit um Public Viewing

09. Dezember 2004 Das deutsche Organisationskomitee (OK) der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hat die Kritik des Deutschen Städtetags an angeblich zu teuren Übertragungen von WM-Spielen auf Großbildleinwänden zurückgewiesen.

"Ich kann das Geschrei nicht verstehen. Die Städte wollen die Leinwände, und wir wollen sie auch. Nur muß doch klar sein, daß weder wir noch der Weltverband Fifa als Veranstalter auftreten. Jede Stadt muß selbst über den Umfang und die finanziellen Mittel entscheiden", sagte OK-Vizepräsident Wolfgang Niersbach.

"Die Wirtschaft kann dabeisein“

Der Städtetag hatte zuletzt beklagt, daß die Fifa den zwölf Spielorten jeweils nur bis zu 700.000 Euro zur Verfügung stellen will, die Organisationskosten aber um ein vielfaches höher lägen. Außerdem bemängelte das Gremium, daß die Ausgaben nicht durch Sponsoren abgedeckt werden könnten, da die exklusiven WM-Werbepartner einer solchen Lösung im Weg stünden.

Dieser Ansicht widersprach Niersbach. "Die Wirtschaft kann dabeisein. Die Spielregeln dafür sind bekannt. Wer jetzt mit dem Geschrei anfängt, hat einfach die internationale Struktur der Veranstaltung nicht verstanden. Die muß man aber respektieren. Immerhin haben wir als OK erreicht, daß in allen zwölf Gastgeberstädten eine Einheit aufgestellt werden kann. Organisieren kann dies aber nur die jeweilige Stadt", erklärte Niersbach.

„Es wird überall im Land Großbildleinwände geben“

Inwieweit die anderen Kommunen Gebühren für die Aufstellung einer Großbildleinwand bezahlen müssen, soll sich laut Niersbach in den kommenden Wochen klären. "Klar ist, daß die Rechte für das Public Viewing bei Infront liegen. Nach meiner Kenntnis sollen die Tarife bis Jahresende feststehen", meinte der OK-Vizepräsident. Niersbach machte allerdings deutlich, daß es unterschiedliche Preise für öffentliche und private Veranstalter (wie beispielsweise Kinobesitzer) geben werde. Grundsätzlich sagt Niersbach voraus, "daß es überall im Land die Großbildleinwände geben wird".



Text: sid, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.12.2004, Nr. 288 / Seite 34

 
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