Golden Globes 2007

Borat in Babel

14. Dezember 2006 Der bereits in Cannes preisgekrönte Film „Babel“ ist der große Favorit für die Golden Globes 2007. Der Film, der die Verständigungsprobleme in einer globalisierten Welt zum Thema hat, ging am Donnerstag in Hollywood mit sieben Nominierungen ins Rennen. „Babel“ wurde unter anderem nominiert in den Kategorien Bester Fim, Bester Regisseur und Beste Nebendarsteller. Der Film beschreibt mehrere Menschen auf drei Kontinenten, deren Schicksal durch unsichtbare Bande miteinander verwoben ist.

Mit Brad Pitt und Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett führen in „Babel“ zwei Superstars die Besetzung an. Regisseur ist der Mexikaner Alejandro González Iñárritu. In Cannes hatte der Film den Regiepreis bekommen. An verschiedenen Schauplätzen der Welt geht es um Menschen, deren Leben sich durch einen einzigen, in Marokko abgefeuerten Gewehrschuß verändert, die einander jedoch niemals begegnen. Die Golden Globes sind nach den Oscars die begehrtesten Trophäen der amerikanischen Filmbranche. Sie werden am 15. Januar in Beverly Hills verliehen.

Chancen für „The Departed“, „The Queen“ und „Apocalypto“

Auch die umstrittene Filmsatire „Borat“ hat mit zwei Nominierungen gute Aussichten auf eine Golden Globe. Neben einer Nominierung in der Kategorie Komödie heimste Hauptdarsteller Sacha Baron Cohen eine Nominierung als bester Comedy-Darsteller ein. Ebenfalls beste Aussichten auf eine Auszeichnung hat mit zwei Nominierungen Leonardo DiCaprio. Er wurde als bester Hauptdarsteller in einem Drama für seine Leistung in „Departed“ sowie in „Blood Diamond“ vorgeschlagen.

Für das beste Drama wurden neben „Babel“ unter anderem Martin Scorseses „The Departed“ sowie Stephen Frears' „The Queen“ nominiert. Das Filmdrama über die britische Königin Elizabeth II. und den Unfalltod ihrer früheren Schwiegertochter Prinzessin Diana. „The Queen“ wurde in den Kategorien Bester Film, Bester Regisseur und Beste Hauptdarstellerin nominiert. Der Film „Bobby“ über die Ermordung von Robert F. Kennedy wurde ebenfalls als Bester Film vorgeschlagen.

„Das Leben der anderen“ versus „Volver“

Mel Gibsons blutiges Maya-Drama „Apocalypto“ und der auf japanisch gedrehte Kriegsfilm „Letters from Iwo Jima“ von Clint Eastwood wurden für die Sparte ausländischer Film nominiert. Mit ihnen wird sich auch das deutsche Stasi-Drama „Das Leben der anderen“ messen. Das bereits mehrfach preisgekrönte Erstlingswerk von Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck geht in das Rennen um einen Golden Globe. Die beiden anderen deutschen Anwärter - „Der Letzte Zug“ von Joseph Vilsmaier und Dana Vávrová sowie „Das Requiem“ von Hans-Christian Schmid - konnten sich unter den insgesamt 56 Anwärtern nicht durchsetzen.

Wie schon bei den Europäischen Filmpreisen konkurriert das „Leben der anderen“ außerdem mit dem ebenfalls in dieser Kategorie nominierten „Volver“ von Pedro Almodovar. Im vergangenen Jahr war bei den Golden Globes die Enttäuschung in Deutschland groß. Damals hatten sich fünf deutsche Filme um den Auslandspreis beworben, nicht einer von ihnen kam in die engere Auswahl.

Insgesamt vergab der Verband der Hollywood-Auslandspresse am Donnerstag Nominierungen in 25 Kategorien. Schon im November war bekannt gegeben worden, daß Hollywoodstar Warren Beatty bei der Preisverleihung im Januar für sein Lebenswerk geehrt werden soll.

Nominierungen in den wichtigsten Sparten

Bestes Filmdrama: „Babel“, „Bobby“, „The Departed - Unter Feinden“, „Little Children“ und „The Queen“

Beste Komödie oder Musical: „Borat“, „Der Teufel trägt Prada“, „Dreamgirls“, „Little Miss Sunshine“, „Thank You for Smoking“

Beste Regie: Clint Eastwood („Flags of Our Fathers“), Clint Eastwood („Letters from Iwo Jima“), Steven Frears („The Queen“), Alejandro Gonzalez Inarritu („Babel“), Martin Scorsese („The Departed - Unter Feinden“)

Bester Schauspieler (Drama): Leonardo DiCaprio („Blood Diamond“), Leonardo DiCaprio („The Departed - Unter Feinden“), Peter O'Toole („Venus“), Will Smith („Das Streben nach Glück“), Forest Whitaker („Der letzte König von Schottland“)

Beste Schauspielerin (Drama): Penelope Cruz („Volver“), Judi Dennch („Tagebuch eines Skandals“), Maggie Gyllenhaal („Sherrybaby“), Helen Mirren („The Queen“), Kate Winslet („Little Children“)

Bester Schauspieler (Komödie): Sacha Baron Cohen („Borat“), Johnny Depp („Pirates of the Caribbean: Dead Man's Chest“), Aaron Eckhart („Thank You for Smoking“), Chiwetel Ejiofor („Kinky Boots“), Will Ferrell („Schräger als Fiktion“)

Beste Schauspielerin (Komödie): Annette Bening („Krass“), Toni Colette („Little Miss Sunshine“), Beyonce Knowles („Dreamgirls“), Meryl Streep („Der Teufel trägt Prada“), Renee Zellweger („Miss Potter“)

Bester ausländischer Film: „Apocalypto“ (USA), „Letters from Iwo Jima“ (USA/Japan), „Das Leben der anderen“ (Deutschland), „Pan's Labyrinth“ (Mexiko), „Volver“ (Spanien)



Text: FAZ.NET mit Material von dpa, AFP
Bildmaterial: AP, dpa, REUTERS

 
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