
Bene66 sagt, es gebe hier wie so oft "zwei Wahrheiten". Das ist meiner Meinung nach sehr selten, das es nur zwei gibt.
Die Annahme dass es zwei polare Meinungen gibt, und das die "richtige" Wahrheit so ziemlich in der Mitte liegt (letzteres hat Bebe66 nicht gesagt), vereinfacht dieses Problem zu sehr.
Eine Enzyklopaedie kann doch eine Reihe von verschiedenen Ansichten auflisten. Wikipedia kann das auch, und manchmal wird das auch so getan.
Aber Wikipedia kann im Einzelnen ueberrannt werden, so etwas wie eine "Denial of Service Attack".

Auch als Faz-Leser sollte man blaue Augen haben!

Hier wird, wie so oft, über die Zuverlässigkeit von Wikipedia berichtet. Erfreulich ist, daß der Artikel hier eine insgesamt gute Note erteilt.
Natürlich wird es immer das Problem geben, daß es "zwei Wahrheiten" gibt, wie es im Falle Tibet geschildert wird. Beide haben -vermutlich - eine Berechtigung.
Interessant wäre es, im gleichen Zusammenhang zu erörtern, wie andere anerkannte Enzyklopedien, z.B. der Brockhaus, dieses Thema angehen. Auch hier muss man sich für "eine Wahrheit" entscheiden, oder das Thema aussparen. Leider werden diese herkömmlichen Enzyklopedien nicht in der Presse im gleichen maße kommentiert wie Wikipedia.

Es könnte von einer gewissen Relevanz für den Artikel und seiner Tonalität sein, zu wissen, das Klemens Ludwig sechs Jahre lang Vorsitzender der oben erwähnten "Tibet Initiative Deutschland e.V." war.
Hielten offensichtlich weder Herr Ludwig noch die FAZ-Redaktion für notwendig. Soviel zur Meßlatte "Seriösität".

Das Problem dieser "Enzyklopädie" ist, das sich diejenige Beschreibung oder Definition als die richtige durchsetzt, von der die Mehrheit glaubt, dass sie richtig ist. Mainstream eben!
Wikipedia liefert viele gute Beispiele dafür, wie Paradigmen zu vermeintlicher Wahrheit werden. Man muss nicht einer Minderheit angehören um das zu entdecken, aber es hilft.