“Schauen Sie sich an, wie er dasteht“: Tom Cruise als Stauffenberg

Stauffenberg-Film

Wir in ihren Augen

Spezial Wer Cruise sieht, wie er Stauffenberg spielt, wie er die Behinderung verinnerlicht, wer die brillanten Dialoge hört, kann eine Wette eingehen: Der Film wird das Bild von Deutschland in der Welt auf Jahrzehnte prägen. Frank Schirrmacher hat Tom Cruise und Regisseur Bryan Singer in Potsdam getroffen.

Lesermeinungen zum Beitrag

06. September 2007 17:39

Rätselhafte Kritik

Hartmut Zingel (H.Zingel)

Was kann uns Deutschen denn mehr erfreuen als ein offenbar mit Sorgfalt inszenierter und mit einem internationalen Superstar besetzten Hollywood-Film, der zeigt, dass es sehr wohl Widerstand gegen das Naziregime in Deutschland gab. Gerade in den ehemals alliierten Ländern gilt auch heute noch das von den Geheimdiensten geprägte
Bild, dass jeder Deutsche zu der Zeit ein Nazischwein war. Das half der Kampfmoral der Truppe. Nur keine Differenzierung, her mit der Verallgemeinerung.
Also worauf basiert die Kritik an diesem Film in Deutschland?
Sollte unser Widerstandsidol nur von einer einwandfreien, regierungstreuen deutschen Produktion produziert und von Stauffenberg durch einen natürlich deutschen, vielleicht sogar arischen, mit der richtigen Religion versehenen Hauptdarsteller gespielt werden?
Es wird wirklich Zeit, dass wir unser, durch das Naziregime so dauerhaft lädiertes Selbstverständnis, unseren Stolz und unsere Integrität wieder zurückgewinnen. Wenn dieser Film mit Tom Cruise dazu beiträgt - wäre das nicht ein Erfolg?

H.Zingel

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05. September 2007 14:59

Fortsetzung Schuldkomplex

angela roberts (angero)


Ist das so? Selbsthass??
Es mehren sich die Stimmen, es sollte mal gut sein mit der Nazizeit und überhaupt Deutschland hat sich verändert - stimme ich zu - und hat es nicht nötig sein Ansehen via Hollywoodfilm zu verbessern, die ja nicht unbedingt Ausgeburt von Differenziertheit sind, sondern gängigen Erzählmodi folgen, weil sie einfach Geld einspielen müssen*) OK, es schadet nicht, aber ist es wichtig? hat Deutschland das nötig, welcher Vorstellung rennt man denn da hinterher. Ist das nicht die Fortsetzung des alten Schuldkomplexes: Aber bitte jetzt (arielrein) waschen - und der alte Gegner soll's besorgen. Das adelt mehr. Wessen Ego wird da gestreichelt mit der späten 'Rehabilitierung'.
Wer nicht mit Vorurteilen leben kann, kann's gleich vergessen - und die meisten Urteile sind solche, manchmal kommen sie nur elaborierter daher.
Eine differenzierte Auseinandersetzung stelle ich mir anders vor - jenseits der Gut-Böse-Schemata.
* was ja nicht heißt, dass da nicht Großartiges in diesem Rahmen zustande kommt, aber ein Film mit T. Cruise wird nun mal kein Autorenkino

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05. September 2007 11:41

Drehgenehmigung im BMVg.....?

wolf haupricht (emilgilels)

Es sollte nicht übersehen werden, dass die Spitze des BMVg im Berliner Bendlerblock ihren Dienst verrichtet. Nennen Sie mir einen Staat, wo im Verteidigungsministerium für längere Zeit eine Drehgenehmigung für die Herstellung eines Spielfilms gegeben wurde. Wenn die Filmleute erst einmal vor Ort sind, hat alles andere zurück zu stehen, weil die sich mehr als breit machen. Von daher wäre die Erteilung einer Genehmigung sicherheitskonträr.

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05. September 2007 08:29

Schirrmmacher ist zuzustimmen...

Enrico Fels (enFels)

daher: Erteilung der Drehgenehmigung für den Bendler-Block!

Es ist unglaublich, wie der Selbsthass unserer Nation uns daran hindert, das Bild eines besseren Deutschlands, eines Landes jenseits Hitlers, zuzulassen. Die Schikanen, die man dem Stauffenberg-Film bereitet, sind ein gutes Beispiel dafür.

Ein wirklich gelungener Kommentar, lieber Herr Schirrmacher!
MfG
Enrico Fels

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03. September 2007 23:13

Das Böse besiegen

Alexander Döring (ADU1)

Ich habe nun einige der Leserbeiträge gelesen und man bemerkt einen großen Unterschied zwischen denjenigen die den Artikel verstanden haben, und denjenigen die sowohl die Wichtigkeit des Artikels als auch die Bedeutung des Films unterschätzen. Der Artikel wurde ja nicht von irgendeinem Autor geschrieben, sondern von einem der Herausgeber dieser Zeitung. Und auch Stauffenberg wird nicht von irgendeinem zweit Klassiegen Hollywoodneuling gespielt, sondern von Tom Cruise, der Mann der seit den Mission Impossible Filmen und auch seit der Diskussion um seine Person und Religion weltweit so bekannt ist, dass es erst diese Aufmerksamkeit schafft, den Film die Bedeutung zu bringen die er verdient.
In Deutschland wird denen die Direkten widerstand übten, sei es die Weiße Rose oder auch die Gruppe um Stauffenberg, viel zu wenig Platz und Achtung in der heutigen Gesellschaft eingeräumt. Natürlich gab es in der Vergangenheit viele Filme über das dritte Reich und sicher waren einige auch überflüssig da sie eine falsche Nachricht übermittelten. Vielleicht übermittelt sogar "Der Untergang" eine falsche Botschaft, nämlich die, dass es das Böse gibt und zuwenig die anthropologische Möglichkeit dieses Böse zu besiegen.

Alexander Döring

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03. September 2007 22:26

"Stauffenberg hätte Hitler ganz einfach mit seiner Pistole erschießen können"?

Wolfgang Kaiser (WolfgangKaiser)

Das ist ja ein interessanter Aspekt! Wie denn, mit nur einer verbliebenen Hand mit nur noch drei Finger? Und abgegebener Waffe im Führerbunker! Mit nur einem Auge, einen Hitler, der u.a. ständig eine Panzer-Weste trug, mitten im Kreise seiner treuesten Gefolgschaft!
Offenbar haben Sie, Herr Festge, auch nicht den blassesten Schimmer von der führenden Bedeutung des charismatischen Stauffenbergs für die militärische Widerstandsgruppe, sonst würden Sie hier nicht seinen Opfertod einfordern, den er selbst übrigens nie von sich abgewiesen hat!

Dass Sie sich bei Ihrer Bewertung offen auf die sog. Kaltenbrunner- Berichte an Bormann und Hitler berufen, spricht für sich und bedarf wirklich keines weiteren Kommentars!

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03. September 2007 03:36

Schindlers Liste war kein Problem!

A. Malliki (a.malliki)


Tom Cruise möchte gerne einen Oskar gewinnen! Spielberg schaffte es mit "Schindlers Liste". Warum soll das mit Stauffenberg nicht auch möglich sein.

Sonst belegt Hollywood die Nazischurken immer gerne mit deutschen Gesichtern, aber unseren angeblichen Volkshelden (in Naziuniform, der sich 1944 zum Widerstand entscheidet) darf nur ein Amerikaner spielen.

Dazu kommt eine Diskussion in Deutschland in gang, die sich mit der Religion oder Sekte des Schauspielers beschäftigt. Dieser soll sogar aufgrund seines Glaubens gar diese Rolle nicht bekommen.

Eine bessere Werbung kann dieser Film und Deutschland doch gar nicht bekommen.

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02. September 2007 21:46

Religiös ???

uwe gottwald (ugottwald)

"Es ist nicht richtig, nach den religiösen Überzeugungen eines Schauspielers zu fragen"

Dass die Gegen-Projektionen eines kleineren Herrenmenschenschauspielers (Scientologe) einen größeren (HITLER) zerstören mögen , wirft ja ein bezeichnendes Bild auf den bizarren Blick des Autors !

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02. September 2007 16:37

Hollywood leidet an Ideenlosigkeit

Kirstin Minge (KirstinMinge)

Positiv überrascht wäre ich von dem Film, wenn er sich nicht als überzogenes Stereotypen-Theater zeigt. Das der Film allerdings wirklich interessant wird, fällt mir schwer zu glauben. Dafür bin ich zu wenig überzeugt von den schauspielerischen Qualitäten des MIF-Agenten Tom Cruise. Aber wenn am Ende die Kinokassen klingeln, dann wird es international hoffentlich auch ein paar gute Deutsche im 3ten Reich gegeben haben. Dann gestalten sich meine Auslandsaufenthalte auch wieder etwas angenehmer.

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02. September 2007 14:54

Gartenzwerge im Bendlerblock

Bernd Löhr (tholomaz)

Gut, dasss sich eine gewichtige Stimme wie die des Autors zu dem Thema erhebt. Mal abgesehen davon, dass er verdeutlicht, wie mühselig und langwierig die Erkenntnisprozesse zum Geschehen um das das Dritte Reich sind, und wie weit man noch von einer ehrlichen
Subsumption und Wahrnehmung entfernt ist, zeigt Schirrmacher auch auf, wie verschwiemelt und verkrampft die politsche Klasse in Deutschland mit dem Phänomen des Hitlerismus umgeht. Er zeigt am Rande auch, was für schwache Charaktere an der Entscheidungsfindung in Sachen Dreharbeiten am Bendlerblock beteiligt waren.

Es freut mich, dass dem Projekt eine solche Perspektive zugebilligt wird. Mögen die teutonischen Gartenzwerge, die stets in vorauseilendem Gehorsam der jeweiligen vermuteten politisch korrekten Fassung hinterherlaufen, weiterhin dem Lichte ihrer Transfunzeln folgen; hoffentlich landen sie auf dem Komposthaufen der Geschichte.

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02. September 2007 14:44

staufenberg film, wir in ihren augen, f.schirrmacher, 01.09.07

alexander mamatis (alexmamatis)

wie wahr! der showbizfilm aus hollywood ist ein geschenk vom himmel.

auf allen kontinenten werden wegen tom cruise und bryan singer ab naechstem jahr zichmillionen erleben, wie der gute den boesen herrscher seines landes in die luft sprengen moechte. fuer die meist juengere generation der kino- und dvdzuschauer wird es evtl. nur beim abenteur bleiben. fuer einige wenige geschichtsbewusste koennte sich der blickwinkel auf die gruende des widerstands leicht verschieben.

es ist z. zt. jedoch unvorstellbar, dass das kapitel nazideutschland in englischen, franzoesischen, russischen, israelischen und anderen schulgeschichtsbuechern wegen staufenberg umgeschrieben wird.

anders in deutschland. dieses land ist m.e. das einzige auf dem planeten erde, das in vollen zuegen dabei ist, seine geschichte aus dem 20. jahrhundert durch eine bewaeltigungstherapie zu heilen. das ist schon ein geschichtlich einzigartiges ereignis.

ausreichend frischen stoff zur gegenwart und der bewaeltigung deutscher vergangenheit, ob nazihaft, religioes oder politisch gepraegt, liefern tom cruise, sein regisseur und scriptschreiber.

wird sie deutschland dafuer jemals dankbar auszeichnen? ja, nach vollzug der nazitherapie.

gr- alexander mamatis

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02. September 2007 14:42

Unsinn

Marc Müller (Krzyzak)

Es gibt schon mehrere Verfilmungen dieses 20. Juli. Wir müßten es eigentlich nicht nötig haben aus einem strahlenden Stern in dunkler Nacht ein Hollywood-Heldenepos zu machen.
Es war eine richtige Entscheidung Tom Cruise nicht im Bendlerblock drehen zu lassen.
Langsam habe ich genug von amerikanischen Regisseuren und Schauspielern, die aus jeder Geschichte einen Actionfilm machen wollen.
Wie nah dieser Film an der Realität sein wird, mag ich noch nicht zu beurteilen.
In diesem Artikel stimmt einzig und allein, daß dieser Film das Bild Deutschlands und des deutschen Widerstands in der englischsprachigen Welt prägen wird.
Und deshalb ist es mehr als fragwürdig, ob ein Mann wie Tom Cruise, der Mann aus Mission Impossible und Eyes Wide Shut der Richtige für die Rolle des Grafen Stauffenberg war.
Tom Cruise als Stauffenberg, das ist wie Mutter Theresa als Lady Di.


Marc Müller

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02. September 2007 14:36

Seltsam

Ludwig Wolff (taetervolk)

Die Argumentation geht jetzt also folgendermassen:
Cruise ist zwar ein übler Sektierer, aber jetzt wird er die Geschichte des Widerstands und ihres Helden in die Welt hinaustragen und das Bild Deutschlands zum Besseren ändern.
Das kommt mir bekannt vor. Kennen Sie den folgenden Spruch ?
Hitler war zwar ein übler Nazi, aber er hat ja die Autobahnen gebaut.

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02. September 2007 14:15

Nur ein Wort:

Wolfgang Kaiser (WolfgangKaiser)

SUPER!!!

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02. September 2007 13:51

Imagepflege

angela roberts (angero)

Dieses Focusieren auf das Ausland stört mich, auch wenn es der heute übliche Blick zu sein scheint, sich selber, also auch das eigenen Land als Produkt zu sehen, das man möglichst gut zu vermarkten hat - auch im Ausland. OK, dann denkt eben jeder Amerikaner - von denen angeblich ein nicht unerheblicher Teil sein eigenes Land auf der Landkarte ausmachen kann, also nicht auch weiß wo Deutschland liegt - dass bis 45 alle an Hitler geglaubt haben......
Was verändert sich in der Welt, wenn es nun etwa 4,345 % das nicht mehr denken, weil ihnen neue Klischees um die Ohren gehauen werden (auch selbst wenn nicht) und die deutsche Geschichte amerikanisch gelesen wird. Steigt dann die deutsche Marke um 0,00347 % im Weltansehen? Wie wer in dr Welt gesehen wird könnte auch (unter Berücksichtigung einiger Eckdaten im Zufallsgenerator erzeugt werden).
dieser Blick ist mit fremd. Einen differenzierten auf die deutsche Geschichte des Widerstandes fände ich durchaus begrüßenswert UND interessant, aber es ist ein anderer dran - wenn es denn der Vermarktung von dutschalnd und Scytology und.....wem auch immer dient.
Dabei könnte man ja eigentlich von Bryan Singer etwas Spannendes erwart

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02. September 2007 13:17

Wir in ihren Augen?

quirin macdonald (bigmac84)

Auf die Darstellungsweise eines Graf Stauffenberg durch einen zu Recht umstrittenen wie Valkyrie bin ich doch sehr gespannt. Wird doch Stauffenberg sowohl im Film als auch in ihrem Artikel als Held gefeiert, der die Betrachtungsweise der "neununneunzig Prozent" der Weltbevölkerung auf unser Land grundlegend ändern soll. Helden werden aber nicht nur aufgrund ihrer Taten zu jenen, sondern vor allem durch die Motive die zu solchen führen. Genau diese sind im Fall Stauffenberg aber mehr als fragwürdig. Briefe an seine Frau lassen erheblich Zweifel daran, ob sein Attentat sich gegen Hitlers menschenverachtendes Regime richtete oder ob Stauffenberg viel eher die Folgen der hereinbrechenden Offensive der Alliierten fürchtete. So schrieb er: "Die Bevölkerung [Polens] ist ein unglaublicher Pöbel, sehr viele Juden und sehr viel Mischvolk. Ein Volk, welches sich nur unter der Knute wohlfühlt. Die Tausenden von Gefangenen werden unserer Landwirtschaft recht gut tun."Ich bezweifle dass ein Mensch dieser Worte das Ansehen unseres Volkes im Ausland verbessern wird. Viel mehr fürchte ich eine verheernde Augenwischerei, die durch Artikel wie ihren verstärkt werden. Der "Gerechtigkeit Hollywoods" und des "Helden" Cruise sei Dank.

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02. September 2007 12:23

Geschichtsfetischismus

Dominik Mayer (dominikator)

Wer verfällt mehr dem Geschichtsfetischismus? Ein Hollywood-Produzent, der Geschichte zur unterhaltenden Fiktion macht? (Denn ein Dokumentarfilm ist das trotz allem sicherlich nicht, Herr Schirrmacher, auch wenn ihr Artikel fast den Eindruck erwecken mag!) Oder aber verfallen die Personen in Deutschland, die wegen der Sektenzugehörigkeit ("religiöse Überzeugung"? Vorsicht Herr Schirrmacher!) eines Schauspielers den Zutritt verwehren wollten, zu den wohl in ihren Augen geradezu sakrosankten historischen Orten.

Im Ergebnis kann ich aber nur zustimmen: Die Wirkung des Films im Ausland ist von größerer Bedeutung als dieses - ich möchte sagen typisch deutsche - Gekrittel um eine Drehgenehmigung. Insofern bedaure ich sehr, wenn im Ausland hier der Eindruck erweckt wurde, dass wir Dinge veweigern wollen. Aber das muss zwangsläufig so wirken und deshalb ist die mangelnde Weitsicht derer, die die Drehgenehmigung versagten, traurig.

Es gibt seit 9/11 einige amerikanische Bürger, die "Ground Zero" fetischartig betreuen und in einer tragischen Weise beehren. Wahrscheinlich gibt es in Deutschland viele Bürger, die es in gleich überzogener Weise mit Orten des Hitlerattentats tun. Und so verweigern wir anderen in der Tat die Wirklichkeit.

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02. September 2007 12:02

Dieser Artikel

Michael Menzel (Galenos)

Der Schlußsatz, der die Bedeutung der Drehverweigerung im Bendler Block ins Maßlose zerrt - "Verweigerung der Wirklichkeit" - zeigt die beliebig gesetzten Kriterien zur Beurteilung des im Werden begriffenen Films. Von allem etwas, - für alle etwas.

Wenn nicht einmal die Deutschen die Bedeutung des Geschehens und die Persönlichkeit Stauffenberg je in ihrer ganzen Tiefe begriffen haben, so werden es die die geschichtslosen Amerikaner erst recht nicht schaffen, ein Abbild der Wirklichkeit vor fast 70 Jahren zu illusionieren.

Herauskommen wird ein unwürdiger Reisser, den die Naiven konsumieren und mit dem Gefühl herauskommen werden, nun hätten sie endlich die Geschichte Deutschlands in ihrer ganzen Breite und Komplexität verstanden. Wieder eine gute Gelegenheit, "endlich mal mit der ganzen Sache abzuschließen" - und fertig.

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02. September 2007 11:46

Irak-Nein, WM 2006, Valkyrie ...

Sascha-Andre Liehr (sashandre)

Auf dem Weg zu einem umfassenden und entspannten
Selbstverständnis der Deutschen wird der Cruise-Film ein weiterer Meilenstein sein. Unabhängig von seiner tatsächlichen filmischen Qualität wird die Präsentation eines dt. Helden in Hollywood-Ästhetik ein weiteres Zeichen von internationaler Anerkennung des Widerstandes während der Nazi-Diktatur.
Der Film steht hierbei in einer Reihe von der in der Weltöffentlichkeit positiv gedeuteten
moralischen Haltungen & Deutschland Bilder. Die Ablehnung des Irak-Einsatzes, die fröhliche völkerverbindende Fußball-WM 2006 und nun die Komplettierung des Geschichtsbildes durch 'Valkyrie' wird das Bild der Deutschen im Innern wie Äußeren weiter normalisieren, ja aufwerten.

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02. September 2007 11:37

Gräin Dönhoff

Antje Gruen (Antje.Gruen)

Ich möchte hier an Gräfin Dönhoff erinnern. Ich kann mir vorstellen, daß auch Frau von Dönhoff sich zustimmend zu diesem Filmprojekt geäußert hätte. Viele ihrer Freunde waren gegen Hitler. Sie waren Helden. Wären sie doch nur erfolgreich gewesen, Hitlers Tod hätte vieles gerettet.

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02. September 2007 11:27

Stefan George

Peter Arbogast (petarbo)

Und was ist mit Stauffenbergs Stefan-George-Vergangenheit? Wird sie in dem Film auch erwähnt werden?

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02. September 2007 10:55

Filmverbot im Bendlerblock

christian van den bos (cvdb)

Nachdem nun ersichtlich ist, dass hier ein Film entsteht, der eine Botschaft im ureigensten Interesse Deutschlands transportieren kann, waere es an der Zeit, die Entscheidung zur Filmerlaubnis bzw. deren Verweigerung zu korrigieren.
Dies waere ein Zeichen von Lernfaehigkeit und Flexibilitaet.
MFG,
Christian van den Bos

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02. September 2007 10:38

Stauufenberg-Film

Rainer Thesen (RainerThesen)

Im Zweifel gewinnt in deutschland immer die bürokratische Mittelmäßigkeit die Oberhand. Man ziehe einmal den Vergleich zwischen Jung und Henckell von Donnersmarck. Von stauffenberg erst gar nicht zu reden. Trösten wir uns: Ob man das Innere des Bendlerblocks nachbauen muß oder nicht, wird man am Endergebnis nicht merken. Eins aber ist sicher: Sollte der Film halbwegs gut ausfallen, dann werden auch die Leute, die keine Drehgenehmigung im bendlerblock gegeben haben, den Film loben und sagen, sie hätten das schon von Anfang an gewußt.

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02. September 2007 10:23

Stauffenberg-Film

Dieter Erkelenz (d.erkelenz)

Bei solchen euphorisch geschriebenen Artikeln werde
ich immer mißtrauisch. Aber warten wir den Film ab.
Dieter Erkelenz

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02. September 2007 00:02

Es ist aber viel einfacher

Uwe Kleinschmidt (ruebergemacht)

in den Tenor einiger Medien und gewollter Meinungsmacher zu verfallen. Und sobald es genuegend sagen, ist es dann wohl wahr, dass eine Scientology Juenger die Figur Stauffenberg nicht spielen kann, so als ob dies Tom Cruises Hauptmerkmal ist, und dasjenige, warum ihn alle kennen/bewundern/ablehnen. Aber lassen Sie uns einfach abwarten und den Film anschauen. Vielleicht faellt dann dem einen oder anderen auf, dass man Augen von aussen braucht, um sich selbst zu erkennen, vielleicht bedauert man dann das Drehverbot am Bendler-Block, vielleicht werden wir aber konstatieren, dass alle Vorurteile rechtens waren. Schauen wir uns den Film an und reden dann weiter.

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01. September 2007 23:12

wir in ihren Augen

Karsten-Hinrich Festge (Festge)

Ich, Jahrgang 1936, halte Churchils Urteil über die Attentäter des 20.Juli -"AUROTTUNGSKÄMPFE INNERHALB DER DEUTSCHEN FÜHRUNG"- für durchaus zutreffend.- Die beteiligten Offiziere- wahrscheinlich nicht die Zivilisten wie der Leipziger OB Goerdeler-hatten keineswegs DEMOKRATIE im Sinn, vielmehr ein "besseres" 3.Reich ohne Hitler mit ihnen selbst als Führungspersonal.- Graf Schenk v.Stauffenberg hätte unschwer Hitler in der WOLFSSCHANZE mit seiner Dienstpistole erschießen können. Stattdessen deponierte er eine Bombe, die unschuldige Offiziere zerriß, nicht aber den FÜHRER!- Der Mann wollte nämlich selbst nach geglücktem Attentat an der neu gewonnenen NS-Macht teilnehmen.Er hat daraus nie ein Hehl gemacht.Lesen Sie dazu die sog.Kaltenbrunner- Berichte an Bormann und Hitler über das Attentat vom 20.Juli 1944 des Reichssicherheitshauptamts.Die sind vollkommen "ungeschminkt" , will heißen, sie führten dem Regime den innenpolitischen Ernst der Lage deutlich vor Augen-eine sehr mutige Leistung.-
Ich kann freilich nach alledem nicht verstehen, wie es Graf Stauffenberg in der BRD sozusagen zur "Ehre der Altäre" geschafft hat. .Dieser Mann war in meinen Augen ein machtgieriger FEIGLING und kein Held.-
FESTGE

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01. September 2007 23:12

Hat es Stauffenberg verdient, neu justiert ...

wolf haupricht (emilgilels)

......zu werden?
Haben ein Schauspieler und die Regie das Recht, Stauffenberg so darzustellen, dass ihm ein Leben eingehaucht wird, was dem Original nicht, aber den heutigen Vorstellungen einer Botschaft von Heldentum entsprechen soll?
Eigentlich eine nicht lösbare Aufgabe.
Es hat den Anschein, dass St. missbraucht werden kann, um T. Cruise weiter nach vorn zu bringen und die Kassen zu füllen.
Die Zeit des Krieges, der Irrungen und der Nöte von Menschen ist nicht geeignet, nach mehr als 2 Generationen zum Spielball einer Vermarktung zu werden.
Und es geht offensichtlich nur ums Geschäft und um Werbung, um diesem historischen Ereignis ideellen Schaden zuzufügen.
Wäre Amerika wesentlich früher auf die Idee gekommen, ein derart wichtiges Geschehen zu verfilmen, könnte ich die Angelegenheit anders beurteilen.
So bleibt ein nicht angenehmer Nachgeschmack.

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01. September 2007 23:11

Da kann man mal sehen...

R Rossi (suchtdasglueck)

Das letzte mal habe ich an dieser stelle über Cruise gewettert und jetzt frage ich mich, ob wir dem Team nicht alle erdenklich mögliche Unterstützung zukommen lassen sollte. Ich bitte die FAZ daher in Zukunft gleich mal eine differenziertere Betrachtung zu bringen und grüble jetzt noch ein wenig vor mich hin....

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01. September 2007 22:29

Tom Cruise-Staufenberg und wir

Dirk R Bode (Patou)

Valkyrie wird das Bild von Deutschland in der Welt prägen. Nun, dass zu glauben, fällt nicht schwer. Auch zu glauben, dass ein Schauspieler vom Format eines Tom Cruise dem Grafen Klaus Schenck von Staufffenberg ein Gesicht verleihen wird, das die Welt sich merken wird, ist schon fast eine Gewissheit. Nur, dieser Stauffenberg wird eine Dimension haben, die leider die Deutschen nicht besitzen. Das einzig deshalb, weil die Hauptakteure und der Autor AMERIKANER sind. Diese Dimension hat etwas mit dem "universal human approach" zu tun, den ein Streifen aus Hollywood nun einmal grundsätzlich haben muss, um international sein Publikum zu finden. Dass gilt in Deutschland als höchst suspekt. Es ist einfach der Unterscheid zwischen Shakespeare und Goethe. Den ersteren versteht die Welt und der zweitere ist ein deutsches Missverständnis. Gut, dass die Amerikaner sich des Stoffes angenommen haben. So können die Deutschen in der Welt Eindruck machen, und hoffentlich merkt die Welt nicht, wie wenig Helden wie Stauffenberg in Deutschland populär sind. In Deutschland ist Stauffenberg unpopulär, egal was unsere Sonntagsredner sagen. Aber auch das könnte Cruise positiv beeinflussen. Bei unserer Schulmeisterpresse ist das aber unwahrscheinlich.

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01. September 2007 21:13

Fehlinterpretationen

Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)

Tom Cruise ist nicht der erste, der von der deutschen Presse verteufelt wurde, ehe er überhaupt Gelegenheit hatte, zu zeigen was er kann. Wenn dieser Film es fertig bringt, die im Ausland existierenden Fehlurteile über die Deutschen von damals und heute zu korrigieren, so sollten wir die letzten sein, daran herumzumäkeln.

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