...(auch wenn Ihre Umgangsformen stark zu wünschen übrig lassen) um uns allen klarzustellen was gut, richtig, interessant und wichtig ist.
Der Dank aller, die uns immer noch glauben machen wollen, dass Hollywood Fakten wiedergibt und sich Geschichte nicht zum Zwecke des simplen Gelderwerbs zurechtbiegt, wird ihnen ewig nachschleichen.
man kann natürlich der meinung sein, dass wir es nötig haben ausgerechnet das amerikanische kino zum leumund zu machen, das jahrzehntelang ds klischee des kruden deutschen gepflegt und aufrechterhalten hat.
klar, warum soll auch nicht dazu noch ein schauspieler, dessen lebensbewältigung durch eine antidemokratische sekte gemanagt wird dann zentrale figur eines komplizierten kapitels der deutschen geschichte werden- wenn man meint, dass das zielführend und sinnvoll ist, dann bitte, nur zu.
Was mir unverständlich ist, wieso das auch nur ein kleines fitzelchen das bild der deutschen in der welt - wenn man es denn als notwendig ansieht (finde es nicht unbedingt) - verbessern soll. das konnte mir noch niemand plausibel erklären.
@Reinhard Rupsch
Wenn Stauffenberg dieses Deutschland von heute sehen würde, würde er sich im Grabe umdrehen oder eine größere Bombe basteln, wenn er von den Toten wiederauferstehen würde.
Wenn schon jemand einen Film machen will der unser angekratztes Image aufbessern will, dann sollten wir auch bestmöglichst dabei unterstützen.
Wer denn Film nicht sehen will, braucht es auch nicht. Das ist ein freies Land! Ich werde ihn auf jeden Fall anschaun.
Ob Du den Film sehen wirst oder nicht, ist völlig wurscht und interessiert auch keinen. Entscheidend ist, daß ihn Millionen andere Zuschauer sehen werden, und viele zum ersten Mal von dieser Geschichte erfahren werden. Und das ist gut.
Sehr gut!
Dennoch bleibt ein Beigeschmack. Unser linksliberales Establishment hatte schon immer ein ambivalentes Verhältnis zum deutschen Widerstand. Leider gab es nämlich offenbar doch Deutsche, die nicht nur den Mund aufgemacht haben, sondern sogar ihr Leben riskiert haben. Sehr schade, weil das der staatlich gehätschelten "alle Deutschen waren Täter"-Theorie widerspricht. Schade auch, dass der Widerstand ausgerechnet aus der Wehrmacht kam, wo wir doch von Herrn Reemtsma gelernt haben, dass in der Wehrmacht nur Verbrecher waren. Und noch schader, dass es der Adel und das Bürgertum war, das den Dolch gezückt hat. Herr Gördeler war eben leider kein guter kommunistischer Arbeiter, und Herr von Moltke dummerweise ein böser Junker.
Der deutsche Widerstand passt also leider nicht ins linke Weltbild, und man hätte ihn am liebsten deshalb ganz vergessen, wenn nicht eines Tages ein Regisseur aus Hollywood darauf gekommen wäre, dass Graf Stauffenberg (und dahinter die mystische Gestalt von Stefan George! "Der Fürst des Geziefers verbreitet sein Reich...") zu den faszinierendsten und schillernsten Persönlichkeiten des 20. Jh. zu zählen sein könnte.
Dumm gelaufen für unsere politisch-korrekten Meinungsmacher!
Es begann als Routinefilm und wurde etwas anderes:
Nach allem, was man von den Machern dieses Filmes hört, scheint dieses Projekt den Rahmen üblicher Hollywood-Nazi-Schinken zu sprengen. Man bemüht sich um Hintergrundwissen und Authentizität.
Damit sollte auch der Weg frei sein für einen Dreh am Bendlerblock.
Zumal die geplante Schlußsequenz das heutige Berlin zeigen soll - mit dem Kommentar: Dies ist das Deutschland, für das Stauffenberg sich geopfert hat.
Was wollen wir mehr?
Reinhard Rupsch
Ich finde es richtig, einem ambitionierten Film die Authentizität zu ermöglichen, die er verdient. Ich verfolge die Debatte in dieser Zeitung über dieses Thema seit längerem. Die Argumente der Fürsprecher haben mich von Beginn an überzeugt. Schön, dass man nun auch in der Politik zu Vernunft gekommen ist.
Wir Deutsche sind ehrlos geworden. Wir verkaufen unsere Würde und unsere Vergangenheit an Scientologen und ihre Handlanger. Es packt uns kein Zorn wenn sich jemand an den wenigen vergreift die im Kampf gegen eine absolute Diktatur ihr Leben gaben. Heute wird klar - wir waren dieses Opfer nicht wert. Neben dem judikativ unterstützten Wiederaufkeimen des Nationalsozialismus haben wir es nicht verstanden das Andenken von Helden wie Stauffenberg zu schützen. Es bleibt dabei: Ich werde diesen Film nicht sehen.