Stauffenberg-Film

Cruise darf doch im Bendlerblock drehen

Gute Nachricht für Tom Cruise - hier beim Dreh in Berlin

Gute Nachricht für Tom Cruise - hier beim Dreh in Berlin

14. September 2007 Das Verteidigungsministerium hat bestätigt, dass Hollywoodstar Tom Cruise nun doch im Bendlerblock Szenen für seinen Stauffenberg-Film drehen darf. Der Co-Produzent Christopher McQuarrie habe in einem Schreiben an Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) die Planungen für den Film erläutert, teilte Jungs Sprecher Thomas Raabe am Freitag in Berlin mit.

An diesem Freitag morgen hatte, wie Raabe gegenüber FAZ.NET erklärte, eine Begehung des Bendlerblocks stattgefunden, an der sich Vertreter der Produktionsfirma und des Verteidigungsministeriums wie auch der Regierungssprecher und der Leiter der Gedänkstätte deutscher Widerstand beteiligt hätten; letztere hat als Mieter ihren Sitz im Bendlerblock. Man gehe nun davon aus, dass einzelne Szenen nun dort gedreht würden, allerdings nicht alles so umgesetzt werden könne, wie sich die Produzenten dies wünschten; so sollten keine Hakenkreuze im Bendlerblock angebracht werden.

Der Bendlerblock öffnet Cruise die Türen

Der Bendlerblock öffnet Cruise die Türen

Raabe spricht von einerm „dynamischen Prozess“ der Abstimmung, man bleibe weiter im Gespräch. Seinen Angaben zufolge sieht die Bundeswehr nun ihr Traditionsverständnis nach der Hinrichtung der Widerstandskämpfer um Stauffenberg im Hof des Bendlerblocks 1944 durch den Film gewahrt. So solle es einen Spannungsbogen zum demokratischen Deutschland geben als Signal, dass die Barbarei nicht gesiegt habe.

„Es geht ausschließlich um den Ort“

Die Tatsache, dass Cruise Scientology-Mitglied sei, hat demnach weder bei der zunächst verweigerten Drehgenehmigung noch bei der revidierten Entscheidung eine Rolle gespielt. Dies sei „von uns nicht in die Debatte eingeführt worden“, so der Sprecher zu FAZ.NET: „Es ging uns ausschließlich um den Ort und um den Umgang mit diesem Ort.“

Im Bendlerblock hatte der deutsche Widerstandskämpfer Claus Schenk Graf von Stauffenberg sein Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 geplant. Im Hof des Komplexes waren Stauffenberg und mehrere Mitverschwörer nach dem gescheiterten Attentat hingerichtet worden. Heute nutzt das Bundesverteidigungsministerium das Gebäude. Eine Gedenkstätte erinnert dort an den deutschen Widerstand.

Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, sollen im Bendlerblock eine Tages- und drei Nachtszenen spielen. Zunächst würden Truppen der Verschwörer den früheren Sitz der Wehrmacht umstellen, dann werde er von Hitlertreuen gestürmt. Schließlich werden Stauffenberg (Cruise) und drei Mitverschwörer im Hof erschossen. Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand im Bendlerblock werde die Dreharbeiten begleiten.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP, ddp

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