01. März 2007 In den Vereinigten Staaten gibt es einem Zeitungsbericht zufolge Pläne für ein Remake des deutschen Oscar-Gewinners Das Leben der Anderen. Wir möchten einfach furchtbar gern, dass dieser Film mehr Menschen erreichen kann, begründete Regisseur Sydney Pollack laut dem Branchenblatt Daily Variety (Donnerstagausgabe) die Idee, das Stasi-Drama noch einmal auf englisch zu drehen. Außer Pollack seien an dem Projekt auch die früheren Chefs des Hollywood-Studios Miramax, Bob und Harvey Weinstein, sowie Regisseur Anthony Minghella beteiligt.
Der Debütfilm des 33-jährigen Regisseurs Florian Henckel von Donnersmarck hatte bei der Verleihung der Academy Awards am Sonntag den Oscar als bester nicht-englischsprachiger Film gewonnen. Die vier Hollywood-Größen seien in Verhandlungen mit von Donnersmarck über das Projekt, schrieb Daily Variety. Wir haben noch keine feste Vereinbarung geschlossen, aber wir arbeiten hart daran, sagte Pollack dem Blatt. Inwieweit von Donnersmarck an dem Remake beteiligt sein werde, blieb zunächst offen. Sein Management wollte den Bericht weder bestätigen noch dementieren.
Als nächstes ein Erotikthriller
Der Oscar-Gewinner war am Mittwochabend nach Deutschland zurückgekehrt. Begeistert berichtete er Journalisten nach der Landung in Berlin von seinen Erfahrungen rund um die Preisverleihung. Ich merke international, was für eine gute Stimmung für den deutschen Film da ist. Man fühlt sich wohl als deutscher Filmemacher im Ausland. Von Donnersmarck bekräftigte, er habe den Preis für Deutschland gewonnen. Nun fehle nur noch die Fußball-WM: Handball-Weltmeister sind wir schon, Papst sind wir schon, Oscar sind wir schon. Er freue sich auf sein neues Projekt - einen Erotikthriller. Überdies wolle er sich wieder mehr um Frau und Kinder kümmern. Im Juli stehe die Geburt des dritten Kindes bevor.
Das Leben der Anderen ist in Amerika bislang nur in eine begrenzte Zahl von Kinos gekommen und hat dort in den ersten drei Wochen seit seinem Start 1,3 Millionen Dollar eingespielt. Die Remake-Interessenten Pollack und Minghella haben beide bereits selbst Oscars für ihre Regie-Arbeit erhalten: Pollack für Jenseits von Afrika (1986) und Minghella für Der englische Patient (1996).
Text: Reuters
Bildmaterial: Cinetext/Omega