12. Dezember 2006 In Liebe braucht keine Ferien tauschen Cameron Diaz und Kate Winslet ihre Wohnungen. Außerdem von Donnerstag an im Kino: Mel Gibsons Historienblutbad, Robert Stadlober als Peer Gynt und Türken im Weltall.
Liebe braucht keine Ferien
Komödie, Vereinigte Staaten 2006.
Die amerikanerische Filmproduzentin Amanda (Cameron Diaz) und die britische Journalistin Iris (Kate Winslet) haben ihr Leben und die Männer satt. Sie tauschen ihre Wohnungen, Los Angeles gegen London, und dann lernen sie natürlich gleich wieder Männer (Jack Black und Jude Law) kennen, mit denen es läuft. Die romantische Komödie von Regisseurin Nancy Meyer (Was das Herz begehrt) spielt passenderweise in der Weihnachtszeit und beschreibt das Leben von vier Großstadtsingles, die über Umwege zu ihrer Liebe finden.
Apocalypto
Action, Vereinigte Staaten 2006.
In seiner neuesten Regiearbeit hat sich Oscar-Preisträger Mel Gibson (Die Passion Christi) ins 15. Jahrhundert zurückbegeben und zeigt die Welt der Mayas, die vor der Invasion der Spanier in idyllischem Frieden in Mittelamerika leben. Im Dschungel von Yucatan wird Mayathan gesprochen, das dem Kinozuschauer mit Untertiteln verständlich gemacht wird.
Die Harmonie der Mayas hat ein jähes Ende, als die Eindringlinge auftauchen. Gibson macht aus dem Untergang der friedlichen Welt ein gewalttätiges Spektakel: Köpfe rollen, Blut fließt in Strömen und religiöse Elemente mischen sich mit Szenen extremer Schlachten. Dabei stützt er sich auf vage historische Rekonstruktionen. Daß beispielsweise eine Sonnenfinsternis Hysterie auslöst, ist unwahrscheinlich, da die Mayas eine Menge von Astronomie verstanden.
Peer Gynt
Drama, Deutschland 2006.
Fernsehfilmregisseur Uwe Janson bringt mit Hendrik Ibsens Peer Gynt nach Wedekinds Lulu in diesem Jahr die zweite Literaturverfilmung auf die Leinwand. Als Peer Gynt ist Jungschauspieler Robert Stadlober (Crazy) zu sehen. Außerdem hat Janson Karoline Herfurth (Das Parfum) und Ulrich Mühe (Das Leben der Anderen) engagiert.
Der hübsche Bauernjunge Peer Gynt zeichnet sich durch reiche Fantasie und unbändigen Tatendrang aus. Der junge Mann auf dem Weg zur Selbstfindung verführt die Braut eines anderen, baut seiner Geliebten Solveig eine Waldhütte und zieht aus, um ein Kaiserreich zu gründen. Erst bei seiner Rückkehr als alter Mann erkennt er sich selbst.
DKAO - Türken im Weltall
Komödie, Türkei 2006.
Der Film DKAO - Türken im Weltall vom türkischen Regisseur Kartal Tibet spielt im Jahr 2055. Kriminelle Gangs, schwache Könige und dominante Königinnen beherrschen das Weltall. Die interplanetarische Orion-Union ist nicht in der Lage, die Probleme zu lösen.
Türken im Weltall ist eine technisch aufwendige Fortsetzung der vor 25 Jahren herausgekommenen Trashkomödie Der Mann, der die Welt rettete von Cetin Inanc, die inzwischen Kultstatus erreicht hat. Auch der Hauptdarsteller von 1982, Cüneyt Arkin, ist wieder mit von der Partie.
Enzo Ferrari
Drama, Italien / Deutschland 2002.
Der italienische Regisseur Carlo Carlei zeichnet ein detailliertes Bild vom Leben des Firmengründers Enzo Ferrari (Sergio Castellitto). Ein Interview mit dem alten Commendatore knüpft den roten Faden durch den Film, an dem in Rückblenden wichtige Ereignisse im Leben des Ex-Rennfahrers und Autofabrikanten aufgehängt sind.
Über geschäftliche Erfolge erzählt der greise Ferrari ebenso ausführlich und freimütig wie über seine Ehen. Vor allem aber sein erster Sohn Dino, dessen frühen Tod Ferrari er nie verwunden hat, spielt eine wichtige Rolle. Bis zu seinem eigenen Tod besucht er täglich das Grab.
Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter
Fantasy, Vereinigte Staaten 2006.
Christopher Paolinis Romandebüt Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter war auf Anhieb ein Bestseller. Nun machte Stefen Fangmeier aus der Romanvorlage sein Kinodebüt als Regisseur. Als Spezialist für visuelle Effekte ist er bereits mehrfach für den Oscar nominiert worden.
Eragon (Ed Speleers) stößt im Wald auf einen blau leuchtenden Stein, ein Drachenei. Daraus entschlüpft Saphira, deren Freundschaft für Eragon lebenswichtig wird. Denn der schreckliche König Galbatorix (John Malkovich) tötet Eragons Familie und macht auch Jagd auf ihn selbst. Mit Saphira und dem Erzähler Brom (Oscar-Preisträger Jeremy Irons) macht sich Eragon auf die Suche nach den Mördern und erfährt dabei das Geheimnis der Drachenreiter.
Looking for Cheyenne
Drama, Frankreich 2005.
In ihrem ersten Kinofilm erzählt die französische Regisseurin Valerie Minetto die Geschichte von zwei Frauen, die nicht miteinander, aber auch nicht ohne die jeweils andere leben wollen und können.
Cheyenne (Mila Dekker), die als Journalistin keinen Job findet, wird zur Aussteigerin und verläßt ihre Freundin, die Lehrerin Sonia (Aurélia Petit). Cheyenne verweigert sich fortan dem bürgerlichen Leben und verzichtet auf Strom und fließendes Wasser. Für Sonia ist diese Lebensform undenkbar.
Mondscheinkinder
Drama, Deutschland 2006.
Die Regisseurin Manuela Stacke nimmt sich in ihrem Spielfilmdebüt der Mondscheinkrankheit an. Der kleine Paul (Lucas Calmus) muß das Sonnenlicht gänzlich meiden, denn er leidet an dem seltenen Gendefekt, der früh zum Tod führt.
Nur bei Dunkelheit darf der 5jährige das Haus verlassen, tagsüber muß er im abgedunkelten Zimmer bleiben. Seine Schwester Lisa (Leonie Krahl) versucht mit Zärtlichkeit und Fantasie, ihrem kleinen Bruder beizustehen, während sich die Mutter Irmi (Renate Krößner) völlig überfordert fühlt.
Oh je, Du Fröhliche!
Komödie, Vereinigte Staaten 2006.
Weihnachten haben sie sich vollkommen anders vorgestellt. Ausgerechnet am Heiligen Abend bleibt eine Handvoll Scheidungskinder wegen Schneechaos am Flughafen stecken. Sie alle sind auf dem Weg, die Feiertage bei dem Besuchs-Elternteil zu verbringen.
Die Kinder machen aus der Not eine Tugend und tun sich zusammen, um sich gemeinsam durchzuschlagen. Regisseur Paul Feig läßt sie auf eigene Faust eine Reihe von Abenteuern antreten und dem Flughafenpersonal den letzten Nerv rauben.
Shinobi
Historienfilm, Japan 2005.
In Japan wurden im Mittelalter die japanischen Ninja-Kämpfer der schwer zugänglichen Iga- und Kouga-Regionen als Shinobi bezeichnet. Die Überlieferung ihrer mysteriösen Techniken des lautlosen Tötens läßt sie heute fast als übernatürlich agierende Wesen erscheinen.
Gennosuke und Oboro, die heimlich verliebten Enkel der verfeindeten Ninja-Clanoberhäupter der Iga und Kouga, werden zu Anführern der Kampftruppen ernannt, die gegeneinander antreten sollen. Die zum Scheitern verurteilte Liaison zeigt, daß der einzige Lebenszweck das Kämpfen ist.
American Hardcore
Dokumentarfilm, Vereinigte Staaten 2006.
Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre gab es in Amerika die ersten Versuche einer harten unmelodischen Musik für jugendliche Fans, denen alle Arten der Rockmusik immer noch nicht kompromißlos genug waren. Im konservativen Amerika unter Präsident Ronald Reagan suchten sie nach Alternativen, und die boten die Anfänge des Punk mit Bands wie den Dead Kennedys oder den Bad Brains.
Die American Hardcore-Bewegung blieb nicht auf die Musik beschränkt, auch andere Bereiche der Gesellschaft wurden von ihr beeinflußt. Drehbuchautor Steven Blush gibt einen Überblick über die Szene um die rund 50 Bands. Regisseur Paul Rachman hat mit Videomaterial und Interviews eine laute Dokumentation zusammengestellt.
Text: @aper mit Material der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, Ap und dpa
Bildmaterial: ddp, dpa, Globus Film/Cinetext, Kinostar/Cinetext, Maxximum/Cinetext, Neue Visionen/Cinetext, Pro-Fun Media/Cinetext, REUTERS, Salzgeber/Cinetext