Gerichtsurteil

Studenten scheitern mit „Borat“-Klage

Erst auf dem Weg nach Malibu und dann zum Gericht: „Borat”

Erst auf dem Weg nach Malibu und dann zum Gericht: „Borat”

12. Dezember 2006 Die Klage zweier amerikanischer Studenten gegen den Kinofilm „Borat“ ist gescheitert. Ein Gericht in Los Angeles lehnte es ab, den Verkauf der DVD zu stoppen und eine Szene aus dem Film schneiden zu lassen. Die beiden Studenten aus dem amerikanischen Bundesstaat South Carolina hatten erklärt, sie seien mit Tricks zur Mitwirkung an dem Streifen überredet worden. Der Filmemacher und britische Komödiant Sacha Baron Cohen habe sie absichtlich betrunken gemacht, um ihre Unterschrift für die Einverständniserklärung zu bekommen.

Amerikanischen Zeitungsberichten zufolge, sah Richter Joseph Biderman die Standards für eine Einstweilige Verfügung nicht erfüllt. Biderman hatte auch erklärt, er habe in dem Film keine stolpernden oder lallenden Menschen gesehen. Zudem hätten die Studenten nicht nachweisen können, daß der ihnen entstandene Schaden nicht auch durch Geld wieder gutgemacht werden könne. Über eine gesonderte Klage auf Schadenersatz muß noch entschieden werden.

„Borat“ ist erfolgreich in Nordamerika

Die beiden Studenten sind in einer Szene zu sehen, in der sie sich mit Cohen und einem weiteren Mann ein Sexvideo von Pamela Anderson anschauen. Dabei machen sie frauenfeindliche und rassistische Bemerkungen. Der dritte Mann hatte sich der Klage nicht angeschlossen. Der Rechtsanwalt des verklagten Studios 20th Century Fox, Louis Petrich, äußerte sich einem Internetdienst zufolge zufrieden über die Entscheidung. „Das entspricht all den Zweifeln, die der Richter während der Anhörung hatte“, sagte der Anwalt. Richter Biderman hatte erklärt, er habe in dem Film keine stolpernden oder lallenden Menschen gesehen.

Gegen „Borat“ laufen in den Vereinigten Staaten noch weitere Klagen. So fühlen sich auch drei rumänische Dorfbewohner von den Filmemachern verunglimpft. An den Kinokassen ist die Satire dagegen nach wie vor ein Hit. Der Film, der die Vorurteile der Amerikaner entblößen soll, spielte bisher in Nordamerika 120 Millionen Dollar (rund 90 Millionen Euro) ein.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: 20th Century Fox/Cinetext

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