
Dem Grundtenor des Donnersmark kann nur uneingeschränkt beigepflichtet werden: Die Rolle des Widerstands gegen das Naziregime ist trotz aller in der Bundesrepublik gepflegten "Heiligsprechung" der Protagonisten Stauffenberg und Scholl nach wie vor durch einen Erinnerungs-und Bewußtseinssumpf getrübt; die noch lebenden Zeitgenossen der "Endsiegjahre" , zu denen bis heute prominenteste Meinungsführer der Nachkriegszeit gehören, wissen nur ganz alleine im inneren, ob nicht auch sie damals die leider gescheiterte "ganz kleine Clique" (O-Ton Hitler) als Staatsverräter verachtet und die Stand"rechts" Erschießungen guthießen. Vor dieser Wahrheit und damit "Götterdämmerung" des deutschen Volkscharakters zu einem entscheidenden Zeitpunkt seiner Geschichte, haben genau diese Leute nach wie vor Angst, daß sie durch einen unerschrockenen Produzenten und einen überragenden Schauspieler in einem internationalen Film aufgedeckt werden könnte. Für dieses Ziel ist jedes Mittel recht: Hetze gegen eine dämonisierte (unarische?) Glaubensgemeinschaft und einen ihrer weltweit als Künstler anerkannten Vertreter, um vom eigentlichen Thema abzulenken. Tom Cruise und Scientologie muß man nicht lieben, dem Film "Walküre" gleichwohl die Chance geben.

Es ist wie Hubbard offen bekannte, eine geniale, Geschäftsidee. Perfide und ausbeuterisch, zugunsten einer Kaste von Salesmen und Abzockern.

...mein Gott! Sie haben sich selbst disqualifiziert, wenn Sie Tom Cruise als Superstar bezeichnen, dessen Glanz für Deutschlands Ansehen wertvoller wäre als eine Fußball-WM (was diese für den guten Ruf der BRD auch nicht langfristig sein kann). Tom Cruise ist ein mittelmäßiger Akteur, mehr nicht. - Vielleicht sollte er sich in seiner missionarischen Einfalt einen anderen, auf ihn besser passenden „großen" Deutschen zum Thema nehmen: Dr. Josef Goebbels.

Ich kann v. Donnersmarck, Schlöndorff u.a. nur zustimmen. Hier handelt es sich um eine Posse peinlichster Art. Wie kann ein Mensch von Geist es als "würdelos“ bezeichnen, wenn jemand versucht, objektiv und neutral, eine historisch wichtige Person darzustellen. Mag sie auch wertvolles vollbracht haben, so muss im Sinne einer objektiven Geschichtsschreibung die Gesamtperson betrachtet und dürfen "glanzlose" Dinge, wie Stauffenberg's Äußerungen über Polen nicht verschwiegen werden. Alles andere wäre Geschichtsklitterung.
Peinlich, und schädlich für das Bild Deutschlands im Ausland, ist die diskriminierende, kleinkarierte und unoffene Art, bedauerlicherweise auch von offizieller Seite, auf Cruise's Glauben zu reagieren. Wie kann man davon auf seine schauspielerische Fähigkeiten schließen? Das erinnert an Zeiten in Deutschland, in denen Menschen aufgrund ihrer Glaubensrichtung verfolgt wurden. Die gleiche Grundhaltung steckt dahinter, wenn eine Person wegen Glaubensüberzeugen diffamiert und die Drehgenehmigung an Standorten davon abhängig gemacht wird.
Das ist nicht mehr nur eine peinliche Posse, das ist erschütternd und tieftraurig. Ich schäme mich als derzeit im Ausland lebende Deutsche dafür. Ich bitte um Veröffentlichung.

... ist eine gemeinschfatliche Form des Denkens und Glaubens die auf ein anderes Leben, auf eine göttliche Person (Gott, Allah, Jahwe, Manitu) zielgerichtet ist und eine personale Verantwortung gegenüber dieser Authorität un´d seinen Mitmenschen erkennt.
Scientology nennt sich Kirche, ist jedoch keine Religion. Kirche ist kein geschützter Begriff, so hätte sich auch die SS nennen können. Himmler sah es auch so und hätte er Zeit gehabt, wäre er auf Hubbards geniale Idee auch noch verfallen.

kommt weder zu einer Wahlkampfveranstaltung noch zu einer Propagandashow für Scientology (eine Organisation,die ich auch ablehne) nach Deutschland-
Wenn das so wäre,dürfte man dies untersagen !
Nein-er soll (im Auftrag einer Produktionsfirma)lediglich einen Film drehen.
Ob Cruise (auch hier bin ich kein Fan) ein guter Schauspieler ist,ob Hollywood über deutsche Geschichte drehen darf (ja-das dürfen sie,so wie die Franzosen auch über Geschehnisse in den USA drehen dürfen und eine -unsägliche- türkische Prduktion über den Irak gemacht werden durfte),ob eine kontroverse deutsche Geschichtsperson von einem bestimmten ("auch noch ausländischen") Schauspieler gespielt werden darf -
all das steht gar nicht zur Debatte ;denn das ist -ja- künstlerische Freiheit und wird an der Kasse entschieden.
Angesagt ist vielmehr, die eigenen , aktiven
Verführer und Demagogen- die über dies noch in den Institutionen sitzen (wie zB Herrn Lafontaine ) zu entzaubern und auch die eigenen Helden in ihrer ganzen Umgebung zu betrachten.

Die erste Seite des Feuilletons und dann die ganze Seite, und was sagt die Redaktion - oder geht so ein Beitrag ohne Redaktion in den Druck und in die Haushalte?
Als Enkelin zweier Wiederstandskämpfer, der eine hingerichtet am 8. September 44, der andere von der roten Armee aus dem Gefängniss in der Lehrter Strasse befreit, bin ich angewiedert, erschrocken und zutiefst verärgert über den zeitgeitig-ironischen und doch sich selbst mit den Helden in Verbindung bringenden Ton des Regisseurs v. Donnersmark. Einige Jahre vor v.D. geboren habe ich die Rezeption dieses Geschenhens seit den 60-ger Jahren mitbekommen. Ich bin entsetzt über das stolze ausbreiten kindlichen Fehlverhaltens, als wäre es noch heute die passende Antwort. Dieser Ton und diese Haltung diskreditieren v.D. solch einen Artikel zu schreiben.

CHAPEAU - mehr fällt mir zu dieser Diskussion nicht ein, ausser, dass ich mir eingebildet hatte, dass die Deutschen inzwischen mit mehr Offenheit und Leichtigkeit an ihre Vergangenheit heran gehen.
Gäbe dieses Thema eine persönlich Gesprächsrunde, so käme ich mir vor wie in einer Mutantenshow.
Ansonsten spricht mir Stefan Kröger aus der Seele.
Yeksaa

Erich Zielke schrieb:
"Es ist noch nicht so lange her, da erhielten in Deutschland Künstler wegen ihres Glaubens Berufsverbot.
Zielke, Berlin"
Falsch! Diese Künstler erhielten Berufsverbot, weil sie zu nah an der Wahrheit arbeiteten. Leider hielten sich lange zuvor zu viele Intellektuelle aus der Thematik des wachsenden braunen Schlamms heraus oder saugten später Honig aus dem Diktat, indem sie konform agierten. Leni Riefenstahl oder auch Albert Speer sind nur zwei, besonders prominete Beispiele.
Und jetzt schlägt der Herr vom Donnerbalken in die gleiche Kerbe. Um sich erfolgsgeil in Hollywood einzuschleimen, ignoriert er die Tatsache, dass Cruise automatisch als meinungsbildender Handlanger einer totalitären Institution (Scientology hat in Deutschland aus gutem Grund nicht den Status einer Religion) funktioniert.
Der Henkel vom Donnerbalken macht einen schlimmen Denkfehler und arbeitet genau so, wie einst viele andere Künstler: Aus Selbstbetrug das Eine wollen und das Andere ignorieren.
Mit einem klaren Nein! zu totalitären Kräften ließe sich gerade Deutschlands Image weitaus besser aufpolieren.

ein schauspieler? tom cruise? wohl eher das ergebnis einer gelungenen marketingstratgie. und um ihn "dümmlich düpieren" zu können müsste der mann erstmal etwas bedeuten und dafür müsste er erstmal etwas leisten - beides sehe ich nicht
deutsche doppelmoral? weil viele schauspieler seinerzeit mit den nazis kooperiert haben? das ergibt also ein recht auf oberflächliche darstellung eines bedeutenden menschen? kommt jetzt noch die künstlerische freiheit? ohmann

nachdem ich die kommentare gelesen habe habe ich das gefühl das scientology sich immermehr ausbreitet. einige der beiträge lesen sich irgendwie als argumentation pro SC.
man mag sich streiten, ob der staat das recht hat sich in religiöse belange einzumischen. worüber man sich nicht streiten kann ist die PFLICHT des staates, seine bürger gegen schädliche einflüsse von sekten u. anderen kriminellen organisationen zu schützen. und für mich ist SC keine religion. in einem beitrag stand, das SC das vorgehen des staates mit der verfolgung von andersdenkenden aller richtungen im 3. reich verglichen hat. vielleicht sollte SC mal vor der eigenen türe kehren - wie war das mit der versuchten demontage eines journalisten vor einiger zeit?
ich bin vollkommen der meinung, das der staat die medien nicht zensieren darf - auch, wenn fördergelder für filme gezahlt werden. wenn aber alle welt bei fremdenfeindlichen vorkommnissen auf die "besondere verantwortung" hinweist, die deutschland wg. seiner vergangenheit hat, dann hat deutschland die besondere verantwortung, wenn es darum geht die rechte und darstellung von widerstandskämpfern zu schützen. aber das interessiert scientology ja nicht - es paßt nicht ins konzept. schade auch??

die Leute, die uns weißmachen wollen, dass Freiheit nur gewährt werden muss, allem und jedem und nicht verteidigt. Soll er doch Stauffenberg spielen. Wird ihm keiner verbieten können (und ich will es auch nicht) aber er ist ein religiöser Eiferer und kann deshalb keine Unterstützung aus Deutschland einklagen.
Wer jetzt hingeht und die Ablehnung einer Drehgenehmigung gleich setzt, mit dem Aussetzen der Freiheit nach dem Sturz der Weimarer Republik, der bereitet eben jenen den Weg, die sich auf liberalen Pfaden von hinten an die freiheitlich-demokratische Grundordnung heranschleichen, um sie zu meucheln.
Hitler wurden auch zu viele Freiheiten gelassen.
Wobei ich den nicht mit Cruise vergleiche, gell! Und wohlgemerkt: Es werden Cruise keine Steine in den Weg gelegt, sondern man rollt sie nur nicht weg. Das ist ein Unterschied.

Mehr und mehr zeichnet sich Deutschland -auch an diesem Beispiel- als Land der Doppelmoral aus.
Wie kann ein Land,
in dem die Ex-Diktatur-Partei SED (unter neuem Namen) in allen Parlamenten sitzt und sich anschickt,Regierungskoalitionspartei zu werden,in dem ehemalige Stasi-Mitarbeiter in Parlamenten und Behörden sitzen und wieder über ihre ehemaligen Opfer bestimmen,in dem die NPD in Stadtregierungen und Ländrparlamenten die Geschichte zu revidieren sucht und Aufmärsche organisiert,
sich erdreisten,einen einzelnen Schauspieler so dümmlich zu düpieren ?
Zumal nicht wenige Künstler desselben Landes -wie Heinrich George,Gustav Gründgens,Knappertsbusch,Veit Harlan ua mit den beiden unsegligen Regimen manches Techtelmechtel geführt haben.

Der FAZ-Artikel von Florian Henckel von Donnersmarck ist brilliant geschrieben und enthält eine Reihe guter Argumente. In einem entscheidenden Punkt ist der Autor aber geradezu blauäugig. Er glaubt, es handele sich bei der Mitgliedschaft von Tom Cruise bei Scientology nur um eine Art "Schönheitsfehler" oder "Privatangelegenheit" nach dem Motto "nobody is perfect". Scientology ist eine im dringenden Tatverdacht krimineller Machenschaften stehende Vereinigung, die zu Recht vom Verfassungsschutz
beobachtet wird. Die geschäftemacherischen "Werte" dieser Firma stehen im krassen Gegensatz zur Ethik eines Stauffenberg. Der gute Name Stauffenbergs darf nicht besudelt werden.

Vielen Dank für diesen Artikel !
Tom Cruise ist die Idealbesetzung für Stauffenberg, er ist der erfolg- reichste Schauspieler der Welt und selbst Mitglied einer Religionsge- meinschaft, die in Deiutschland mittels falscher Darstellung und erfundenen Geschichten diskriminiert und unterdrückt wird.
.Es ist immer noch zu wenig bekannt, dass der deutsche Verfassungsschutz selbst" Aussteigerbriefe" verfasst hat, um sie an Sektenexperten zu schicken, sodass sich die Hetze gegen Scientology verselbstständigen möge. (wie im Buch Schattenspieler von Renate Hartwig beschrieben).
Die Diskussion über dieses Thema Stauffenberg-Film fasziniert, denn jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen, die wahren Widerstandskämpfer kommen zum Vorschein: Menschen mit Toleranz, Herz und der Fähigkeit selbst zu beobachten, wie Florian Henckel v. Donnersmark, dann outen sich die fingerzeigenden Hexenverbrenner, die Menschen kontrolliert wissen wollen,eifrig mit Verboten auffahren und Ansporn zur Hetze geben. Natürlich melden sich auch die kleinen spießigen Opportunisten zu Wort, die ungeprüft glauben was ihnen das Propagandaministerium vorsetzt.
Hatten wir doch alles schon mal. Ich freue mich auf den Film.

Es ist ganz einfach: von "Im Westen nichts Neues" bis "Jakob der Lügner" hat sich immer wieder gezeigt, dass amerikanische Schauspieler nicht in der Lage sind, Deutsche glaubwürdig darzustellen.Sie stellen Deutsche so dar, wie sich Amerikaner Deutsche vorstellen. Das Ergebnis ist immer peinlich.

Soweit ich über das Thema Valkyrie informiert bin, war ein anderer Darsteller für das Projekt nominiert und Cruise hat die Rolle an sich gerissen. Das kann wg. seiner Scientology Mitgliedschaft Negativpropaganda sein, aber wenn es stimmt, würde ich auch keine Drehgenehmigungen erteilen, zu sehr wird dann die Thematik schnödem Business geopfert. Es ist ja auch eine gewisse Arroganz der Amerikaner darin zu sehen, daß jedes Filmthema und habe es auch noch so wenig mit den USA zu tun, von Hollywood Darstellern verkörpert werden muß, ok von ein paar Alibi-Engländern mal abgesehen. Paris liegt nun mal nicht in Disneyland und die Berliner Mauer stand wirklich in Deutschland, auch wenn Hollywood das gerne (wo)anders darstellt.
Ciao
Wolfgang

In Deutschland zählt die Gesinnung wieder etwas und Gesinnungspolizisten haben wir genügend. Nur gut das es noch Leute gibt die wissen was Freiheit bedeutet.

Natürlich DARF Cruise Stauffenberg spielen. Wenn Regisseur und Studio davon überzeugt sind? Ich finde das zwar seltsam, weil Cruise seinen Starappeal an der Kinokasse schon längst nicht mehr einlöst, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Ich würde die Frage aber anders stellen. Er KANN ihn nicht spielen, weil er ein so schlechter Schauspieler ist. Die bloße Vorstellung von ihm in dieser Rolle schaudert mich schon. Cruise-Grinsen, Cruise-Gehampel - na, das wird eine Freude.

Muß der Ort, an dem in der Nacht zum 21. Juli 1944 die Widerstandskämpfer von Stauffenberg, Olbricht, von Quirnheim und von Haeften erschossen worden sind, der Ort, an dem ein Besucher durchaus einmal einen Moment nachdenklich werden könnte, muß dieser Ort widerhallen vom geschäftigen Treiben der so bedeutenden „Filmemacher“ bei ihrer für den Standort Deutschland so wichtigen Tätigkeit, sollen dort möglicherweise so original wie möglich Schüsse knallen?
Das nicht zu gestatten, erscheint mir richtig, die Begründungen dafür und dagegen seitens eines Verteidigungsministers, seitens der „Filmschaffenden“, in der Presse erscheinen mir fast ausnahmslos beschämend. Ist das alles Teil unserer Leitkultur?

Er will es nicht und das muss nicht weiter begruendet werden. Kauft Cola, waehlt Bush oder nicht. Das geht niemanden etwas an.
Hollywood als Massstab: genau diese Arroganz laesst Araber zum Teppichmesser greifen.

Die Polemik und Machenschaften der Politiker und Berliner Beamten die Behinderung der Dreharbeiten zu diesem Film möchte ich als Zensurierung und Vorverurteilung bezeichnen, da es so aussieht als ob jemand mit mißliebiger Weltanschauung an seinen künstlerischen Ambitionen gehindert wird. Gerade DIES erinnert mich an die Hitlerdiktatur, UND das verabscheue ich mehr, viel mehr, als das ein Scientologe wie TC einen Hollywoodschinken drehen will. Diese "Actionthriller" wäre ein massentaugliches Konsumprodukt und würde trotz "Bedenkens" ein bleibendes Denkmal für Stauffenberg sein. UND das begrüße ich.

Klar,vD ist schon seit einiger Zeit auf seinem
Hollywood-Ego-Trip. Tom Cruise würde ihm als
erstes empfehlen,ein "release" zu schaffen. (" Ein "release"
ist jemand,der durch die dianetische Therapie von einem
Großteil seiner inneren Belastungen und Ängste befreit worden ist")

Danke, Herr von Donnersmarck. Sie haben recht.

Der Sohn Stauffenbergs hat sich dagegen ausgesprochen, Herr Schloendorff meint die "religioese Orientierung" Herrn Cruises koenne nicht in Betracht kommen. Scientology ist keine Religion sondern ein Menschen versklavendes System. Sollte Herr Cruise sich ernsthaft in die Wandlung Stauffenbergs vom Anhaenger des Nationalsozialismus in dessen entschiedenen Gegner vertiefen um ihm schauspielerrisch gerecht zu werden, so waere zu hoffen das er der Scientology den Ruecken kehrt, also: frisch drauflos gedreht !

Bei dieser ganzen Debatte zum Stauffenberg Film und Tom Cruise geht es nicht wirklich um den Film sondern um die unglaubliche Kontroverse bezüglich Scientology. In Deutschland scheint sich praktisch jeder im Recht zu fühlen, der Scientology mit den wüstesten Kraftausdrücken beschimpft, es werden immer wieder die gleichen Klischees über die Gruppe zitiert. Dies ist aber eigentlich das Problem! In anderen Staaten wird Scientology ganz anders gesehen, es gibt jede Menge Religionsanerkennungen für Scientology, öffentliche Schulen benutzen die Studiertechniken usw. Klar, auch dort ist Scientology eine neue Religion und wird nicht überall sofort mit offenen Armen empfangen. Aber diese hartnäckige Ablehnung wie in Deutschland ist schon bemerkenswert. Es sollte wirklich einmal geforscht werden, woran das liegt und wohl auch, wer das schürt. Ich hätte gedacht, wenn der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, dessen Urteile auch für Deutschland eine Bindungswirkung haben, die Scientology als Religion anerkennt, die Gemüter sich langsam beruhigen. Aber nichts dergleichen. Die Hasstiraden werden noch bissiger. Macht aber doch keinen Sinn. Es liegt nichts gegen Scientologen und Scientology vor, also lasst sie doch in Ruhe.

Ich verstehe die Aufregung darüber nicht, welcher Schauspieler in einem Film eine bestimmte Rolle übernimmt. Es ist mir völlig gleichgültig, wer Stauffenberg spielt, von mir aus kann es Dieter Hildebrand sein.

Scientologen ohne Ansehen der Person die Tür zu weisen - diese Entscheidung ist immer richtig, und zwar auf allen gesellschaftlichen und privaten Ebenen. Toleranz gegenüber einem Künstler ist daher völlig fehl am Platz, der sich freiwillig einer Gehirnwäsche unterzieht und den christlichen Glauben gegenüber einer profitorientierten, demagogisch arbeitenden Sekte verrät. Wie ein Osama-bin-Laden ein Terrorist des Körpers ist, den Körper unschuldiger, vermeintlich "ungläubiger" Menschen zerstören möchte, und dies auf Seiten der Ofper und bombenlegenden Täter, ist die Sientology-Sekte eine terroristische Organisation des Geistes und steht zu recht unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Da wie dort geht es um Macht und Geld. Die Religion wird nur als Vehikel, als Mittel zum Zweck mißbraucht. Daher gilt in jedem Fall: Die Person Tom Cruise trennen zu wollen von der Sekte Sientology ist so blauäugig, als ließe man Osama-bin-Laden im Adlon residieren, weil er versprochen hat, dort keinen Waffen tragen zu wollen. Das schlimme ist: Selbst für diese Absurdität gäbe es sicher noch selbsternannte Gutmenschen, die dazu Beifall klatschten.

Dazu sollte man bedenken, dass die Scientologen das deutsche Vorgehen gegen ihre Handlungsweise und Ausbreitung schon mal mit der Verfolgung der Juden durch die Nazis verglichen haben. Es ist wahrscheinlich, dass ein Celebrity wie Cruise eine solche Rolle nur mit placet seines Freundes Miscavige vom Religious Technology Center angenommen haben wird.

Daß Schauspieler nach Meinung einiger Moralapostel und Pseudointellektuellen bei ihrer Rollenwahl jetzt auch schon berücksichtigen müssen, woran sie so glauben, ist schon ein starkes Stück.
Dieses Deutschland von heute ist so was von verlogen und durchdrungen von Doppelmoral, da hat sich nichts geändert im Vergleich zur Adenauer-Zeit, außer den Themen vielleicht.
An Cruise und Co. werden Forderungen gestellt, die wohl die meisten der hier Diskutierenden an sich selbst gestellt nur mit Verachtung und Empörung srtafen würden.
Liebe Landsleute, wacht auf und kommt herunter von Eurem hohen Roß. Das hier ist Filmgeschäft, da geht es um's Geld verdienen. Wer Lehrstunden braucht, sollte besser zum Kurs auf die VHS gehen.
Wer noch glaubt, Künstler arbeiten der Kunst wegen, Ärzte wegen der Menschlichkeit, Anwälte wegen der Rechtspflege und Journalisten nur der Wahrheit wegen, leidet an Realitätsferne.
Ideale zu haben, nach Ethik und Moral leben, muß dazu nicht im Widerspruch stehen. Aber die künstliche Aufregung darüber, daß andere so denken und handeln, ist einfach nur lächerlich.
Peinlich, kleinlich ...

wie gering die Regieprofis ihre eigene Tätigkeit, die Wirkung von Filmen einschätzen.
Ist es wirklich vernachlässigbar, eine zentrale Figur der Widerstandes gegen das 3. Reich mit einem Hauptakteuer von Scientology verbinden zu lassen ? Ist es hinnehmbar, daß zuküntige Generationen mit Stauffenbergs Widerstand ausgerechnet Tom Cruise in Verbindung bringen?
Ich kann es kaum fassen, wie man aus dieser Branche kommend dieser Meinung sein kann. Religion ist sicherlich Privatsache, ein Kameramann, der Scientologe wäre, das würde niemanden stören.
Jedoch 2 Identifikationsfiguren miteinander zu verbinden, das ist eine völlig andere Geschichte. Und damit wurde noch nichts gesagt darüber, wogegen Stauffenberg konkret antrat, und wofür Scientology konkret steht.
Widerstand gegen das 3. Reich, das wird zukünftig mit Scientology in Verbindung gebracht werden.

In einem Statement zuvor habe ich dazu eine Meinung abgegeben und wurde von einigen Lesern getadelt und angegriffen. Der Unsinn geht weiter und zeigt immer deutlicher, was ich schrieb: Das Herrenvolk lässt grüßen!
Es ist nicht nur schwachsinnig was da abläuft, es ist zutiefst beschämend.
Und wenn sich immer wieder welche finden, die diesen erbärmlichen Zirkus versuchen zu rechtfertigen, idiotischer geht es nicht. Cruise ist Schauspieler und nur als solcher gefordert. Wer seine berufliche Leistung und Eignung schon im Vorfeld ablehnt, nur weil er eine Religion praktiziert, die unserem Verfassungsdienst nicht passt, der disqualifiziert sich selbst als objektiver Betrachter der Vorgaben. Natürlich kann man alles miteinander verquicken und negative Schlüsse daraus ziehen, doch dann sollte man sich nicht als integer bezeichnen und ernst genommen werden wollen.
Wenn dem so wäre, wie hier etliche Leser vortragen, dann ist es umso erstaunlicher, dass diese Religionsgemeinschaft sich so großartig in Berlin ansiedeln durfte!
Oder wird hier kritisiert um der Kritik willen? Und ob Stauffenberg als hehre Person zu sehen ist, ist eine Frage der Perspektive. Würdig muss man sein um ihn darzustellen? Schwachsinnig ist das Ganze!

Wer den Film zahlt wird entscheiden - nicht wir Kommentatoren. Doch würde ich Mr Cruise nicht wählen.
1. Man will mit dem Fil auch die Person des Helden v. Stauffenberg ehren - und sein Sachwalter - sein Sohn, wünscht Cruise nicht.
2. Scientology ist nach allen Erkenntnissen, eine geldverzehrende, menschenverachtende Big-Brother Organisation, der solche Werbung für einen ihrer Klone recht wäre. Beide Gründe sollten genügen ...

Es wird Zeit, dass jeder in diesem Staat, der sich von Religion bedroht fühlt, so gut er kann, dagegen hält. Dem Pabst geht der Relativismus auf die Nerven? Mir auch. Hätte ich die Entscheidung jemandem, der seine Popularität zur religiösen Überzeugung nutzt, die Tür zu öffnen, käme ein Extrariegel davor. Es reicht langsam den Ideologen unter Ausnutzung unserer Liberalität den Raum zu lassen, in aller Ruhe eine Infrastruktur aufzubauen, dass sie uns am Ende im Handstreich unserer Freiheiten berauben kiönnen.
Das hat nichts damit zu tun? Erwarten sie etwa von Cruise ein differenziertes Stauffenbergbild? Vielleicht sogar ambitionierte Kunst?
Damit wird dieser Film auch nichts zu tun haben, warum sollten wir das Unterstützen.

danke.
mir voll aus dem herzen gesprochen. Mit der kleinen "Ausnahme" das ich Scientology noch nicht mal religion geschweige denn als Sekte bezeichnen würde.

Es ist noch nicht so lange her, da erhielten in Deutschland Künstler wegen ihres Glaubens Berufsverbot.
Zielke, Berlin

Donnersmarck und einige Kommentatoren stellen mantramäßig darauf ab, dass Tom Cruises religiöse Überzeugung schließlich seine Privatsache sei. Das stimmt leider nur zum Teil.
Natürlich genießt Tom Cruise Religionsfreiheit. Aber seine religiösen Überzeugungen gehen die Öffentlichkeit durchaus etwas an. Denn Tom Cruise nutzt ja seine filmische Prominenz dazu aus, um regelmäßig aktiv und an herausragender Stelle für Scientology zu werben. Natürlich darf er das. Nur muss er dann damit rechnen, dass die Öffentlichkeit und gewisse Politiker sein filmisches Schaffen von seiner missionarischen Tätigkeit nicht mehr trennen können, bzw. gar nicht mehr trennen müssen. Denn indem er freiwillig seine Filmprominenz und seine missionarische Tätigkeit verbindet, macht er sich eben auch in religiösen Dingen zur öffentlichen Person. Somit ist es legitim, in der Diskussion um die Drehgenehmigung seine Scientology-Mitgliedschaft zu erörtern.
Auch der Papst hätte sich nach seiner Regensburger Rede wohl kaum auf die akademische Freiheit des Professors berufen können...