Neues Oscar-Reglement

Das Feld vergrößert sich - zehn statt fünf Top-Filme

Mehr Chancen für Fledermausmenschen: Szene aus “The Dark Knight“

Mehr Chancen für Fledermausmenschen: Szene aus "The Dark Knight"

25. Juni 2009 Größerer Wettbewerb bei den Oscars: Im kommenden März sollen zehn statt der bislang üblichen fünf Filme um die Oscar-Trophäe als „Bester Film“ konkurrieren. „Nach mehr als sechs Jahrzehnten kehrt die Akademie zu ihren früheren Wurzeln zurück, als noch ein größeres Feld um den Spitzenpreis des Jahres kämpfte“, teilte Sid Ganis, Chef der Oscar-Akademie, am Mittwoch in Los Angeles mit.

Durch die neue Regelung hätten nun mehr „fantastische Filme“ eine Gewinnchance, die bisher „aus dem Rennen um den Top-Preis herausgedrückt wurden“, sagte Ganis. Bei der letzten Oscar-Verleihung hatten es die Dramen „Der seltsame Fall des Benjamin Button“, „Frost/Nixon“, „Der Vorleser“, „Milk“ und „Slumdog Millionär“ in die Endrunde geschafft, nicht aber der ebenfalls favorisierte Actionfilm „The Dark Knight“. Das in Indien gedrehte Drama „Slumdog Millionär“ machte im Februar dann als bester Film des Jahres das Rennen.

Rückkehr zu den Anfangsjahren

Die nach dem Oscar zweitwichtigsten Golden-Globe-Preise, die vom Verband der Hollywood-Auslandspresse verliehen werden, berücksichtigen seit langem zehn „Beste Filme“ allerdings in zwei Kategorien. Jeweils fünf Kandidaten konkurrieren um den Top-Preis in den beiden Sparten bestes Drama und beste Komödie/Musical.

In den Anfangsjahren der Academy of Motion Picture Arts and Sciences waren mehr als fünf nominierte Filme zugelassen. 1935 traten zwölf Filme gegeneinander an, 1939 waren „Vom Winde verweht“ und „Ninotchka“ unter den insgesamt zehn Anwärtern. Bei der 16. Oscar-Verleihung im Jahr 1943 wurden zum bisher letzten Mal zehn Streifen nominiert. „Casablanca“ ging damals als Gewinner hervor. Danach beschränkten die Verleiher des höchsten Hollywood-Preises die Zahl der Bewerber in der Endrunde auf fünf Kandidaten.

Der „Buzz“ hat schon begonnen

Ganis zufolge machten sich „Dreamgirls“-Regisseur Bill Condon und Produzent Laurence Mark, die gemeinsam die letzte Oscar-Gala auf die Beine stellten, für den größeren Wettbewerb mit zehn Filmen bei den „Academy Awards“ stark. Nun hätten auch Trickfilme, Dokumentationen und ausländische Filme bessere Chancen auf eine „Best Film“-Trophäe. Erst einem Animationsfilm - „Die Schöne und das Biest (1991) - ist es bisher gelungen, für den Haupt-Oscar nominiert zu werden.

Die Nominierungen für die 82. Oscars werden am 2. Februar 2010 in Los Angeles bekanntgegeben. Der „Buzz“ über Oscar-Favoriten für 2010 ist damit ins Rollen gekommen. Der Animationsfilm „Up“ aus der Trickfilmschmiede Pixar gilt nun als Top-Ten-Kandidat. Ebenso das futuristische Drama „Avatar“ von James Cameron, der schon mit „Titanic“ zahlreiche Oscars abräumte, und „Los Abrazos Rotos“ („Broken Embraces“) des spanischen Oscar-Preisträgers Pedro Almodóvar.

Die Gala-Show geht dann am 7. März über die Bühne.

Text: FAZ.NET mit dpa
Bildmaterial: Warner Bros./Cinetext

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