Cruise als Stauffenberg: Dreherlaubnis im Bendlerblock

Stauffenberg-Film

Tom Cruise im Bendlerblock

Eine historische Chance scheint genutzt zu werden: Die Entscheidung der zuständigen Ministerien, Bryan Singer und Tom Cruise nun doch im Bendlerblock drehen zu lassen, ist von großer Vernunft. Von Frank Schirrmacher.

Lesermeinungen zum Beitrag

18. September 2007 15:27

@Renate Schellhaas

Michael Menzel (Galenos)

"Ich bin gespannt auf den Film"

Sie waren wohl auch gespannt auf die jeweils neuesten Ausgaben von Harry Potter.

Nichts kann "spannender" sein als das wirkliche Leben obwohl hier der Ausdruck "dramatischer" angebrachter wäre. Jemand der es nötig hat, seine Vorstellungskraft und sein fehlendes Faktenwissen durch ein filmisches Schmierentheater zu ergänzen, dem ist jede historische Urteilsfähigkeit abzusprechen.

"...und störe mich nicht an der Religionszugehörigkeit des Hauptdarstellers."

Es spricht alles dagegen, daß es sich bei dem Scientology Konzern um eine Kirche oder Religion handelt. Vielmehr sind die verheerenden Insiderberichte Beweis genug dafür, daß es sich im eine ausschließlich profitorientierte menschenverachtende Sekte handelt.

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18. September 2007 14:22

Tom Cruise im Bendlerblock

Renate Schellhaas (RenateChrista)

Die Entscheidung ist richtig, Bryan Singer im Bendlerblock drehen zu lassen.
Die gute Diskussion, die in der FAZ geführt wurde, hat sicher auch zu dieser Entscheidung beigetragen.
Ich bin gespannt auf den Film und störe mich nicht an der Religionszugehörigkeit des Hauptdarstellers. Auch dazu waren Informationen in der FAZ zu lesen
( u.a.Donnersmarck, Roman über George!).
Leserin Renate Schellhaas, Bischofsheim

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17. September 2007 02:20

cruise

Volvic Volvic (volvicXP)

yea, schon geil, wenn der bush-vasall cruise die deutsche geschichte aus seinem blickwinkel internationalisiert.
hunderte millionen menschen werden zum ersten mal erfahren, dass es widerstand gegen hitler gab, ja? na, das erscheint mir eine gewagte prognose. der letzte cruise-film lief unter den erwartungen und der letzte singer-film, superman, war so ein richtiges desaster.
einfach mal den ball flach halten würde ich vorschlagen.

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16. September 2007 22:13

Kehrtwendung aus Überzeugung oder Umfaller.....?

wolf haupricht (emilgilels)

War die erste Entscheidung, im Bendlerblock keine Drehgenehmigung zu erteilen, voreilig gefällt worde?
Diesen Eindruck muss man gewinnen, wenn nunmehr im Nachhinein das Gegenteil entschieden wird.
Dann wäre eine Entscheidung unter Vorbehalt wohl die zutreffende Entscheidung gewesen. Dem war aber nicht so.
Das zeugt nicht von Kompetenz und ist für Regierungshandeln schädlich, weil unverständlich.
Die zweite Variante wäre das reine Umfallen, weil Aussenstehende Einfluss genommen hätten.
Beide Positionen sind nachteilig für das Ansehen unserer Vorderen in Berlin.
Ob die Entscheidung von großer Vernunft geprägt ist, ist solange zumindest fraglich, bis der fertige Film vorliegt.
Und das Gelingen eines Films über eine urdeutsche Episode
mit Hollywoodtouch muss nicht unbedingt gewährleistet sein, nur weil Hollywood verantwortlich zeichnet.
Ich habe Zweifel, dass das Ziel objektiv und zutreffend erreicht wird. Warum wird dieser Film, dessen Notwendig
nicht bezweifelt werden muss, nicht in Co-Produktion mit Deutschland hergestellt?
So wäre der historischen Bedeutung der Ereignisse im Widerstand gegen Hitler nicht nur durch St`s. Attentat Rechnung getragen, sondern die Vielfalt der Attentatsversuche ebenfalls deutlich geworden.

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16. September 2007 11:24

Stauffenberg war kein Heiliger

Michael Menzel (Galenos)

aber man verlangte von ihm Unmögliches, sich heutige Gesellschaftsformen und Normen vorzustellen. Er war Kind seiner Zeit und aus der heraus muß man auch seinen immer wieder hervorgezerrten Brief aus '39 verstehen. Übrigens ist darin keine Rede von Mord und Vernichtung.

Man muß ihm zugestehen, daß er, wie auch seine späteren Widerstands-Gesinnungsgenossen ZU DIESEM Zeitpunkt keine Ahnung hatte von den Plänen und schon beginnenden Massenvernichtungen und den ungeheuerlichen weiteren geplanten Verbrechen des relativ kleinen Packs im direkten Hitler-Umfeld.

Erst 1943 wurde Stauffenberg zum Antreiber des Widerstandes, ohne den die Tat, die äußerlich gescheiterte, aber dennoch moralisch befreiende, nie geschehen wäre.

Die Massenmörder der Wannsee-Konferenz agierten auf einer ganz anderen Ebene und möglichst unter Vermeidung ihre Pläne in den Führungsebenen der Wehrmacht ruchbar zu machen.

Es gibt keine Legitimation, die Mitglieder des Kreisauer Kreises und ihren Exponenten Stauffenberg den minderwertigen Motiven dekadenter Filmemacher zur beliebigen Verunstaltung zu überlassen. Deshalb ist der jetzt gewährte Zugang zu den historischen Stätten zu verurteilen.

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16. September 2007 08:20

Wer spricht im Namen des deutschen Volkes?

Josef Bujtor (Mramorak)

Der Amerikahss hat manche Leute schon fast wahnsinnig gemacht. Und in diesen verwirrten Köpfe kann natürlich der Glaube wachsen, dass sie das Volk hinter sich haben.
Es ist höchste Zeit, dass die Verantwortlichen in Deutschland aufwachen. Wollen wir dennen - ob von links oder rechts - die Amerika Hassen, freien Lauf lassen. Denn die nehmen jede, jede, jede Gelegenheit wahr, um auf das Land einzuschlagen. Der Grund für deren Hass ist die Tatsache, dass Amerika die NAZIS und die Kommunisten besiegte, und die werden auch den Terrorismus besigen. Leider werden sie das ohne unsere Mitarbeit tun müssen. Und das ist auch der Grund, dass jetzt die Sympathisanten des Terrors auftretan. Es gibt überall Gegner Amerikas, aber nirgend so viele und so haserfüllte wie bei uns!

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15. September 2007 19:39

Nichts als Vorurteile

Jo Schwarz (Jo.v.Haecker)

Erstens: Was hat denn die Sektenzugehörigkeit Cruises mit der Hahahahaheiligkeit des Films zu tun? Für Deutschland wird das sicherlich ein Propagandagewinn.
Für die Wahrhaftigkeit ist allerdings diese lächerliche Heldenverehrung dermaßen heuchlerisch, das mir übel wird.
Wenn man sich noch darauf herausreden könnte, dass sich hier einer geopfert hat, der für Freiheit, das Ende des Mordens und Demokratie kämpfte - aber weit gefehlt.
Stauffenberg war ein konservativer Patriot und sympathisierte zunächst mit den nationalistischen und revisionistischen Aspekten des Nationalsozialismus, bevor er aus patriotischen und militärischen Erwägungen heraus zum aktiven Widerstand fand.Ein Großteil der aus den konservativen Kreisen von Bürgertum, Adel und Militär stammenden Verschwörer lehnte die parlamentarische Demokratie ab, so auch Stauffenberg.
Noch im ersten Kriegsjahr schrieb der junge Oberleutnant Stauffenberg seiner Frau Nina aus dem besetzten Polen: "Die Bevölkerung ist ein unglaublicher Pöbel, sehr viele Juden und sehr viel Mischvolk. Ein Volk, welches sich nur unter der Knute wohlfühlt. Die Tausenden von Gefangenen werden unserer Landwirtschaft recht gut tun."
Und das ist ein deutscher "Held"!

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15. September 2007 16:52

Der Film aus meiner Sicht

Marc Müller (Krzyzak)

Es ist einfach empörend, daß Tom Cruise die Rolle dieses Streiters für ein besseres Deutschland übernommen hat. Man kann es sich lebhaft vorstellen, wie Graf Stauffenberg aus der Baracke stürmt, die Pistole gezogen, wild um sich ballernd, auf die SS schiessend, in den Wagen springt, in dem sich Werner v. Haeften hinter einem MG verschanzt hat und so den Weg aus dem Sperrgebiet Wolfsschanze freifeuert.
Die Ju 52 des Grafen wird auf dem Weg nach Berlin von Me262 verfolgt, die der Pilot aber abschütteln kann. Im Bendlerblock liefern sich Hitlergegner unter Merz v. Quirnheim eine wilde Schlacht mit den Nazisupermans unter Generaloberst Fromm . Claus Cruise und v. Haeften müssen sich auch hier den Weg frei schiessen. Es gelingt Ordnung herzustellen, bis Major Remer und Joe Goebbels auf den Plan treten und den Putsch beenden.
Tom Stauffencruise`letzte Worte Nieder mit Hitler und god bless Germany erklingen unter dem Brummen feindlicher Bomberverbände. Im Abspann die US- und die deutsche Flagge sowie die Worte: Ihr habt doch gesiegt.

Ich weiß, ich habe es schonmal gesagt aber nicht anders wird dieser Film sein.

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15. September 2007 13:04

Tragisch

Michael Menzel (Galenos)


Man wundert sich nicht, daß die Vertreter eines Volkes dem man jegliches Geschichtsbwußtsein ausgetrieben hat und das sich selbst eine tiefgreifende Beschäftigung mit der eigenen Vergangeheit reflexartig verbietet - jetzt, nachdem sich die berechtigte Aufregung gelegt hat - alle Bedenken verworfen haben und klammheimlich der dekadenten Filmindustrie wertvollste historische Wahrheiten zum Fraß vorgeworfen haben.

Wie auch immer die Macher von "Mission impossible" die Kronjuwelen Deutscher Geschichte verunstalten werden - diesmal haben sie sich tatsächlich eine unmögliche Mission angemaßt. Kein Mensch weltweit wird sein Bild von Deutschland durch so ein Machwerk verändern. Es geht um Märchen-Erzählung, möglichst gruselig und reisserisch - "der Stoff" gibt's her - und man wird daran viel Geld verdienen.

Was für eine naive Idee, man könnte durch diese Preisgabe letzter heiliger Orte und Werte einen weltweiten Gesinnungswandel zum Guten erreichen.

Deutschland hat in Hinsicht auf seine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einen dekadenten Status erreicht, der ohnehin keine Werte mehr kennt. Die physische Zerstörung des Landes war erfolgreich überwunden - nun ist die Seele eines Volkes zunichte gemacht.

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15. September 2007 12:01

Hervorragend!

martin sauter (martins97)

Lieber Herr Schirrmacher,

Ihr laengst ueberfaelliger, hervorragender Artikel sollte in saemtlichen deutschen Tageszeitungen veroeffentlicht werden!
Sie haben damit die gesamte Tom-Cruise/ Bendlerblock Debatte auf einen Punkt gebracht.

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15. September 2007 10:21

Chance genutzt - die Umsetzung abwarten

Thomas Pfahl (t-pfahl)

Man kann erfreut sein, dass die Chance genutzt wurde, mit dem Studio zusammenzuarbeiten und den Originalschauplatz zur Verfügung zu stellen.
Wen interessiert schon die Sektenmitgliedschaft des Hauptdarstellers.
Was wirklich zählt ist, dass es durch die amerikanische Filmindustrie gelingen kann, der Welt das Bild eines Deutschlands zu zeigen, das nicht geschlossen hinter einem verbrecherischen Regime stand und ein positives Bild von Personen mit hoher Moral zu zeichnen, die ihr Leben für höhere Ideale opferten und nicht blind folgten. Ich stimme einem meiner Vorredner zu, dass einige Bevölkerungsteile wegen ihres strikten Antiamerikanismus vergessen zu haben scheinen, wem wir hauptsächlich die Befreiung von den Nazis zu verdanken haben. Dass die Zeit nun reif ist, sich differenziert mit dem eistigen Gegner zu beschäftigen, der von außen wie ein Volk von Mördern und Verbrechern gewirkt haben muss, kann doch nur positiv stimmen.
Wenn der Film gelingt, kann er ein bedeutendes Dokument der Aufarbeitung der deutschen Geschichte werden.

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14. September 2007 23:38

Mission Impossible I, II u. III

Heinz Dieter Chiba (hadeze)

Ganz abgesehen von der Ansicht, dass Hollywood sich mit der Thematik Stauffenberg & Widerstand, eher wie ein Elefant in einem Porzellanladen benehmen wird, frage ich mich, ob Cruise, ausser seinen Glauben (Scientoloty) nicht auch sein kommerzielles Action-Hero Image mitbringt.

Wenn man vom internationalen Kino-Publikum spricht, das Cruise kennen soll, dann eher von seinen kommerziellen drei "Mission Impossible" Filmen. Auch sein Spielberg Film "War of Worlds" war ohne grossen Wert. Es bleiben ein Paar weniger schlechte Rollen, wie "The Last Samurai", wo es nicht ganz so oberflächlich wurde.

Was Bruno Ganz im "Untergang" geleistet hat, hat Cruise nicht o. er hat's noch nicht, gezeigt. Der Stempel von Hollywood ist stets grob und geldgierig. z.B. der Hollywood Film über "Pearl Harbour" o. "Saving Private Ryan", worin alle Deutschen einfach als Vollidioten wirken.

Ich sehe da keine Ehre darin, dass ein Hollywood die deutsche Geschichte in die grosse Kino-Welt hinausträgt. Nachdem Hollywood seit +60 Jahren Deutsche und Deutschland verteufelt hat, ist kein Grund, dass dieser Film uns dieses Mal als Menschen darstellen wird. Das wäre von Hollywood wirklich zu viel verlangt, wo Deutsche heute noch ungern gesehen sind.

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14. September 2007 19:25

seltsames Ritual

angela roberts (angero)

Die Argumentationen scheinen sich gebetsmühlenartig im Kreis zu drehen und die jeweils andere Seite nicht zu erreichen.
Der eigentliche Gegenstand die Person Stauffenbergs, der deutsche Widerstand mit all den innewohnenden Widersprüchen treten zurück hinter Fragen der Wirksamkeit der Außenwirkung – als wäre es das einzig Entscheidene.
Dabei könnte diese Ensemble eines bedeutsamen Ausschnitts deutscher Geschichte, Hollywood und Sekte inklusive der ganzen Debatte darum die Frage nach unserer aktuellen Wirklichkeitsrezeption aufwerfen. Welche Perspektiven kommen hier zu Einsatz und was bilden sie ab? Mit welchen Begriffen und welchen Medien fassen wir ein solches Geschehen
Wer schreibt Geschichte mit welchen Begriffen oder wie wird es zukünftig sein? Werden es Facetten schillernder Oberflächen von sektiererischen Sichten sein?

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14. September 2007 17:53

Tom Cruise im Bendlerblock

Gotthard v. Manteuffel (kurlaender)

Diese Entscheidung ist doch recht beruhigend, denn alles andere hätte ein juristisches Debakel und in der Folge eine publizistische Schlammschlacht bedeutet, die "unserem heiligen Deutschland" ganz bestimmt nur geschadet hätte !

Ob das Drehbuch Cruise überhaupt eine Chance gibt, für seine Sekte die Werbetrommel zu rühren, wird man gelassen abwarten können.

Baron Gotthard v. Manteuffel-Szoege

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14. September 2007 17:39

Na also

Marc Müller (Krzyzak)

Da sieht man ja mal wieder, daß ein amerikanischer Schauspieler eben mehr zählt als der Wunsch des Großteils der Bevölkerung unseres Landes und der Wunsch des Sohnes des Grafen.

Laßt ihn im Bendlerblock drehen, laßt ihn Stauffenberg so verkörpern wie er es für richtig hält.

Laßt ihn die Geschichte verfälschen, laßt ihn unser Bild in der Welt bestimmen.

Jetzt ist es eh egal.

Gute Nacht ihr Helden des 20. Juli. Eure Geschichte wird auf immer und ewig das Bild eines Sektierers tragen.

Tom Cruise, Sie schreiben Geschichte.

Marc Müller

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