Von Abbitte bis There Will Be Blood, vom goldenen Zeitalter Elisabeths bis in den Wilden Westen: FAZ.NET versammelt Rezensionen der Filme, die in diesem Jahr einem Oscar gewannen oder dafür nominiert wurden.
Wer gewinnt die Oscars? Die Coen-Brüder hätten einen Preis für No Country for Old Men verdient. Doch sie haben mit Andersons There Will Be Blood starke Konkurrenz - beide Filme zeigen eine kalte Hoffnungslosigkeit, die sich Hollywood seit langem nicht mehr geleistet hat. Von Andreas Kilb
Spezial Daniel Day-Lewis als Ölmann ist noch härter und steiniger, noch schwerer zu durchdringen als der Felsenboden: Paul Thomas Andersons There Will Be Blood ist ein großer Film, den man nicht leicht aushalten kann. Von Claudius Seidl
Mit There Will Be Blood erlebt die Berlinale schon am ersten Wettbewerbstag einen Höhepunkt. In manchen Teilen ist der Film großes Theater, in anderen eine Erzählung von mythischen Ausmaßen über Gier, Glauben und Einsamkeit. Von Verena Lueken
Spezial Sieben Nominierungen für den deutschen Filmpreis - bestimmt kein schlechtes Omen für den Kinostart von Die Fälscher. Leider tut Regisseur Stefan Ruzowitzky zu wenig, um dem spektakulären Stoff eine spannende Form zu geben.
Spezial Vor fünf Jahren erwachte Jason Bourne mit Gedächtnisverlust, zwei Kugeln im Rücken und einer Kapsel in der Hüfte. Als CIA-Auftragsmörder schlug er sich durch zwei erfolgreiche Kinofilme. Jetzt kommt die Bourne-Trilogie zum Abschluss, und Jason erfährt, wer er ist. Von Peter Körte
Spezial Im Animationsfilm Ratatouille haben sich drei gefunden: die heimatlose Gourmetratte Rémy, das Feinschmeckerparadies Paris und die Haute Cuisine. Leider setzt Regisseur Brad Bird zu sehr auf die gute alte Disney-Tradition der Niedlichkeit.
Die Berlinale hat ihren Wettbewerb mit dem Edith-Piaf-Film La vie en rose begonnen. Es ist ein typischer Eröffnungsfilm: Emotionsausstattungskino, geeignet, die anwesenden Förderer und Politiker in Zufriedenheit zu wiegen. Von Michael Althen
Die Fantasy-Verfilmung Der Goldene Kompass mit Nicole Kidman und Daniel Craig will große Familienunterhaltung sein und unterschlägt deshalb vor allem die düsteren Seiten von Philip Pullmans großartiger Romanvorlage. Von Tilman Spreckelsen
Spezial Ian McEwans Roman von 2001 war ein Welterfolg. Joe Wright hat Abbitte nun mit Keira Knightley in der Hauptrolle texttreu in ein filmisches Puzzle verwandelt, das jedoch zunehmend an Kraft verliert: Es ist alles schön anzuschauen, aber vieles hat fast gar nichts zu bedeuten, meint Andreas Kilb.
Spezial Mike Nichols hat über das Ende des Kalten Krieges eine starbesetzte Komödie gedreht. Der Krieg des Charlie Wilson mit Tom Hanks, Julia Roberts und Philip Seymour Hoffman fußt auf einer wahren Geschichte. Von Verena Lueken
Spezial Ich hatte ein glückliches Leben, sagt Christopher McCandless, vierundzwanzig Jahre alt, bevor er irgendwo in Alaska verhungert. Der Film Into the Wild erzählt seine Geschichte. Von Verena Lueken
Spezial Cate Blanchett hat sich gesträubt, doch zum zweiten Male spielt sie nun die Rolle der Queen. Das goldene Königreich zeigt schöne Bilder und verweigert seiner Heldin, was sie dringend bräuchte: einen starken Gegner. Von Andreas Kilb
Spezial In Sarah Polleys ergreifendem Regiedebüt An ihrer Seite mit Julie Christie geht es vordergründig um Alzheimer-Patienten, in Wahrheit aber um die Frage, wie viel eine Ehe wert ist, wenn die Erinnerungen schwinden. Von Michael Althen
Spezial I'm Not There von Todd Haynes soll ein Biopic über Bob Dylan sein und will es auch wieder nicht sein. Gespielt wird der Sänger von sechs Männern, einem kleinen schwarzen Jungen und einer Frau.
Mit seinen Filmen hat Tim Burton ein phantastisches Universum geschaffen. Doch in Sweeney Todd mit Johnny Depp läuft sich seine Phantasie auf eine Weise tot, als sei Burton zum Herrscher im Reich des eigenen Warenzeichens verkommen. Von Michael Althen
Spezial Jesse James ist heute eine nationale Legende und war zu seiner Zeit ein Star. Da lag es nahe, ihn von Brad Pitt spielen zu lassen. Doch in Andrew Dominiks Spätwestern stiehlt ihm Casey Affleck die Schau. Von Peter Körte
Spezial In seinem Film American Gangster zeigt Ridley Scott den Handel mit Drogen von einer ganz neuen Seite. Er erzählt weniger von den Gesetzen der Straße als von denen des Marktes. Doch der intelligente, kurzweilige Film hat seine Schwächen, findet Johanna Adorján.
Spezial Die iranische Zeichnerin Marjane Satrapi hat ihren Comic Persepolis verfilmt - die traurig-komische Geschichte eines kleinen, rebellischen Mädchens in Teheran. Von Julia Encke
Brad Pitt als müde Westernlegende, Casey Affleck als dessen verzweifelter Mörder, Tommy Lee Jones als pensionierter Soldat: Die Ermordung des Jesse James ... und In the Valley of Elah zeigen, dass etwas faul ist im Staat Amerika. Von Michael Althen, Venedig
Spezial Der Film No Country for Old Men von den Coen-Brüdern hat den Oscar für den besten Film und die beste Regie gewonnen. Die prämierten Darsteller kommen allesamt aus Europa: Daniel Day-Lewis, Marion Cotillard, Tilda Swinton und Javier Bardem. Der Auslands-Oscar geht nach Österreich.