Tag der Pressefreiheit

2005 wurden 63 Journalisten getötet

Der Irak bleibt das gefährlichste Land

Der Irak bleibt das gefährlichste Land

03. Mai 2006 Im vergangenen Jahr sind mindestens 63 Journalisten und fünf ihrer Mitarbeiter bei der Ausübung ihres Berufs ums Leben gekommen. Es handelt sich um die höchste Todeszahl der letzten zehn Jahre, wie die Organisation Reporter ohne Grenzen zum Internationalen Tag der Pressefreiheit am Mittwoch in Paris mitteilte.

In einem 150seitigen Bericht werden insbesondere China, Kuba und die meisten Länder des Nahen Ostens wegen der Behinderung von Journalisten angeprangert. Eine in New York ansässige Organisation legte eine ähnliche Liste vor. Das gefährlichste Land war laut Reporter ohne Grenzen weiterhin der Irak, wo 2005 insgesamt 24 Journalisten ums Leben kamen. Doch auch in Ländern wie Bangladesch, den Philippinen, Nigeria oder Mexiko gehöre Gewalt zu den täglichen Erfahrungen der Medienvertreter.

2006 schon 16 Reporter getötet

Seit Beginn des Jahres 2006 seien weltweit bereits 16 Reporter und sechs ihrer Mitarbeiter getötet worden. Mehr als 120 Journalisten sowie 56 sogenannte Cyber-Dissidenten befänden sich in Haft. Das „größte Gefängnis der Welt“ ist laut Reporter ohne Grenzen China, wo die meisten Journalisten festgehalten würden. Aber auch in Kuba, Eritrea, Äthiopien, Iran und Burma seien Verhaftungen an der Tagesordnung. Als gefährlichste Region mit Blick auf eine gnadenlose Zensur bezeichnet die Organisation den Nahen Osten. In Libyen, dem Iran, Tunesien, Syrien und Saudi-Arabien unterlägen die Medien der absoluten Kontrolle des Staates.

In Nepal wurden im vergangenen Jahr 567 Fälle von Eingriffen in die Pressefreiheit registriert, wie es in dem Bericht weiter heißt. Auch in Eritrea, Simbabwe und im Kongo sei die Arbeit von Journalisten mit teilweise brutalen Mitteln zensiert worden. Die Medien Nordkoreas wiederum zeichneten sich durch „betäubende Propaganda“ aus. Fortschritte verzeichnete Reporter ohne Grenzen in Indien, der indonesischen Provinz Aceh und einigen mittelamerikanischen Ländern. Dort gebe es inzwischen mehr Freiheiten als bisher.

Vom Rest der Welt isoliert

Das in New York ansässige Komitee zum Schutz von Journalisten (Committee to Protect Journalists - CPG) legte zum Internationalen Tag der Pressefreiheit eine Liste von zehn Ländern vor, in denen die Medien am stärksten zensiert seien. An der Spitze stehen demnach Nordkorea, Burma und Turkmenistan gefolgt von Äquatorialguinea, Libyen, Eritrea, Kuba, Usbekistan, Syrien und Weißrußland. Die Menschen seien dort vom Rest der Welt isoliert, beklagte die CPJ-Exekutivdirektorin Ann Cooper.

Zur Erstellung der Liste wurden 17 Kriterien herangezogen, die Verstöße gegen die Pressefreiheit darstellen, wie staatliche Kontrolle der Medien, Zensurbestimmungen, Störungen ausländischer Rundfunksender, Einschüchterungsversuche von Journalisten sowie deren Inhaftierung. Auf die zehn Länder der Liste hätten jeweils mindestens neun dieser negativen Kriterien zugetroffen, erklärte Cooper. Darüber hinaus kritisierte sie China, weil dort die meisten Verhaftungen stattfänden, und Zimbabwe, wo unabhängige Medienvertreter zur Flucht ins Ausland gezwungen worden seien.

Text: FAZ.NET mit Material von AP
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa/dpaweb

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