Kino

Benigni im Krieg

13. Oktober 2005 Zwiespältig ist von der italienischen Kritik Roberto Benignis lange erwarteter Antikriegsfilm aufgenommen worden. Der Komiker und Oscarpreisträger geht in „La tigre e la neve“ (Die Tigerin und der Schnee) das hochaktuelle Thema des Irakkonflikts auf seine märchenhafte Weise an.

Der Regisseur spielt selbst den naiven Poeten Attilio, der seiner großen Liebe Vittoria hinterherreist, als diese bei einer Recherchereise im Irak von amerikanischen Bomben verletzt wird. Der unpolitische Attilio, vollbepackt mit Medikamenten, erlebt mit dem Araber Fuad (Jean Reno) zwischen selbstmörderischen Terroristen und scharfschießenden Amerikanern allerhand absurde Abenteuer, bis er - untermalt von einem Song von Tom Waits - seine Geliebte (im Leben wie im Film Benignis Gefährtin Nicoletta Braschi) in die Arme schließen kann.

Bei den Voraufführungen bemängelte man den zärtlichen Blick des linken Pazifisten Benigni für die amerikanischen Soldaten, die er als irregeleitete, aber im Kern gutartige Ragazzi darstellt. Er wolle sein Publikum „ohne Ideologie bewegen“, ließ der Filmemacher wissen. Sein Film sei eine „Hymne an das Leben“. Das Werk kommt diese Woche mit rekordverdächtigen achthundert Kopien in die italienischen Säle.



Text: dsch / F.A.Z., 13.10.2005, Nr. 238 / Seite 38
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa/dpaweb

 
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