02. Juni 2006 Internetfernsehen, Weblogs und besonders kreative und informative Web-Seiten sind die Preisträger des am Freitag abend in Köln zum sechsten Mal verliehenen Grimme-Online-Awards.
Gleich zwei Preise heimste dabei nach Angaben des Adolf-Grimme-Instituts das Internet-Fernsehangebot Ehrensenf ein: einen Jury-Preis in der Kategorie Kultur und Unterhaltung sowie den zum fünften Mal von den Nutzern per Abstimmung im Internet vergebenen Intel Publikums-Preis.
Unter den aus 24 Nominierungen ausgewählten Preisträgern dominieren nach Angaben des Instituts Anbieter, die unabhängig, ohne die Unterstützung großer Verlage oder Institutionen, arbeiten. Der für den Online-Award zuständige Grimme-Referent Friedrich Hagedorn würdigte auch die technischen Innovationen der nominierten und ausgezeichneten Websites: Immer mehr Websites binden neue Formen wie Podcasts, Blogs und Bewegtbilder ein.
Angenehme Art der Nutzung
Die Preisträger böten ihren Usern inhaltliche Qualität auf höchstem Niveau, gleichzeitig aber auch eine angenehme Art der Nutzung, unterhaltsam und ergänzt durch zusätzliche Angebote zur multimedialen Interaktion. Das gelte auch für viele Angebote der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die in diesem Jahr allerdings nicht unter den Preisträgern zu finden seien.
Preisträger in der Sparte Information sind die Web-Seiten iRights.info, ein Angebot zur komplexen Rechtslage in der digitalen Welt, und die Jugendwebsite der Süddeutschen Zeitung, jetzt.de. In der Kategorie Kultur und Unterhaltung ist weiterer Preisträger neben Ehrensenf das Angebot Riesenmaschine, ein kollaboratives Weblog zum Thema Fortschritt, dessen Texten die Jury teils akrobatische Virtuosität bei klassischer journalistischer Qualität zuschrieb.
In der Kategorie Wissen und Bildung zeichnete die Jury die Kinderwebsite Blinde Kuh und Worldtrip.tv aus, eine interaktive Reisereportage eines Trips von Berlin nach Istanbul. Derartige neuen Formen der Grenzüberschreitung zwischen privatem Reisetagebuch und Medienbericht gehörten zu den interessantesten Experimenten im Internet, urteilte die Jury. Der Grimme-Online-Award Spezial ging an Spreeblick, ein multimediales Weblog aus Berlin, das sich auch als offenes Forum und als Gegenpol zur bestehenden Medienlandschaft begreife. Spreeblick zeige für den Bereich der deutschsprachigen Weblogs, wozu das Genre im besten Fall fähig ist, lobte die Jury.
Text: FAZ.NET mit Material von AP
Bildmaterial: FAZ.NET