03. Mai 2006 Der Streit um die MTV-Serie Popetown spitzt sich zu. Am Dienstag hat das Erzbistum München-Freising eine einstweilige Verfügung gegen die für Mittwoch geplante Ausstrahlung beantragt. Der Antrag richtet sich gegen die (bereits eingestellte) Werbung für die Serie als auch gegen diese selbst. In Popetown, so das Bistum, agiere die Figur eines laut Senderannonce durchgeknallten Papstes, der das Kreuz, das zentrale Symbol des Christentums, als Instrument des Klamauks und in menschenverachtender Sprache behinderte Kinder verunglimpft.
In der Serie sieht das Bistum eine kollektive Beleidigung gläubiger Katholiken nach Paragraph 185 Strafgesetzbuch und den Tatbestand der Beschimpfung eines relgiösen Bekenntnisses (Paragraph 166) verwirklicht. Die Verächtlichmachung richte sich gegen das Papsttum und die dadurch verkörperte katholische Kirche. Der Bischof von Augsburg, Walter Mixa, vergleicht Popetown mit den Mohammed-Karikaturen. Bei beidem handle es sich um geistige Umweltverschmutzung, der mit allen Mitteln zu begegnen sei. Haßtiraden seien von der Meinungsfreiheit nicht gedeckt.
Ausstrahlen und abwarten
Die inzwischen zurückgezogene Werbung und die Serie Popetown selbst beleidigten in übelster Weise den Papst und seien eine blasphemische Verunglimpfung des christlichen Glaubens. Mixa rief die Katholiken zum aktiven Widerstand gegen die Serie und gegen MTV auf.
Der Sender will heute abend um 21.30 Uhr mit der Ausstrahlung von Popetown beginnen. MTV will zunächst nur eine von zehn Folgen zeigen und dann mit Kritikern und dem Publikum über die Fortsetzung diskutieren (www.mtv.de/popetown). Die Reaktionen will MTV berücksichtigen und dann entscheiden (siehe: Popetown läuft - mit einer Folge), ob weitere Episoden ausgestrahlt werden.
Text: miha/FAZ.NET
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