Golden Globes

Cowboys räumen ab

Felicity Huffman mit ihrem Golden Globe

Felicity Huffman mit ihrem Golden Globe

17. Januar 2006 Mit dem Gewinn von vier Golden Globes ist der Western „Brokeback Mountain“ über eine schwule Cowboyliebe nun Favorit für die diesjährigen Oscars.

Der unkonventionelle und in Teilen Amerikas umstrittene Film wurde in der Nacht zum Dienstag von Hollywoods Auslandspresse in Beverly Hills zum besten Filmdrama gekürt. Er setzte sich unter anderem gegen George Clooneys „Good Night, and Good Luck“ über die Kommunistenverfolgung im Amerika der fünfziger Jahre und gegen den Woody-Allen-Film „Match Point“ durch. Die Golden Globes gelten als wichtigste amerikanische Filmpreise nach den Oscars.

Vier Preise für „Brokeback Mountain“

„Brokeback Mountain“, der siebenmal nominiert war, erhielt insgesamt vier Preise: als bester Film in der Kategorie Drama, für die beste Regie (Ang Lee), für das beste Drehbuch (Larry McMurtry und Diana Ossana) und für den besten Filmsong („A Love That Will Never Grow Old“). Der etwas andere Western von Oscar-Gewinner Ang Lee („Tiger & Dragon“) mit Heath Ledger und Jake Gyllenhaal in den Hauptrollen kommt in Deutschland am 9. März in die Kinos. Der Film wird zurzeit mit Preisen überhäuft, unter anderem gewann er den „Goldenen Löwen“ von Venedig. Doch Kirchen und konservative Gruppen in den Vereinigten Staaten haben ihn scharf kritisiert und dem Regisseur vorgeworfen, „mit raffinierten Mitteln“ einen homosexuellen Lebensstil zu propagieren.

Auch in anderen Filmen, die mit Golden Globes prämiert wurden, geht es um Minderheiten oder brisante politische Themen. Die Trophäe für den besten Hauptdarsteller gewann Philip Seymour Hoffman für seine Verkörperung des homosexuellen Schriftstellers Truman Capote. Zur besten Hauptdarstellerin wurde Felicity Huffman ausgerufen, die in „Transamerica“ eine Transsexuelle spielt. Zum besten fremdsprachigen Film wählten die Auslandsjournalisten die palästinensische Produktion „Paradise Now“ über zwei Selbstmordattentäter.

Clooney bester Nebendarsteller

George Clooney erhielt den Golden Globe als bester Nebendarsteller für seine Rolle als CIA-Agent Robert Barnes in dem Thriller „Syriana“, der sich kritisch mit den Praktiken amerikanischer Ölgesellschaften auseinander setzt. Der Film „Walk the Line“ über das Leben des Country-Sängers Johnny Cash (1932-2003) erhielt drei Golden Globes: für das beste Musical, den besten Musical-Hauptdarsteller (Joaquin Phoenix) und die beste Musical-Hauptdarstellerin (Reese Witherspoon). Anthony Hopkins („Das Schweigen der Lämmer“) erhielt einen Golden Globe für sein Lebenswerk.

In der Fernsehsparte ging der Preis für die beste Fernsehserie an „Desperate Housewives“. Geena Davis wurde für ihre Darstellung der amerikanischen Präsidentin in „Commander in Chief“ ausgezeichnet.

Mit Spannung sieht die Filmbranche nun den Oscar-Nominierungen am 31. Januar und der Oscar-Verleihung am 5. März entgegen. Sollte „Brokeback Mountain“ dabei seinen Triumphzug fortsetzen, wäre es das erste Mal, daß ein Film mit dem Hauptthema Homosexualität die Oscars dominiert.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: AP, dpa/dpaweb, REUTERS

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