Kinovorschau

Hippie-Eltern und Hundekuchen

15. Mai 2007 Sie sind nur „2 Tage in Paris“, und Julie Delpy verprellt als Marion fast ihren Freund - mit verrückten Eltern und alten Liebhabern. Außerdem von Donnerstag an im Kino: Anthony Hopkins als Psychopath und Armin Rohde als bellender Gentleman.

2 Tage in Paris

Komödie, Frankreich / Deutschland 2007.

„2 Tage in Paris“ ist die erste lange Regiearbeit der französischen Schauspielerin Julie Delpy („Before Sunset“). Sie machte außerdem den Schnitt, die Produktion und den Soundtrack des Films, verfasste das Drehbuch und übernahm die Rolle der beziehungsgestressten Marion, die zum ersten Mal mit ihrem neurotischen amerikanischen Freund Jack (Adam Goldberg, „A beautiful mind“) in ihre Heimatstadt Paris reist. Dort sieht sich Jack nicht nur mit Marions ungewöhnlich offenen Hippie-Eltern (gespielt von Delpys Eltern Marion Pillet und Albert Delpy) konfrontiert, auch zahlreiche Verflossene seiner Freundin tauchen auf und machen den Urlaub in der Stadt der Liebe zur Prüfung für die Beziehung. Einer von ihnen ist Lukas (Daniel Brühl, „Die fetten Jahre sind vorbei“).

Das perfekte Verbrechen

Thriller, Vereinigte Staaten 2007.

Regisseur Gregory Hoblit („Frequency“) hat die Hauptrolle seines spannenden Gerichtsthrillers mit dem Oscar-Preisträger Sir Anthony Hopkins besetzt. Ted (Hopkins, „Das Schweigen der Lämmer“) entdeckt, dass seine junge Frau Jennifer (Embeth Davidtz) eine Affäre hat und plant ihren Tod - den perfekten Mord.

Als Polizist Rob (Billy Burke) am Tatort erscheint, entdeckt er, dass das Opfer seine Geliebte ist, deren wahre Identität er nie kannte. Ted wird sofort verhaftet und angeklagt, und sein Prozess ist eine große Chance für den ehrgeizigen Willy (Ryan Gosling, „Half Nelson“), den Gehilfen des Staatsanwalts. Doch der Fall entpuppt sich als vielschichtiges, kompliziertes Komplott, in dem Ted seine Gegner psychologisch geschickt ausspielt.

Herr Bello

Kinderfilm, Deutschland 2007.

Armin Rohde spielt nach „Das Sams“ (2001) abermals in der Verfilmung eines erfolgreichen Kinderbuches von Paul Maar mit, Regie führte Ben Verbong.

Der Witwer Sternheim (August Zirner) entdeckt in seiner Apotheke ein Fläschchen mit einer mysteriösen farbigen Substanz. Dummer Weise zerbricht die Flasche, und der Hund seines Sohnes Max (Manuel Steitz) leckt die Flüssigkeit auf - mit unübersehbaren Folgen, denn Bello verwandelt sich in einen Menschen; nur sein Benehmen bleibt das eines Hundes. Kein Wunder, dass Bello (Armin Rohde) für Chaos und lustige Verwirrungen sorgt.

Die History Boys - Fürs Leben lernen

Komödie, Vereinigte Staaten / Großbritannien 2006.

1983 bahnt sich an einer nordenglischen Schule eine akademische Revolution an. Acht Jungs aus der Unterschicht bereiten sich auf die Qualifikation für die Aufnahmeprüfung an den Eliteunis Oxford und Cambridge vor. Zwei Lehrkräfte helfen dabei. Sie verfolgen dabei pädagogisch konträre Lernkonzepte.

Hector (Richard Griffiths) legt den Schwerpunkt auf die wahrheitsorientierte Bildung, sein junger Kollege Irwin (Stephen Campbell Moore) lehrt u.a. moderne, zielgerichtete Argumentation. Regie führte Nicholas Hytner („Center Stage“), das Drehbuch verfasste Alan Bennett - ursprünglich für die Bühne.

Adam & Steve

Komödie, Vereinigte Staaten 2005.

„Adam & Steve“ ist Craig Chesters Regiedebüt, aus seiner Feder stammt auch das Drehbuch, und er spielt die Rolle des Adam Bernstein. 17 Jahre nach einem katastrophalen One-Night-Stand in den Achtzigern treffen sich Adam und Steve (Malcolm Gets) wieder und verlieben sich erneut ineinander, denn sie erkennen sich auf Anhieb nicht.

Die beiden überwinden zunächst die schlimmsten Hindernisse für ihre Liebe - fliegende Bierflaschen, eifersüchtige Freunde und homophobe Nachbarn. Als Nagelprobe kommt dann noch die Erinnerung an die schlimmste Nacht ihres Lebens zurück.

Stomp the Yard

Drama, Vereinigte Staaten 2007.

Regisseur Sylvain White („Ich werde immer wissen, was du letzten Sommer getan hast“) erzählt die Geschichte des selbstsicheren und lebensfrohen 19-jährigen DJ (Columbus Short, „Save the Last Dance 2“), dessen Leidenschaft Tanzen ist. Als sein jüngerer Bruder bei einer Schlägerei getötet wird, schickt seine Familie DJ zu Verwandten nach Atlanta.

Er macht einen Neuanfang, fängt an zu studieren und verliebt er sich in April (Meagan Good). Mit seinen tänzerischen Fähigkeiten versucht er, sie seinem Konkurrenten Grant (Darrin Dewitt Henson) auszuspannen. Bald wird DJ von zwei Studentenverbindungen umworben, für die er an einem wichtigen Tanz-Wettbewerb teilnehmen soll.

Shooting Dogs

Drama, Deutschland / Großbritannien 2005.

Mit „Shooting Dogs“ hat der schottische Regisseur Michael Caton-Jones („Basic Instinct 2“) das Drama des Völkermordes in Ruanda 1994, eine noch immer aktuelle Geschichte, verfilmt.

Schauplatz ist eine Schule in Kigali, an der Priester Christopher (John Hurt, „V für Vendetta“) und sein junger Kollege Joe (Hugh Dancy, „King Arthur“) besorgt die Eskalation der Gewalt zwischen den ethnischen Gruppen beobachten. Sie gewähren zahlreichen Flüchtlingen Zuflucht, können jedoch ohne die Hilfe der UN-Streitkräfte wenig ausrichten.

Der große Ausverkauf

Dokumentarfilm, Deutschland 2006.

Regisseur Florian Opitz ist auf vier Kontinente gereist, um von vier unterschiedlichen menschlichen Schicksalen zu berichten. Allen gemeinsam ist der Widerstand gegen die bitteren Konsequenzen von der Privatisierung staatlicher Unternehmen, und ebenfalls allen gemeinsam ist, dass es keine Erfolgsgeschichte zu erzählen gibt.

Opitz zeigt mit seinen Beispielen, wie sehr das Ziel dieser Aktionen, nämlich Effizienz und Einsparungen zum Wohle der Menschen, verfehlt worden ist. In Großbritannien beispielsweise erzählt ein Lokführer von der Zunahme tödlicher Unfälle auf dem desolaten Schienennetz der British Rail, und in Soweto sitzen die Menschen wegen kaum bezahlbarer Stromrechnungen im Dunklen.

Ein Lied für Argyris

Porträt, Schweiz 2005.

Im griechischen Bauerndorf Distomo hat der Dokumentarfilmer Stefan Haupt („Elisabeth Kübler-Ross - Dem Tod ins Gesicht sehen“) „Ein Lied für Argyris“ gedreht. Als kaum Vierjähiger überlebte Argyris dort ein Massaker der Nationalsozialisten, bei dem er seine Eltern und 30 weitere Angehörige verliert.

Argyris Sfountouris ist mittlerweile 66 Jahre alt und ein charismatischer Mann. Mit melancholischer Heiterkeit hat er sich Zeit seines Lebens mit dem Wahnsinn auseinandergesetzt, der ihm als Kind widerfahren ist.



Text: @aper, FAZ.NET
Bildmaterial: AP, ddp, dpa, Salzgeber

 
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