Filmförderung

Deutsche Millionen für Cruise-Film

05. Juli 2007 Der umstrittene Stauffenberg-Film des Scientology-Anhängers Tom Cruise wird mit deutschen Fördergeldern im Umfang von knapp fünf Millionen Euro unterstützt. Der Deutsche Filmförderfonds (DFFF) habe das Geld bewilligt, sagte eine Sprecherin des Fonds, der von der Bundesregierung finanziert und von der Filmförderungsanstalt (FFA) verwaltet wird. An dem Film ist ein deutscher Produzent beteiligt.

Der von Kulturstaatsminister Bernd Neumann ins Leben gerufene Fonds wird 4,8 Millionen Euro aus seinem diesjährigen Budget von 60 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Damit solle dem Eindruck begegnet werden, dass Deutschland grundsätzlich gegen Tom Cruise in der Rolle des Hitler-Attentäters Claus von Stauffenberg sei, hieß es in Kulturkeisen mit Einblick in die Vergabepraxis. Die Fördersumme übersteigt die Gesamtproduktionskosten der meisten deutschen Filme.

Neben der Familie Stauffenbergs hat sich auch Verteidigungsminister Franz Josef Jung kritisch über die Filmpläne geäußert. Er erklärte, solange der Scientology-Anhänger Cruise die Hauptrolle spiele, könne der Film nicht an militärischen Originalstätten gedreht werden. Stauffenberg wurde nach dem gescheiterten Attentat am 20. Juli 1944 im so genannten Bendlerblock hingerichtet. Das Gebäude liegt auf dem Gelände des Verteidigungsministeriums.

Scientology wird vom Verfassungsschutz überwacht, weil die Organsiation im Verdacht steht, gegen das Grundgesetz zu verstoßen. Ehemalige Mitglieder werfen der Organisation vor, Gehirnwäsche zu betreiben. Drehbeginn für den Streifen „Walküre“ ist am 18. Juli in Berlin. Der Film von Regisseur Bryan Singer soll 2008 in die Kinos kommen.



Text: Reuters
Bildmaterial: REUTERS

FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche