Von Frank Schirrmacher
23. September 2007 Am Freitagabend gegen einundzwanzig Uhr erlebte der Bendlerblock einen Augenblick völliger Stille. Die Filmcrew des Valkyrie“-Films versammelte sich, um der erschossenen Attentäter des 20. Juli 1944 zu gedenken.
Tom Cruise, der die Figur des Claus Schenk Graf von Stauffenberg spielt, sprach sichtlich bewegt über die Aura des Ortes und dankte den Verantwortlichen, dass sie die Genehmigung zum Drehen am Ende doch erteilten. Bryan Singer, der Regisseur, mahnte zu Rücksichtnahme und zu würdevollem Verhalten am Mahnmal, und der Autor des Drehbuchs, Christopher McQuarrie, las aus dem Abschiedsbrief, den der zum Tode verurteilte Widerstandskämpfer Peter Graf Yorck von Wartenburg an seine Mutter geschrieben hatte. Darin heißt es: Es waren lediglich meine vaterländischen Gefühle, die Sorge um mein Deutschland, wie es in den letzten zwei Jahrtausenden gewachsen ist, das Bemühen um seine innere und äußere Entwicklung, die mein Handeln bestimmten.“
Keiner aß, trank oder telefonierte auf dem Set
Im Zwielicht von Scheinwerfern, Dunkelheit und künstlichem Nebel wirkt die Übereinstimmung der Schauspieler mit den wirklichen Personen anrührend und ernst. Noch unmittelbar vor Drehbeginn hatte sich Cruise – bemüht, jedes einzelne Detail zu kennen, auch solche, die mit den unmittelbaren Geschehnissen im Bendlerblock gar nichts zu tun hatten – mit der Walküre“-Dokumentation von Joachim Fest aus dem Jahre 1972 befasst.
Später drehte das Filmteam die Exekution der Widerstandskämpfer. Der Sandhaufen und die Erdarbeiten für die Bunkeranlagen des Jahres 1944 waren authentisch rekonstruiert. Eine Zeitreise begann. Für das Protokoll: Kein Mensch aß, trank oder telefonierte auf dem Set. Nur in regelmäßigen Abständen hörte man die Kübelwagen einfahren, die das Geschehen beleuchteten, und es ertönte das Kommando, das die Namen der zu Erschießenden rief. Die Filmaufnahmen dauerten bis zum Morgengrauen. Der Film kommt Ende Juni 2008 in die Kinos.
Text: F.A.S.
Bildmaterial: reuters
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