23. März 2005 Die Januarausgabe der Jugendzeitschrift Popcorn, die Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zwölf und siebzehn Jahren anspricht, ist auf dem Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien gelandet.
Eine Kioskbesitzerin aus Paderborn, die selbst Mutter dreier Kinder ist, war auf eine Reportage des Heftes über sadomasochistische Bühnen-Praktiken des Berliner Rappers Sido aufmerksam geworden. Die Geschichte wurde in Popcorn von Fotos begleitet, die der Frau unzumutbar für die potentielle Leserschaft erschienen. Sie rief das Kreisjugendamt Paderborn an, das einen Antrag an die Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Medien stellte, die Ausgabe auf den Index zu setzen. Doch erst jetzt wurde die betreffende Popcorn-Januarausgabe 2005, die bereits Mitte Dezember 2004 zu haben war, indiziert.
Das Blatt erscheint bei Axel Springer, in dem Tochterverlag AS Young Mediahouse. Der Verlag muß nun dafür sorgen, daß die Januar-Zeitschrift für Kinder und Jugendliche unzugänglich gemacht wird. Hermann Hutsch, der Leiter des Kreisjugendamtes Paderborn, appellierte in einem Schreiben an alle Grund-, Haupt-, Realschulen und Gymnasien im Kreis an die Erziehungsverantwortlichen, einen kritischen Blick in die Schultaschen ihrer Kinder zu werfen. Und warb mit dem Erfolg der Indizierung für eine aktive Mithilfe bei der Sichtung von Medieninhalten.
Die Springer-Sprecherin Silvie Rundel sagte, die Benachrichtigung der Indizierung sei noch nicht eingetroffen.
Text: boom. / F.A.Z.
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