Iran hat als Reaktion auf die Resolution des Gouverneursrates der Atomenergiebehörde IAEA den Bau von insgesamt zehn neuen Anlagen zur Urananreicherung angekündigt. Irans Parlamentspräsident Laridschani nannte das Verhalten der IAEA eine lächerliche Politik von Zuckerbrot und Peitsche.
Ein herausfordernder Blick, ein tiefer Ausschnitt: Die Sexualität ist das Werkzeug der Jugend in Iran, um mit alten Tabus zu brechen und um aufzubegehren gegen das, was der Staat ihnen untersagt. Der Protest, der in der Politik brutal unterdrückt wird, wird im Privaten gelebt. Von Christiane Hoffmann, Teheran
Wegen der Proteste nach der umstrittenen Präsidentenwahl im Iran sind einem Bericht des staatlichen Rundfunks zufolge bislang fünf Menschen zum Tode verurteilt worden. 81 hätten Haftstrafen von bis zu 15 Jahren erhalten, meldete der Sender IRIB am Dienstag.
Am 30. Jahrestag der Besetzung der amerikanischen Botschaft haben sich Polizei und Demonstranten in der iranischen Hauptstadt Teheran schwere Straßenschlachten geliefert. Angeblich sollen beim Einsatz der Bassidsch-Miliz auch Schüsse gefallen sein.
In Teheran zelebriert die Regierung die Erstürmung der amerikanischen Botschaft vor 30 Jahren. Der 4. November ist einer der heiligsten politischen Feiertage der Islamischen Republik. Die iranische Opposition nutzte die gelenkten Feiern indes zu neuerlichen Protesten. Von Rainer Hermann, Abu Dhabi
Bei einem Selbstmordanschlag sind in Iran mindestens 20 Menschen getötet worden. Unter den Opfern sind offenbar ranghohe Kommandeure der Revolutionsgarden. Der Anschlag ereignete sich in der Region Pischin im Südosten des Landes.
Amerika drängt Iran, IAEA-Inspekteuren unverzüglich Zugang zu seiner im Bau befindlichen zweiten Urananreicherungsanlage zu gewähren. Im Rahmen eines Manövers testete Iran am Sonntag abermals Kurzstreckenraketen. Von Matthias Rüb und Hans-Christian Rößler
Im Sommer machten sie Geschichte: die Aktivisten von Irans junger Protestbewegung. Der Aufstand hat Spuren hinterlassen. Die Fotografin Diana Djeddi berichtet von der damaligen Aufbruchsstimmung.
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadineschad hat mit scharfer Kritik an Israel für einen Eklat in der UN-Vollversammlung gesorgt. Er nannte das Vorgehen gegen die Palästinenser Völkermord und warf den Juden vor, die internationale Politik zu dominieren.
Ungeachtet eines Verbots gingen am Freitag in Teheran tausende Reformer zu Protesten gegen Präsident Ahmadineschad auf die Straße. Zum ersten Mal seit 25 Jahren durfte Rafsandschani nicht die Predigt zum Jerusalem-Tag halten.
Mit Ausnahme von lediglich drei der 21 Kandidaten hat das iranische Parlament das Kabinett Ahmadineschads gebilligt. Die Geistlichkeit ist weiter entmachtet worden, Militärs und Bassidsch haben an Einfluss gewonnen. Die Fronten im Land verhärten sich weiter. Von Rainer Hermann, Abu Dhabi
Der Vorsitzende des iranischen Expertenrates und frühere Präsident geht offenbar auf Distanz zum Oppositionskandidaten Mussawi. Akbar Haschemi Rafsandschani hat die Iraner zum Gehorsam gegenüber Revolutionsführer Ajatollah Ali Chamenei aufgerufen.
Die seit mehr als sechs Wochen in Iran inhaftierte Französin Clotilde Reiss ist gegen Zahlung einer Kaution entlassen worden. Sie sei bei guter Gesundheit und befinde sich nun in der französischen Botschaft in Teheran, teilte der Elysée-Palast am Sonntagabend in Paris mit.
Iran hat am Dienstag eine seit Tagen inhaftierte Mitarbeiterin der französischen Botschaft freigelassen. Sie war am vegangenen Donnerstag verhaftet worden. Die ebenfalls inhaftierte Sprachlehrerin Clotilde Reiss ist indes noch nicht wieder in Freiheit.