Familie

Genug gejammert, Mama!

Am Muttertag sind Tausende von Frauen beglückt - die Familienwelt ist in Ordnung. An den zurückliegenden 364 Tagen aber hatten es die deutschen Mütter wieder sehr schwer - glaubt man ihren Klagen. Ist das unabänderlich?

Lesermeinungen zum Beitrag

16. Mai 2006 12:25

@Plaß/Luther: gehen den Vater seine Kinder etwas an ?

Richard Herden (richardherdenqwert)

Ich glaube schon, dass wir in Deutschland
ein besonderes Problem mit der Vaterrolle haben:
in keinem anderen westlichen Land beharren viele Männer
so stur auf ihrer ungestörten Karriere.

Kinder scheinen den Vater nach altdeutscher Auffassung
nur marginal etwas anzugehen. Papa will Karriere machen.

Diese Einstellung ändert sich zwar langsam,
sie war und ist aber noch immer ein Hindernis,
das viele Frauen davon abschreckt, sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

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16. Mai 2006 10:12

Probleme und Kinder

Marc Rieger (rieger74)

Gejammert wird in Deutschland zu viel und zu oft, da stimme ich voll und ganz dem Artikel zu. Gerade beim Thema "Kinder" ist das ein Problem, denn es fuehrt letztlich nur dazu, dass "Kinder" als "Problem" gesehen werden - mit allen Konsequenzen.
Wir leben momentan in der Schweiz. Hier in Zuerich werden 80% der Geburten von Auslaendern "beigesteuert". Auslaender sind hier im Schnitt nicht gerade die reichsten Leute. Wie kommt es, dass Menschen aus anderen Kulturen hier Kinder bekommen, die wohlhabenderen Einheimischen aber fast nicht?
Ich denke, in Deutschland werden wir aehnliche Statistiken finden, die eindrucksvoll belegen, dass mehr Geld nicht mehr Kinder bedeutet. - Das Problem ist definitv anderswo zu finden!
Eine bessere gesellschaftliche Akzeptanz von - einerseits - Familien mit Hausfrau und Mutter und - andererseits - alternative Betrueuungsmoeglichkeiten fuer berufstaetige Paare, und - vor allem! - die Erkenntnis, dass Kinder-Haben wunderschoen ist: Das ist es, was wirklich in Deutschland fehlt!
Und da koennen Politiker nur bedingt etwas bewirken, das muessen wir alle schon selbst tun!

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15. Mai 2006 22:08

sollten sie mich meinen Herr Plaß?

Rainer Mächler (wozu)

Haben sie den Eindruck, daß ich jammere? Was halten sie von der These, daß eine Bilanz mehr aussagt, als der Blick auf die Ausgabenseite. - daß man mit der Intranzparenz hohle Hülsen als Wohltat verkaufen kann. - daß das bewußt gemacht wird. Was soll das Argument " in anderen Ländern ist es noch schlimmer " bringen, wenn in Dtsch die Verfassung nach Kassenlage ausgelegt wird. Es soll ablenken. In Vietnam sollen Frauen im Schützengraben entbunden haben. Na und ? Was hat das mit Dtsch zu tun? nix. Kann ich daraus einen Imperativ destillieren? nun ja ... Wegen dem Facharbeitermangel will man das Lebensmodell vom englischen Landadel über Deutschland stülpen. So schlecht ist das auch wieder nicht. England hat ja gute Internate. Ein Artikel lautet " sie werden keine Wahl haben" und genau das ist Unfreiheit.
Auf ihre persönlichen Mutmaßungen antworte ich nicht mit dem Spiel " Dtschland sucht den Super-Dad"

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15. Mai 2006 17:03

Her Plaß, ich "echter" Kinderfreund?

Peter Luther (nesraeb)

Sie sind aber wirklich sehr modern, Herr Plaß! Wahrscheinlich sind andere Erscheinungsformen als die Ihre dann auch gleich kinderfeindlich. In einem stimme ich Ihnen uneingeschränkt zu: Kinder bekommen grundsätzlich nur 2 Personen - jedenfalls meistens. Denn die moderne Medizin .... aber lassen wir das lieber. Eines ist aber m.E. unglaublich aufgebauscht: Es kann nicht sein, dass das Kind "geworfen" wird und anschließend geht man sich dann wieder selbst verwirklichen. Sicher, Sie sehen das natürlich anders, na klar! Die Frage kommt doch aber unweigerlich auf, wofür man in diesem Fall überhaupt ein Kind (oder mehrere Kinder) haben möchte, wenn man direkt nach der Geburt nach staatlichen Hilfen ruft - den Nachwuchs also (wie früher in der DDR) im wahrsten Sinne des Wortes abgibt.
In Deutschland sieht es leider an vielen Stellen so aus, dass überall gejammert wird. Phantasie fehlt den meisten Menschen. Und so kann es auch nicht wundern, wenn die Väter am Sonntag lieber auf der Terrasse das Formel I Rennen anschauen während sich die Mütter auf dem Spielplatz mit dem Kindern beschäftigen.

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15. Mai 2006 15:01

aber Papa darf weiterjammern?

Jan Plaß (yoann)

Oje, oje, die Kommentare der meist männlichen Kollegen lesen sich so selbstgefällig wie ein ungestochener Spargel. Im Bio-Unterricht 1. Sekundarstufe lernen wir, dass zum Kinderkriegen immer 2 gehören. Normalerweise sind das dann Mama und Papa die sich dann später auch um ihr Kind kümmern. In Deutschland ist es irgendwie anders: Papa ist mehr so was wie der Manager, der die Richtlinien und das Geld beschafft und Mama ist die Mitarbeiterin, die sich um die Realisierung des Projektes kümmert. Das aus dieser komischen Arbeitsteilung auch sehr viel Frust entstehen kann, wird den Leuten erst klar, wenn sie eine gleichberechtigte Lebensform ausprobieren.
Von jungen Vätern hört man dagegen gerne Sprüche wie: "die Kinder sollen nicht abgeschoben werden sondern bei ihrer Mutter heranwachsen" oder "ich bin gegen Bezugspersonen auf Zeit". Blah Blah Blah! Anstatt herumzuschwadronieren machen Sie bitte folgendes Experiment: Nehmen Sie sich einfach mal eine Woche Urlaub, schicken Ihre Frau zu ihrer Freundin und kümmern sich um die Kleinen. Danach werden Sie sehen, ob Sie immernoch so kinderlieb sind wie Sie immer meinen, oder einfach in der Wirklichkeit angekommen sind.
Eine andere Frage an den Jungvater: Würden Sie ihre Stelle reduzieren (oder eine Teilzeitstelle suchen) um ihrer Frau den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu ermöglichen? Nein?
Immer dran denken: Kinder kriegt und hat man nur zu zweit.

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14. Mai 2006 21:26

Nicht genug? wäre besser als gar nichts...

Ines Röhle (dasty)


Als Stichtag gilt ausschließlich der Geburtstermin des Kindes ab dem 01. Januar 2007!
Eine derartige Regelung bedeutet in letzter Konsequenz, dass alle Familien, die sich Anfang nächsten Jahres bereits in Elternzeit befinden oder diese im Januar oder Februar 2007 antreten, vom Elterngeld komplett ausgeschlossen werden, was meiner Meinung nach eine ungeheure Ungleichbehandlung darstellt, die m.E. weder moralisch noch rechtlich vertretbar ist.
Auch mir ist selbstverständlich klar, dass es einen Stichtag geben muss.
Aber um den Gleichbehandlungsgrundsatz des Grundgesetztes zu wahren, sollten alle Familien, die ab dem 01. Januar 2007 noch im ersten Jahr der Elternzeit sind, anteilig bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres des Kindes berücksichtigt werden.
Zumal alle Eltern unabhängig vom Geburtsdatum der Kinder ab dem 1.1.2007 von den geplanten Steuererhöhungen bzw. Gesetzesänderungen zur Refinanzierung belastet werden, z.B. Erhöhung der Mehrwertsteuer, Kürzung der Bezugsdauer des Kindergeldes um zwei Jahre.
Im Umkehrschluss ist aber für das Elterngeld alleine das Geburtsdatum entscheidend. Theoretisch entscheiden dann Minuten darüber, ob eine Familie eventuell gar keine Unterstützung erhält oder bis zu Euro 1.800,00 monatlich. Gleiche Lebensumstände (1. Jahr der Elternzeit) können nicht vom Staat derart ungleich mit Fördermitteln versehen werden.
Es werden Familien mit gleichen Rahmenbedingungen in Gewinner oder Verlierer gespalten, anstatt eine anteilige Zahlun

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14. Mai 2006 19:04

Blumen für Mutti

Rainer Mächler (wozu)

Es braucht heute keiner mehr ein Mutterkreuz. Genauso wahr ist, daß Bilanzen mehr aussagen als das Aufzählen der Almosen des Umverteilungswahns. Frau von Münchhausen sie kennen die Bilanzen, oder haben sie nicht Raffelhüschen gelesen? Was soll diese europäische Milchmädchenrechnung? Warum erwecken sie den Eindruck, daß hier was geschenkt wird?
Wir nehmen ein paar Euro vom Kindergeld, um die "kostenlosen" Krippen aufzubauen. Hey Mutti hör auf zu jammern, Deutschland sorgt für dich. Du bist doch Dtschland. WIR sorgen für dich. Kannst du ja nicht, bist ja ne Mutti.
Transferausbeutung ist kein Fremdwort in Deutschland. Intransparenz gewollt, weil momentan systemstabilisierend.Mutti pass auf, es gibt Kosten, Unkosten und Lohnnebenkosten. Lohnnebenkosten sind kein Lohn, sondern eine Gutmenschenleistung. So, und jetzt freu dich über deine Blumen!

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14. Mai 2006 16:51

Anscheinend nicht genug...

Emmanuel Declerq (Declerq)

Der Beitrag von Frau v. Münchhausen ist durchaus lesenswert, vor allem aus dem Grunde, daß es selten ist, die Situation in anderen Länder zu durchleuchten. Sehr treffend ist der Hinweis, daß Kinder zu haben nicht nur mit rationalen oder gar mit finanziellen Interventionen maßgeblich zu beeinflüssen ist.

Dennoch kann es die Autorin auch nicht lassen (bzw. sich dagegen wehren), die übliche Jammer-Rethorik anzuwenden. Zitat "Immer noch wird die Leistung von Müttern kaum anerkannt, geschweige denn angemessen gewürdigt". Nun ja, wie soll es denn das geschehen Fr. v. Münchhausen? Etwa mit noch zusätzlicher staatlicher Förderung und hochdotierte Preisausschreibungen?? Diese krasse Widerspruch zum Plädoyer lässt den Artikel plötzlich verblassen und unseriös erscheinen. Anscheinend hat die Autorin den ganz am Ende als Pointe dienenden Rat ihrer schottischen Freundin nicht folgen können. Schade!! Wäre mal ein Anfang gewesen.

PS: Ich hätte es begrüßt, wenn die Autorin den neuen Familienbericht der Bundesregierung erwähnt hätte. Dort steht die Kritik an die Mütter nach einer Europaweiten Vergleichsstudie "...Die geringste Präsenz am Arbeitsmarkt findet sich bei deutschen Müttern, die diese gewonnene Zeit aber nicht in Hausarbeit investieren, sondern in persönliche Freizeit..". Wäre doch ein neuer Grund zu jammern.

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14. Mai 2006 13:53

Genau - Genug gejammert

Claus Hagenhoff (cdhagenhoff)

Ein guter Artikel, der aber nicht nur das Gejammer der Mamas anspricht, sondern der gesamten veröffentlichten Meinung. Der Blick über unsere Grenzen und unseren Tellerrand ist hier wirklich lehrreich. Die gewissenhafte, aber eben auch verbissene Diskussion hierzulande um Elterngeld usw. zeigt, das wir uns eigentlich manchmal Defizite einreden, die durch tägliches Bemühen der Mütter und die 155 staatlichen Familienleistungen schon jetzt zumindest "irgendwie" bewältigt werden. Dank der Mütter (und auch sehr vieler Väter und anderer Beteiligter) funktioniert der Familienalltag eben doch ganz "passabel", Wir müssen uns damit abfinden, dass es zwar Unterstützungen, aber eben kein ideales staatliches Betreuungsparadies geben kann und darf, wenn man nicht die Eigenverantwortung von Müttern aufgeben will.

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14. Mai 2006 13:51

Muttertag - und der Bundesfinanzminister

Fionn Huber (fionn)

2006/2007 erwartet Herr Steinbrück mehr Steuereinnahmen - dank der anziehenden Konjunktur - als eingeplant.

Der Bundesfinanzminister soll (ausnahmsweise heute Muttertag) sich weich klopfen lassen und der Familienministerin mehr Geld zukommen lassen.

Uebrigens, eine Familienministerin mit 7 Kindern ist ein Unikum in der EU. Frau Ursula von der Leyen soll sich m.E. stärker in der EU profilieren (lassen) - she's a slim, chic, intelligent, good-looking blonde. Ein Atout für Deutschland!

F. Huber

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