Letzter Wunsch vertraute Umgebung: Sterbebett einer Achtzigjährigen in Frankfurt

Zuhause sterben

Ein Abschied in Würde

Anne-Kathrin hatte einen bösartigen Tumor des Knochens. Sterben wollte sie zu Hause - nicht in einer Klinik. In der Stunde ihres Todes fragte sie sich: Wie kommt man zu Gott? Mit den von ihr heiß geliebten Inlineskates etwa, wie ihr Vater vorschlug? Von Magnus Heier

Lesermeinungen zum Beitrag

05. Dezember 2008 16:46

Für alles ein Gesetz...

Sandra Kaliga (SKaliga)

...auch um angemessen zu Sterben? 11 Jahre ist es jetzt her, das ich von der Station auf der meine Mutter lag, morgens angerufen wurde und wie so oft in den vorangegangenen Monaten, mir gesagt wurde, dass es meiner Mutter nicht gut geht u. sie glauben das es nun nicht mehr lange dauert. Meine Ma hatte mir mal gesagt, das sie, nachdem was sie alles durchgemacht hatte (OPs, Chemo, Bestrahlung), sehr gerne zu Hause in ihrem Bett sterben wollen würde. Für mich war klar, ihr letzter Wunsch muss erfüllt werden, egal wie. Erstaunlicherweise ging alles ohne Komplikationen, die Ärztin, das total nette Pflegepersonal, die Fahrer vom Krankentransport haben innerhalb von Stunden alles organisiert, tragbares Sauerstoffgerät, Morphium,häusliche Krankenpflege. Gg. Mittag kamen wir mit Blaulicht (in Berlin ist immer Stau) in ihrer Wohnung an. Der Fahrer meinte noch zu mir, das er es sehr ungewöhnlich findet, er es sich aber auch wünscht, das seine Familie so reagiert. Wir brauchten kein spezielles Bett, keine Hightech, keine Maschinen: meine Mutter brauchte ihre bekannte Umgebung, Menschen die sie kennt sollten sie umgeben, um zur Ruhe zu kommen. Am Abend ist sie dann friedlich eingeschlafen. Immerwieder würde ich so handeln, mit und ohne Gesetz.

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02. Dezember 2008 04:02

Mein Vater starb zuhause

Thomas Mank (tgamank)

Mein Vater litt an Blasenkrebs bereits im fortgeschrittenen Stadium. Aus dem einst kräftigen Mann war in kurzer Zeit ein schwacher, aber nicht willenloser Mensch geworden, die Krankeheit hat ihn gnadenlos ausgezehrt. In der Klinik wurde er wunderbar versorgt, aber es bedurfte keiner Diskussion, dass er, als das nahende Ende absehbar war, auf eigenen und meiner Mutter und meinen dringenden Wunsch in völligem Einverständnis mit den Ärzten aus der Klinik nach Hause gebracht wurde. Seine Pflege war uns selbstverständlich. Ein Spezialbett war im Esszimmer aufgebaut worden, wo er das Tagesgeschehen wahrnehmen konnte, in dessen Mittelpunkt er sowieso stand. 3 Wochen später ist er dort friedlich eingeschlafen. Das ist nun 4 Jahre her und ich kann bis heute nicht ohne tiefe Bewegung an diese letzte intensive Zeit mit ihm denken. So grässlich die Krankheit auch war, der Tod im Kreise der Familie war so gut wie es in der Situation nicht besser sein konnte. Ich werde das alles natürlich nie vergessen, es hat auch mich nachhaltig verändert. Ich hoffe sehr, dass auch dereinst ich im Kreise meiner Lieben und zuhause sterben kann. Ich kann es mir nicht anders denken.

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01. Dezember 2008 15:00

"Selbstbestimmung"

Marvin Parsons (mapar)

Die Beschwörung der "Selbstbestimmung" stört etwas in dem ansonsten sehr guten Artikel. Wie weit geht die "Selbstbestimmung" eines 11jährigen schwerkranken Mädchens? Sie war total auf die Entscheidungen anderer angewiesen. "Selbstbestimmung" muß gerade im Umfeld des Sterbens leider oft als trojanisches Pferd herhalten, um meist alles andere als humane Vorstellungen durchsetzen. "Selbstbestimmung" bei Schwerkranken ist selten wirklich vom Kranken selber bestimmt, der hilf- und wehrlos ist, sondern von Angehörigen, Ärzten und Gesellschaft, die alle nicht immer selbstlos entscheiden.

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