17. Mai 2008 Angesichts einer explodierenden Zahl neuer Demenzerkrankungen in Deutschland hat Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) vor einer drohenden menschlichen Katastrophe gewarnt. Jedes Jahr erkranken 250 000 Menschen neu. Auf uns kommt eine menschliche Katastrophe zu, wenn wir das Thema weiter verdrängen, sagte von der Leyen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.).
Die Gesellschaft stehe vor riesigen Herausforderungen, sagte die Ministerin. Die Pflege der Demenzkranken könnten professionelle Dienste allein nicht leisten. Ohne bürgerschaftliches Engagement vieler Freiwilliger bekomme man das Problem nicht in den Griff. Es gilt im doppelten Sinne: Ohne Ehrenamt kein gutes Alter, sagte die CDU-Politikerin.
Familie und Pflege miteinander vereinbaren
Von der Leyen wirbt für neue Netzwerke der Hilfe. Es sind die jungen Alten, die sich einsetzen müssen, es ist meine Generation. Wir sind sehr viele. Wenn wir die sechzig überschritten haben, dann werden wir uns kümmern müssen, sagte die Ministerin. Die Pflegeversicherung allein könne das Problem nicht meistern. Wenn die ehrenamtlichen Strukturen heute nicht aufgebaut würden, werden wir dramatisch scheitern, menschlich und ökonomisch, sagte sie.
Von der Leyen fordert, die Arbeitswelt so zu gestalten, dass Familie und Pflege miteinander vereinbar seien. Der mittleren Generation muss es möglich bleiben, ihre eigenen Talente im Beruf zu entfalten und dennoch Verantwortung zu übernehmen für die Kinder - und eben auch für die Alten, sagte die Ministerin der F.A.S.
Das vollständige Interview mit der Familienministerin Ursula von der Leyen lesen Sie am 18. Mai 2008 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Text: F.A.S.
Bildmaterial: F.A.Z.-Greser&Lenz
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