Der Druck wächst: Gymnasiasten in Wiesbaden

Ein Schuljahr weniger

Wie man aus Kindern Manager macht

Frontalunterricht und Selektionsdruck nehmen zu. Freizeit gibt es kaum noch. Eltern verlangen verstärkt Antibiotika für ihre Kinder, um Fehlzeiten abzukürzen. Hannes Hintermeier berichtet, was die neuerdings acht Jahre lange Gymnasialzeit mit den Schülern macht.

Lesermeinungen zum Beitrag

17. September 2007 08:25

G 8

Ulrike Haveraaen (Ullarosa)

Sehr geehrer Herr Hintermeier,
Sie sprechen mir aus der Seele.
G 8 fordert nicht wirklich unsere Kinder, weil die Unterrichtsmethoden sich nicht geändert haben. Sie werden entweder zu knallharten Zeitmanagern oder sie fliegen raus. Das Erlernen von "non-profit-skills" bleibt dabei auf der Strecke. Aber was können wir Eltern tun? Sind wir nicht gefordert Initiativen zu ergreifen und gemeinsam Überlegungen anzustellen, wie wir das System, das wir nun einmal haben für unsere Kinder erträglicher zu gestalten?
Ich bin dazu gerne bereit.
Ulrike Haveraaen

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13. September 2007 12:59

G8-Protestbewegung

Markus Teuber (arathorn)

Es gab einen Versuch,per Antrag einen Volksentscheid über diese Frage herbeizuführen.Allerdings haben nur ein paar Eltern dieses Ansinnen unterstützt.
Und diejenigen,die keine oder ganz kleine Kinder hatten,haben sich gar nicht dafür interessiert.

In Deutschland ist der Wille zum berechtigten (!) und sachbezogenen (!) Protest eben nicht sehr ausgeprägt !

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13. September 2007 11:53

Beitrag von Herrn Pester

Jürgen Klebowski (Klebowski)

Vielleicht ist es ja etwas sehr pingelig, doch sollte man, wenn man das Abitur nach 12 Jahren so lobt und sich selbst als glorreiches Beispiel für ein erfolgreiches Abschließen eben dieses Abiturs darstellt, stärker darauf achten, daß Grammatik und Orthographie dieser Position entsprechen.
Jürgen Klebowski

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12. September 2007 21:13

Zum Beitrag Luise Butzmann

Regina Sell (KlugerKopf14)

Traue keiner Statistik,.......
Gibt es in Berlin schon ein Zentralabitur? Wenn nein, wäre die genannte Schule keineswegs die zweitbeste, sondern allenfalls die Schule mit dem 2-höchsten Abiturnotendurchschnitt, was durchaus nicht dasselbe ist.

Sind die o.g. aktuellen Abiturergebnisse nach 12 oder 13-jähriger Schulzeit entstanden.
Oder genauer gefragt: Sind die jetzigen Abiturienten schon zu 100 % durch den Schnelldurchgang gegangen?
Andernfalls würde gerade das Gegenteil bewiesen, nämlich dass 13 Schuljahre zum zweithöchsten Abiturnotendurchschnitt führen, was wie oben ausgeführt, ohne Vergleiche nur wenig über die Qualität aussagt.

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12. September 2007 16:36

Wo waren sie 2003?

max müller (muxde)

Die Eltern sind mit ihrem Protest reichlich spät dran. Bei der Einführung des G8 (in Bayern) 2003 gab es keine Protestbewegung, die Kritik Sachkundiger verhallte ungehört. Jetzt ist der Zug abgefahren: No use crying over spilt milk, Herr Hintermeier!

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11. September 2007 21:39

Es geht auch anders

Luise Butzmann (Zupfgeigengrete)

Die Berliner Rosa-Luxemburg-Oberschule reagierte auf die Verkürzung der Gymnasialzeit mit der Verlängerung der Unterrichtsstunden auf 60 min (dadurch weniger verschiedene Einzelstunden mit mehr Zeit zur Vertiefung des Themas), einem späterem morgendlichen Anfang und einer ausführlichen Mittagspause. Gleichzeitig wird eine sehr kommode Hausaufgabenpolitik verfolgt, so daß die Schüler recht entspannt durch den Tag kommen und Zeit für eigene Dinge haben, auch wenn sie meist erst gegen 16 Uhr zu Hause sind. Diese Schule ist nach den Abiturergebnissen die zweitbeste Berlins. Es geht also auch anders. Allerdings hat die Schule auch Erfahrung mit dem Abitur nach 12 Jahren, weil sie schon seit Jahren einen Schnelläuferzug ab fünfter Klasse betreiben. Ansonsten währt sympathischerweise in Berlin die Grundschule sechs Jahre.
Ich begrüße eine Verkürzung der Schulzeit sehr. Mit 19 oder 20 immer noch nichts anderes als Schüler zu sein, finde ich gruselig.

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11. September 2007 14:26

Verschlimmbesserung

Christoph Jahnz (scu84)

Ich bin im Prinzip für das Abitur nach 12 Jahren. Ich selbst bin noch 13 Jahre zur Schule gegangen (NRW), jecdoch hätte man durchaus ein volles Jahr streichen können. Dies ist zwar zum Nachteil von Realschülern, aber man kann es halt nicht jedem rechtmachen (=Kuschelpädagogik).

Die Regierung hat mal wieder Ihre Fähigkeit zur Schau gestellt, alles zu verschlimmbessern. Hehere Ziele, schlechte Umsetzung, die jedem Bürger die Haare zu Berge stehen lässt. Es ist zwar einem Schüler durchaus zuszumuten von 8 Uhr bis 15.30 Uhr Unterricht zu haben, jedoch werden hierfür bedeutend mehr und vor allem besser qualifizierte Lehrer gebraucht. Vor allem müssen wieder verstärkt Naturwissenschaften unterrichtet werden, denn ein Verständniss von genau diesen Fächern ist es, die ein Interesse an Natur und Technik weckt. Dieses Interesse würde dem Bereich der Forschung und der Ingenieurswissenschaften enorm gut tun.
Denn es ist wichtiger Bewegungen von Tieren zu kennen und zu erkennen (Beispiel: Biotechnologie, Bio-Engineering), als eine Jambus von einem Trochäus zu untercheiden......

Fakt ist jedoch, dass den Schülern ein besseres Umfeld zum lernen gegeben werden muss, in Form von guten Lehrern, einem guten Lehrplan und guten Büchern.

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10. September 2007 23:52

Verkappte Sparmaßnahme

Heinz Schalthöfer (hschalt)

Um das Ziel "niedrigeres Durchschnittsalter der Abiturienten" zu erreichen, hätte man auch einen anderen Ansatz wählen können: Herabsetzung des Einschulungsalters um ein halbes Jahr. Wer einmal erlebt hat, mit welcher Freude 5-jährige Kinder lesen, schreiben und rechnen lernen wollen, daran aber von wohlmeinenden Kuschelpädagogen gehindert werden, wird dem zustimmen. Bei diesem Ansatz hätte man die ganze Unruhe und Unsicherheit vermieden, die durch G8 in die Schulen getragen wird. Allerdings wäre auch ein für die Finanzpolitiker willkommener Nebeneffekt entfallen: Im Lauf der nächsten 8 Jahre werden etwa 10% der Lehrerstellen an Gymnasien gestrichen werden können, da ja eine Verringerung der Klassenstärken nicht vorgesehen ist.
Andere Frage: Hat sich schon jemand Gedanken darüber gemacht, was an den Universitäten los sein wird, wenn im Lauf von 2 Jahren 3 Abschlußjahrgänge auf sie zukommen werden?

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10. September 2007 23:10

Sehr treffender Artikel - 3 Jahre G8 - hessische Chaos-Reaktion auf Pisa

Eberhard Centner (Eltern01)

Bereits im Jahr 2005 hatten wir als eine der ersten G8-Klassen in Frankfurt am Main der Kultusministerin Wolff von unseren Erfahrungen berichtet. Sie stimmen mit den geschilderten Problemen weitestgehend überein.

Was müsste geschehen, wenn G8 schon nicht zurückgenommen wird?
Hier wäre zu nennen:
Rücknahme von Wochenstunden (die schulisch-zeitliche Arbeitsbelastungen für G8-Schüler dürfen die durchschnittlichen Arbeitszeiten eines Arbeitnehmers in Deutschland nicht überschreiten!), durchdachte Stoffverdichtung, bessere räumliche Gegebenheiten, Verhinderung von „Scheuklappenlernen“, kleinere Klassenstärken, mehr Lehrerkapazitäten, Berücksichtigung und Anpassungen bezüglich der besonderen Entwicklungsphasen der Schüler, Sicherung der notwendigen Infrastruktur (inkl. ordentliche Sanitäreinrichtungen), Förderung von Schülern, die durch G8 Probleme bekommen, intelligentes System zur Steuerung der Hausaufgaben-Quantitäten, ausreichende Lernmittel für G8, Einbeziehung der Lehrer und Eltern in den G8-Prozess (fairer Dialog).
Denn: Es nützt wenig, durch zu hohen Druck mehr erreichen zu wollen und dabei das Wichtige und Wesentliche aus den Augen zu verlieren – und das ist das Wohl und die erfolgreiche Entwicklung unserer Kinder!

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10. September 2007 22:01

Jetzt ist mir endlich klar, weshalb Belgien ...

Klaus P. Lücke (microplan2002)

... in Europa so unangefochten an der Spitze steht, sieht man einmal vom vornehmlich aus Deutschland finanzierten und für Belgien äußerst lukrativen EU-Zirkus ab , auch, wenn es ehrlich gesagt ziemlich schwer fällt, darüber hinaus gehende wirtschaftliche Highlights aus Belgien zu benennen - aber das ist vermutlich bloß deutsche Ignoranz und auf Blackouts im hiesigen Bildungssystem zurückzuführen !? ("In meinem Heimatland Belgien ist es längst üblich, dass Kinder von 8h30 bis 15h20, ab 12 auch bis 16h25, zur Schule gehen, und nebenbei auch Freizeitaktivitäten und eine normale Entwicklung haben können. Sportvereine, Musikschulen, etc. gibt es auch in Belgien, und die werden gut besucht! Ich selbst wurde auch in diesem System erzogen, und kann mich nicht über eine verschwendete Jugend beklagen. Für das deutsche Schulwesen habe ich nur ein schwaches Lächeln übrig ...")

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10. September 2007 21:44

Noch eine praktische Anmerkung zum 12er Abi

Stefan Sedlaczek (sedlaczek1)

Natürlich "reichen" 12 Jahre Schule zum Abitur. Es bräuchte lediglich eine Ausmistung der Curriculae statt einer Umlage des Status Quo auf mehr Wochstunden. Das macht natürlich Arbeit, die Unternehmer jeden Tag leisten. Schulministerien mögen damit überfordert sein - und das ist ja auch offensichtlich (oder die Ausweitung der Wochenstunden ist eben genau Absicht); beides ist aber ein Grund mehr die Bildung unserer Kinder nicht länger der staatlichen Bürokratie zu überlassen, sondern Kindern, Eltern, Unternehmen und Bürgern - den lebenden Menschen halt - Raum zum Werden, Raum zum Sich-Bilden, Möglichkeiten zum Erfolg zu lassen. So hat die Nachkriegsgeneration Aufschwung und Wohlstand GESCHAFFEN, heute werden die Menschen - wie Tiere - nur noch verwaltet von den Sowjets (=Experten) in den unzähligen staatlichen Bürokratien und deren Zuarbeitern.

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10. September 2007 21:29

Zustimmung

Stefan Sedlaczek (sedlaczek1)

Herrn Hintermeier kann ich in Bestandsaufnahme und Kritik aus vollem Herzen zustimmen. Wir haben drei sogenannte "schulpflichtige" Kinder. Auch die politische Hinterfotzigkeit, die Ganztagsschulpflicht hintenherum einzuführen, ist gut erkannt. Es läuft hier in NRW ganz genauso - und es läuft bundesweit fast überall dasselbe, gesteuert und finanziert von Berlin und dem - nach unserem Grundgesetz - nicht zuständigen Bund.
Aus dem grundgesetzlichem Anspruch der Eltern nach staatlicher Aufsicht über Schulen (Art. 7 GG) ist inzwischen ein staatliches Bildungsmonopol via staatlichem Schulsystem geworden - und es wird weiter ausgebaut, zur Not mit Schulzwang und Sorgerechtsentzug. Und wie alle staatlichen Monopole ist dieses System menschenfeindlich, schlecht und seine Ergebnisse sind bescheiden - und das trotz oftmals engagierten Personals vor Ort.
Alternativen zu Schule - und seien es auch nur Ausnahmefälle - werden sogar polizeilich verfolgt. Ein solches Gebahren entlarvt den Unrechtscharakter einer eigensinnigen gleichmacherischen Schulpolitik, die ganz allmählich niemandem mehr gerecht wird außer vielleicht den machthabenden Schulbürokraten.
Das allerdings läßt sich ändern.

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10. September 2007 20:46

12 Jahre reichen

Dirk Pester (BoyScout)

Ich habe selber 98 in Thüringen nach 12 Schuljahren Abi gemacht. Ich bin keine Leichte und hab trotzdem ein ohne viel Aufwand ein anständiges Abitur gemacht. Mittlerweile Studiere ich in HH und mir geht es wie schon vorher beschrieben. Es sind viele die 13 Jahre gegangen sind und kein Zentralabitur hatten schon wieder weg. Sie schaffen es einfach nicht und ihre Defizite sind einfach zu groß.

An alle die meinen 7 Stunden täglich seien Kindern nicht zumut bar: WIR REDEN VON SCHULSTUNDEN -> 1std.= 45 min, dass macht mit PAUSEN bei 7 Unterrichtsstunden einen Schultag von ca 8 Uhr bis ca 15 Uhr. Also wenn nicht alle Kinder gleich gegen 18:00 Uhr im Bett verschwinden, würde ich sagen, ist immer noch genügend Freizeit für alle möglichen Aktivitäten.

PS: Eltern kümmert Euch um eure Kinder, denn Ihr alleine seit für sie verantwortlich.

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10. September 2007 20:00

Ich wäre heilfroh gewesen die Möglichkeit zu haben...

Marco Vogt (VogtNbg)

das Abitur in 11 oder 12 Jahren zu machen!

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10. September 2007 19:26

12 Jahre sind völlig ausreichend

Frank Eidner (remasuri)

Ich weiß nicht wie hoch der Freizeitbedarf der hessischen Gymnasiasten ist, aber mir haben in Sachsen meine durchschnittlichen 5 Stunden pro Wochentag genügt um mich sowohl musisch als auch sportlich zu betätigen. Und nebenbei habe ich auch noch meine Persönlichkeit entwickelt. Unmöglich? In Sachsen alltäglich....

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10. September 2007 19:22

Viele Manager sind doch "Kinder"

Robert Schrey (etiterum)

Je höher die Charge, desto weicher die Gesichter, desto sanfter die Stimme, desto blonder der Schopf...

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10. September 2007 19:06

Adieu Humanismus

Norbert Rüdell (Ruedell)

Ein sehr zugespitzter - im Kern jedoch zutreffender Artikel. PISA hat in deutschen Ministerien eine Hysterie entfacht, die alle reformpädagogischen Verrenkungen der frühen 70er locker hinter sich lässt. Was man hier bei den Schülern heranzüchtet, ist eine durchformatierte Lehrplan-Erfüllungsmasse, die keinen Wert mehr auf ganzheitliche individuelle Entwicklung legt wie es die Tradition humanistischer Gymnasien mit gutem Grund nahe legt. Ein Sokrates hätte heute in unserem Bildungssystem keine Chance mehr. Er wäre ein Fremdkörper, dessen Anliegen vermutlich auf komplettes Unverständnis stießen.

Dabei war es gerade das, was Deutschland - PISA hin, PISA her - über lange Zeit erfolgreich gemacht hat. Man sollte endlich aufhören, ständig gewaltsam ein durchaus attraktives Bildungssystem nur um eines methodisch durchaus fragwürdigen Testfetischs willen komplett kaputt zu reformieren. Statt dessen sollten Lehrpläne organisch weiterentwickelt, mehr und besser geschulte Pädagogen eingesetzt werden und den Jugendlichen jener Raum an unverplanter Zeit eingeräumt werden, der diese Zeit so kostbar macht. Ein Luxus? Keine Frage, ihn einzugehen jedoch lohnt sich allemal. Norbert Rüdell

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10. September 2007 18:59

Lachhaft

Laurent Klein (Eastbelgian)

Ich finde diese Kritik, die der Autor an der Ganztagsschule und am Abi in 12 Jahren übt, einfach lachhaft. In meinem Heimatland Belgien ist es längst üblich, dass Kinder von 8h30 bis 15h20, ab 12 auch bis 16h25, zur Schule gehen, und nebenbei auch Freizeitaktivitäten und eine normale Entwicklung haben können. Sportvereine, Musikschulen, etc. gibt es auch in Belgien, und die werden gut besucht! Ich selbst wurde auch in diesem System erzogen, und kann mich nicht über eine verschwendete Jugend beklagen. Für das deutsche Schulwesen habe ich nur ein schwaches Lächeln übrig, denn wenn ich den Kenntnisstand meiner deutschen und belgischen Freunde vergleiche, tun sich da gewaltige Unterschiede auf, leider zum Nachteil der Deutschen.
Auch im akademischen Bereich gibt es wesentliche Unterschiede: einen Master in Belgien erst mit 28 oder mehr zu machen, wird schlicht und ergreifend als Faulheit oder Dummheit betrachtet. Die Schule wird abgeschlossen, dann macht man vielleicht ein Jahr im Ausland, dann wird studiert, und schließlich kommt man auf den Arbeitsmarkt, und siehe da, nebenbei kann man sogar normal leben, denn ich wüsste nicht, dass in Belgien mehr Fälle für den Psychiater als sonstwo herumlaufen!

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10. September 2007 18:52

Replik

Marco Vogt (VogtNbg)

Ich habe Herrn Bartik lediglich gefragt, warum er für ein System eintritt, dass Gleichheit nur dann als gegeben sieht, wenn alle gleich schlechte Startbedingungen bekommen?

Es gibt die Familie die er hier öffentlich in Abrede stellt durchaus noch und ich sehe nicht ein, warum man Gesetze erlassen sollte, die verhindern, dass solche Familien ihren Kindern alle positiven Startbedingugnen auch zukommen lassen können.

Als ehemaliges Heimkind bin ich dankbar, dass ich Chance hatte in eine solche Familie zu kommen, die Herr Bartik in Abrede stellt. Und ich bin froh, dass der Staat damals noch keinen Einfluss auf die Erziehung genommen hat.

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10. September 2007 18:43

Warum mehr Unterricht pro Tag?

Jan-Eric Kiefer (Doc_Kiefer)

Ich denke die entscheidende Frage ist viel mehr: Warum sind die Schüler und Schülerinnen von Heute soviel schlechter, obwohl die reguläre Anzahl der Unterrichtsstunden (zumindest in der Sekundarstufe I) im Vergleich zu Früher nicht drastisch verkürzt wurde?
Antwort: Weil zu wenig Geld in die Bildung gesteckt wurde bzw. wird.
Es herrscht einfach ein Mangel an vernünftigem Lehr- und Lernmaterial sowie an Lehrern an sich. Anstatt welche von den in Massen vorhandenen Lehramtsabsolventen einzustellen, werden die wenigen Lehrkräfte kurzerhand häufiger eingesetzt, was bei denen teilweise zu extremen Überlastungen inklusive Krankheiten führt, wodurch wieder Unterricht ausfällt.
Fazit: Mehr Meld für die Bildung!

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10. September 2007 18:35

Danke!!!

Jan de Graaff (JDG123)

Es freut mich sehr, dass die FAZ eine sehr kritische Meinung gegenueber "G8" an den Tag legt. Die Verkuerzung auf 12 Schuljahre war meiner Meinung nach ein Schnellschuss der Kultusministerien, um scheinbar international konkurenzfaehig zu bleiben.
Die Schuljahre wurden verkuerzt, der Lehrplan aber nicht. Die Folge sind lange Schultage (in der 5. Klasse jeden Tag 7 Stunden!!!- Muss man sich mal vorstellen- Die Kinder sind gerade 10-11 Jahre). Deswegen soll in NRW der Samstagsunterricht wieder eingefuehrt werden, um die Situation zu entspannen. Manchmal denke ich wir werden von praxisfernen Quacksalbern regiert, die auf populistische Gedanken anspringen, um sich auf irgendeine Art und Weise zu profilieren.
Zwar haben zum Beispiel in Kanada, da ich ein Jahr dort verbracht habe, die Kinder in der 5. Klasse auch bis nachmittags Schule, aber haben die keinen Frontalunterricht, sondern aehnelt der Unterricht oft dem der Grundschule, bis in die Mittelstufe hinein. Ausserdem haben die Schueler laengere Pausen und bekommen was zu essen.
Meiner Meinung nach regt mehr Unterricht auch mehr dazu an Inhalte wieder zu vergessen und ist nicht unbedingt hilfreich mehr Wissen in die Kinder zu pressen.
MfG

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10. September 2007 18:24

Übertrieben, in Sachsen nichts neues...

Stephan Kroschk (lemon-Stepsel)

Ähnliche Zustände herschen seit eh und jäh in den sächsischen Gymnasien.
Ich kann mich noch dunkel an meine fünfte Klasse erinnern, wo ich zweimal die Woche sieben Stunden hatte, sonst 6.
Und schon damals gabs das Abi nach 12 Jahren.
Das Unterrichtspensum nahm von Schuljahr zu Schuljahr zu, dennoch hatte ich genügend Freizeit.
Dann zogen wir nach NRW, als ich in die neunte Klasse kam.
Oh toll, genauso viele Stunden in der Woche wie in der fünften - Klasse, noch wesentlich mehr Freizeit.
Gut, danach legte die Unterrichtszeit auch ein wenig zu, zumindest bis in die elf. Danach wieder rapide abnehmend, sodass ich jetzt in der 13 nur noch auf 28 Wochenstunden komme, wenn überhaupt.

Meiner Meinung nach wird das "12 Jahre Schule"-Problem einfach nur übertrieben dargestellt, denn die Eltern übertreiben grundsätzlich Maßlos und muten ihren Kindern viel zu wenig zu.
Man sollte sie von Anfang an zur Selbstständigkeit erziehen, wie es bei mir der Fall war und nicht ewig lang hätschel und tätscheln und in Watte packen. Ich wurde zwar liebevoll großgezogen, aber Leitspruch war eigentlich immer "da musste durch".
Hat eigentlich nicht geschadet, denn schließlich machts die Mischung.

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10. September 2007 18:23

Wie man aus Kindern Manager macht

Alfredo Schneider (AlfredoSchneider)

Als Schüler einer Deutschen Schule im Ausland habe ich bereits 1984 das Abitur nach 12 Jahren absolviert. Gleichzeitig absolvierte ich auch 2 Monate später mit meinen Klassenkameraden die spanische Hochschulzugangsberechtigung. Wir hatten nicht den Eindruck, unter extremem Leistungsdruck zu stehen und genossen die Freizeit, die uns zur Verfügung stand, in vollen Zügen.

Bei meinem ältesten Sohn konnte ich eindeutig sehen, was in Deutschland nicht funktioniert. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Portugal (Deutsche Schule in Lissabon, Klassen 2 und 3), mußten wir leider feststellen, daß die neue Grundschule in Deutschland von Leistungsniveau etwa ein halbes Schuljahr hinterher hinkte, von den Lernmethoden etwa eine ganze Generation! Keine selbstständige Arbeitsweise, keine Eigeninitiative - stattdessen NRW-Kuschelpädagogig und völlige Unfähigkeit, die Schüler sach- und leistungsgerecht auf die weiterführende Schule vorzubereiten.

Genau die gleiche Situation in dem Kindergarten meiner Tochter. Während im Ausland die Kinder oft schon vor Schuleintritt ansatzweise schreiben und lesen können, ist dies offensichtlich kein Lehrziel im Kindergarten. Befriedigung der Wissensgier? Nein, Danke!

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10. September 2007 18:22

Ganztagsschule ist ja schön und gut , aber ...

Klaus P. Lücke (microplan2002)

... dann muss auch gewährleistet sein, dass die Kinder nach Schulschluss frei haben und ohne Druck ihren privaten Interessen nachgehen können. Die Hausaufgaben sollten in jedem Falle schon in der (Ganztags)Schule gemacht werden, z.B. betreut durch die Unterricht-plus-Ersatzkräfte. Nur so ist gewährleistet, dass Kindheit auch - zumindest in gewissen Grenzen - Kindheit bleibt. Das stressige Erwachsenenleben werden die Kinder ohnehin noch lange genug 'kosten' dürfen !

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10. September 2007 17:33

Heile deutsche Familienwelt: Ein Herbsttraum

Roman Bartnik (rbnet)

Ein schönes Bild, das uns der Autor zeichnet: Am heimeligen Herd deutscher Familien sitzen Nachmittag für Nachmittag Eltern mit ihren Kindern. Auf wunderbare Weise mit Zeit, Weltwissen und erzieherischem Weitblick ausgestattet, kümmern sie sich immer wieder aufs Neue um die „freie Entfaltung des Geistes durch musische, sportliche, handwerkliche Zugaben”. Sehr idyllisch. Sicherlich gibt es das auch irgendwo. Aber leider sagen uns alle Studien zur deutschen Realität, dass solche Verhältnisse die starke Ausnahme sind.
Arbeitende Akademiker, bildungsferne Unterschicht: wer betreut hier den deutschen Nachwuchs zwischen 14 und 18 Uhr?
Sich wie der Autor auf ein schwammiges „stärkt die Familie” zurück zu ziehen geht an der sozialen Realität in Deutschland vorbei: steigende Freuenerwerbstätigkeit, zunehmende Ausgrenzung bildungsferner Schichten, Siegeszug des Fernsehers, Rückgang der Sportvereine. Ebenso ignoriert es internationalen Wettbewerbsdruck: deutsche Absolventen sind zu alt, wissen im Schnitt zu wenig Grundlegendes, stammen aus einem zu begrenzten Teil der Bevölkerung und drängen in die falschen Spezialisierungen.
Sind all diese Aspekte der Post-Pisa Diskussion am Autor vorbeigegangen, oder ignoriert er sie bewusst?

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10. September 2007 17:14

trifft zu 100 % zu

Franz John (Smartyx)

In Stichworten:
- Kinder lernen Blödsinn: Lehrplan Biologie 6. Kl. BW, G8:
Was ist der Unterschied im Ablauf der Flügelbewegung einer Libelle zur Wespe und warum , mit Skizze ?Wichtig !!

- Die Lehrer erklären nicht mehr richtig: Erlebtes Beispiel: Tochter (3. Klasse), erklärt mir stolz abends die Quadratzahlen bis 256. Ich frage, warum Quadratzahlen "Quadratzahlen" heissen. Sie und anwesende Freundin haben keine Ahnung, Lehrer hat nichts erklärt.

- Kinder müssen Aufgaben durch Probieren lösen anstatt zu verstehen: Wenn die heute 854 durch 7 teilen müssen, dann teilen die 700 und durch 7 danach 140 durch 7 und dann 14 durch 7. Richtiges "Dividieren" wird nicht erklärt.

- Kinder müssen Sachverhalte nur durch vorgelegte Dokumente beurteilen und entscheiden.
Eigene Erfahrungen, Meinungen oder Nachfragen ist nicht mehr erforderlich.

- Höhepunkt der Entwicklung in BW: Erstklässler werden auf Klassen der Zweitklässler verteilt nach dem Motto: "Ein guter Erstklässler kann gleich in die zweite Klasse springen" (Wie nach dem Krieg).

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10. September 2007 17:10

Ist dies der wahre Weg?!

Bernd Schönfeld (mophime)

Der Beitrag zeigt einmal offen auf, wie es an den Eliteschulen in diesem, unserem Lande tatsächlich aussieht.
Die Realität sieht noch schlimmer aus für die Kinder. Den Kindern bleibt gar keine Zeit mehr zum Kindsein. Wenn dies das Ziel der gymnasialen Ausbildung ist, so soll man doch so ehrlich sein und sagen, dass die Kinder nach der Grundschule von jetzt auf gleich erwachen werden müssen.
Es ist keine Seltenheit, dass die Kinder zwischen 10 und 12 Stunden am Tag mit Schule beschäftigt sind. Auch ich musste für meinen Schulabschluss arbeiten, aber mir blieben noch genügend Freiräume für Sport usw. Dies ist heute nur noch eingschränkt möglich. G8 zeigt schon Auswrkungen auf Sport. Die Vereine werden mittelfristig sich mit diesem Nachwuchsproblem auseinandersetzen müssen. Die AG in der Schule, zB Chor und Musik haben in der 6. Klasse schon massive Rückgänge.
G8 wird bleiben, aber wir müssen den Knderen ermöglichen sich ganzheitlich zu entwickeln. Nur Lernen ist keine Lösung.

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10. September 2007 17:02

Frau Hennessy,

Ricky Janisch (KingBuzzo1)

falls Sie das ernst meinen, sie liebe Wetbewerbsfrau...
Ich kann so etwas nicht fassen: Sie haben es hier nicht mit einer Maschine zu tun, die man nicht zu untertourig fahren darf und bei der man das teure Öl beim Ölwechsel benutzt, damit es im Rennen bestehen kann.
Wenn ich König von Deutschland wäre, dann würde ich das Jugendamt bei ihnen vorbei schicken, das dann allerdings nach anderen Prioritäten schauen würde, als das Jetzige. (Vorsicht etwas zugespitzt, nicht wieder wörtlich lesen)

MfG

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10. September 2007 17:01

Es MUSS sich ja mal was ändern!!

Stefanie Koch (Hummel_13)

Ich denke nicht, dass eine Ganztagsschule im Sinne von Norwegen o. Finnland die Familie zu sehr in den Hintergrund stellt. Man hat eher das Gefühl, dass die Familien vor lauter "tollem Fernsehprogramm" vergessen den Kindern die Grundlagen des täglichen lebens zu vermitteln. Das Gegenteil hier, sind Eltern die ihre Kinder an 5 Tagen der Woche, zu 5 Hobby aktivitäten karren, muss denn sowas sein? Wo bleibt denn da die Freizeit?
Das Problem sind die Schulen, die noch nicht darauf vorbereitet sind, den Kindern eine Atmosphäre zu schaffen, in der sie sich in den Pausen entspannen können. Die Schule war selten ein Ort des wohlfühlens, ehr eine Pflicht. Unter diesen Umständen fällt es schwer Leistung zu erbringen. Die Kinder die jetzt in dieser Übergangszeit sind, sind zwar nicht zu beneiden, aber irgendwann muss ja mal was geändert werden. Statstisch gesehen gibt es immer weniger Abiturienten, vorallem nicht die die Grundlagen aus dem FF berherrschen. Man sollte es zwar nicht übertreiben, aber etwas Druck und Leistungsorientierung, braucht jeder Schüler, denn wer kann von sich behaupten freiwillig Hausaufgaben gemacht zu haben, ohne dass einem jemand auf die Finger schaut?

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10. September 2007 17:01

tatsächlich?

Dagmar Lutz (sued_ost)

Der Autor entwirft ein Szenario, das man seinen Kindern nicht zumuten möchte. Doch sieht so wirklich der Alltag der meisten Schüler im G8 aus? Ich wage es als ehemalige G8-Schülerin aus BW doch stark zu bezweifeln. Mich wundert bereits die Notwendigkeit, bei 32 Schulstunden 3x Nachmittagsunterricht anbieten zu müssen. Bei einem 6stündigen Vormittagsunterricht verbleiben für den Nachmittagsunterricht nur 1x 2 Stunden. So und nicht anders habe ich auch meine Unter- und Mittelstufenzeit in Erinnerung. Auch nach dem Nachmittagsunterricht sowie an den den anderen vier Tagen blieb genug Zeit, neben den Hausaufgaben noch Freunde zu treffen und sich seinen Hobbies zu widmen.
Sicher hatten diverse Schüler aus meinem Bekanntenkreis volle Terminkalender, mussten Verabredungen vorher besprochen und koordiniert werden. Doch wurde der Druck nicht seitens der Schule ausgeübt, sondern stammte von motivierten Eltern, die für ihre Kinder nur das Beste wollten: Die Kinder wurden vom Judotraining zur Klavierstunde gefahren, tags darauf vom Chor zum Schach. Und abends machten sie sich Gedanken über Nachhilfestunden, da ihr Sprössling mit zwei Dreien nach Hause gekommen war. Umdenken auch an dieser Stelle wäre nicht unangebracht.

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10. September 2007 16:58

Unterm Rad

Thomas Orner (Thomas_Orner)

Oje! Wie wenig facettenreich und unlogisch hier diskutiert wird. Da schließt der eine von seinem ganz persönlichem Lebensweg auf das Allgemeine, getreu dem Motto:"So hab ich es erlebt, so ist es für alle gut!" - völlig unreflektiert. Ein anderer bemüht die Lasten der Vergangenheit und sieht das Übel in der Zukunft schon ein nächstes Mal aufziehen, getreu dem Motto. "Der Mensch lernt nicht hinzu!" - angstgeplagt und unbewiesen.

Allen zusammen empfehle ich als kleine Abwechslung die Basislektüre von Hermann Hesse: Unterm Rad.

Liebe Grüße von einem Romantiker und Manager in führender Position.

Euer Thomas

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10. September 2007 16:55

Abi in der 12. und "im Westen" geht die Welt unter!

Sebastian Gläser (SeFrGl)

In der FAZ habe ich selten einen derart pauschalisierenden und mit Übertreibungen gespickten Artikel gelesen. Hier in Thüringen ist das Abitur in der 12. Klasse schon immer völlige Normalität und in der zitierten Pisa-Studie lagen die hiesigen Schüler im Ländervegleich auf den vorderen Plätzen.
An dem guten halben Jahr (mehr ist das 13. in der Praxis ja gar nicht) kann es doch wohl kaum liegen!
Es mag durchaus sein, dass es schlechte Zustände an hessischen Schulen mit 12-Stunden-Tagen gibt. Die kenne ich aus meiner Schülerzeit in Thüringen aber nicht. Es muss also doch an etwas anderem als dem "G8" liegen.

Nach meiner Ansicht wird im Moment zu wenig Augenmerk auf fundierte Grundlagen, zu deren Erwerb es steter Wiederholung bedarf, gelegt und dafür versucht die schulische Ausbildung unnötig breit zu gestalten. Was sich mancherorts offenbar nicht zuletzt an einem überfüllten Stundenplan zeigt.
Das Resultat: Viele Schulabgänger wissen von allem etwas, aber nichts richtig.

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10. September 2007 16:49

Die armen, unterforderten Kinder

Alexandra Hennessy (hennessyali)

Die PISA Studie hat gezeigt, dass deutsche Schueler im internationalen Vergleich nicht wettbewerbsfaehig sind. Da kann laengerer Unterricht helfen, Defizite zu beheben. Die schulische Ganztagesbetreuung sollte auch weiter ausgebaut werden, um arbeitenden Muettern zu ermoeglichen, Kinder und Beruf unter einen Hut zu bringen. Natuerlich kommen die "Rabenmuetter"-Schmaehungen immer von Leuten, die offensichtlich nicht nachvollziehen koennen, welchen Spagat berufstaetige Muetter (und Vaeter) tagtaeglich vollbringen muessen. Wichtig fuer die kognitive Entwicklung des Kindes ist uebrigens nicht die Quantitaet, sondern die Qualitaet der Freizeit, die man mit den Kindern verbringt. Gemeinsame Ausfluege am Wochenende sind wertvoller als Zeit vor dem Fernseher -- und fernsehen ist leider in den meisten Familien die Alternative zu schulischer Ganztagsbetreuung! Und was den Musikunterricht betrifft: in den USA lernen Kinder in der Schule (und zwar auch in public schools), ein Instrument zu spielen. Warum nicht auch hier?

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10. September 2007 16:44

Wo liegt das Problem?

Gerd Bungartz (gerdbungartz)

Ich moechte mich den kritikern dieses Artikels anschliessen.
Ich habe vor ca. 10 Jahren Abitur gemacht und behaupte, dass man die Zeit auf 8 Jahre haette reduzieren koennen. Diese Einschaetzung basiert zwar 'nur' auf meinen persoenlichen Erfahrungen, aber erscheint doch glaubhaft, da ich in den Schuljahren 10 bis 13 soviel Zeit in Kneipen verbrachte, dass ich locker ein ganzes Schuljahr haette sparen koennen! (Kein Witz!) Dementsprechend fiel die Abiturnote aus. DAs war in RLPfalz. Anschliessend habe ich dann in NRW studiert wo ich lustigerweise sehr gut mithalten konnte.
Katastrophal ist vielmehr, dass fachfremde Lehrer anscheinend unterrichten, was den Standard senkt... >>>>>Kuschelpaedagogik>>>>> Ein bisschen Leistung abverlangen schadet keinem.

Zur 'Ganztagsschule faellt mir ein, dass dies doch eigentlich nicht so schlecht ist, da Kinder aus vielen Familien nicht mehr die 'ausbildungsfreundliche' Erziehung und Unterstuetzung bekommen. Wenn der Staat sich nicht um diese Kinder kuemmert, bleiben sie vollkommen chancenlos.

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10. September 2007 16:13

Nicht nur der Druck auf die Gymnasiasten

Ruth Raddatz (RuthRaddatz)

Da ich das große Glück habe 4Kinder in verschiedenen Jahrgängen zu haben hat sich der Wandel des Schulunterrichtes sehr deutlich bemerkbar gemacht. Anstatt, dass Wert auf die sichere Beherrschung der Grundlagen gelegt wird, sind die Bereiche, die schon in der Grundschule abgedeckt werden sollen, erweitert worden. Man sehe sich nur ein Lesebuch (ehemals Fibel) der ersten Schuljahre an und vergleiche. Kopfrechnen? Fehlanzeige, im Zeitalter der Taschenrechner nicht mehr wirklich gefragt. Das kleine Einmaleins gerade noch, das Große quasi ersatzlos gestrichen. Rechtschreibung? Nur die minimalsten Grundlagen. Dafür ein weit gefächertes Gebiet, von Bruchrechnen bis Sexualkunde. Dies in der Grundschule? Auf Kosten der sicheren Rechschreibung oder des Rechnenkönnens, anstatt des Tasten drückens? Da werden dann schon die Eingangnoten für das Gymnasium verzerrt. Ach ja, da bei uns in B-W Französisch schon in der Grundschule unterrichtet wird, fehlen diese Stunden natürlich in anderen Fächern, dafür können sie dann zwar franz. Zählen. Leider aber nicht mehr in kompletten Sätzen schreiben. Durch die Alterspanne meiner Kinder habe ich nun einen G8er und einen G9er. Fazit? Grundschulreform wäre wichtig FÜR das G8. Dann gäbs weniger Gejammer.

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10. September 2007 16:13

Falscher Film?

Silke Röttger (sledzik)

Was hätte ich darum gegeben, nach acht Jahren Abitur machen zu dürfen!
Ganz im Gegensatz zu Herrn Hintermeier empfinde ich bis heute das 13. Schuljahr schmerzhaft als gestohlene Lebenszeit. Die Oberstufe an meinem Gymnasium in NRW war eine Zeitverschwendung sondergleichen! Ein ganzes Jahr eher hätte ich anfangen können, mich ernsthaften Herausforderungen an der Uni zu stellen. Überflüssig zu erwähnen, daß meine Kommilitonen hier in Sachsen nach 12 Jahren Schule keinerlei Probleme damit hatten.
Es ist doch bezeichnend, daß ich mich in der 11. Klasse für ein ganzes Schuljahr nach Amerika verabschieden und danach problemlos mit der 12. Klasse in NRW weitermachen konnte. Ich hatte NICHTS verpaßt, denn alle anderen befanden sich ein Jahr in der Warteschleife, während die Realschüler eingetaktet wurden. Ohne jemals ernsthaft zu lernen, habe ich das zweitbeste Abitur an meiner ganzen großen Schule abgelegt. Hallooo?!?!?!?

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10. September 2007 15:57

Wieder einmal Flache Polemik gegen das zwöljährige Abitur!

joerg oettler (04081976)

Die Aussagen sind immer die gleichen, wenn es um das 12jährige Abitur geht: keine Zeit mehr, die Familie kommt zu kurz und eine Überforderung der Schüler droht. Die "gebetsmühlenartige" Wiederholung der Aussagen macht die Aussagen nicht richtiger. Vielleicht sollte man in der Diskussion mehr Sachebene bedienen und persönliche Einstellungen und Wünsche sowie Vorlieben außen vor lassen.
12 Jahre Abitur funktioniert in Sachsen, Thüringen... und die Schüler sind in den vordersten Rängen aller Schulleistungsstudien zu finden und am Ende ihrer Schulzeit nicht dümmer als jungen Erwachsenen anderer Bundesländer und haben auch glückliche Familien und ein funktionierendes Vereinsleben – WIE DAS FUNKTIONIEREN KANN?!
Vielleicht sollte man eher die interne Struktur des Schulwesens näher betrachten, in dem neue Lehr- und Lernformen zur Geltung kommen oder Lehrpläne von überflüssigen Inhalten bereinigt werden ohne die Struktur generell zu verteufeln und Defizite beseitigen!

Man sieht der Autor hat eine "gründliche" Recherche betrieben und seine "objektive" Betrachtung des Themas ist sehr erfreulich...

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10. September 2007 15:40

Arme Gesellschaft von morgen

theologischCom team theologischCom team (theologischcom)

Wenig geliebt und viel gehaßt: das neue achtjährige Gymnasium. Der Selektionsdruck hat zugenommen und auf der Strecke könnte einer bleiben: der Schüler. Ob das nachdenklich machen sollte ? Ja, denn er ist der Bürger von morgen. Wer heute daran spart, den Schüler als ganzen Menschen auszubilden und ihn stattdessen als Leistungsroboter sieht, der wird dies morgen merken (und vielleicht bereuen): in der Politik und in der Gesellschaft. Denn die Kinder von heute werden morgen unsere Gesellschaft lenken. Arme Gesellschaft, die dies vergißt - und die morgen diesen Kindern ausgeliefert sein wird, die darauf getrimmt sind, nur Leistung zu erbringen, anstatt in Menschlichkeit einander zu begegnen. Hier lesen.

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10. September 2007 15:17

BRAVO!!!!!!!!

Christoph Ackermann (Ch.Ackermann)

Wunderbarer Beitrag! Wenn der Inhalt nicht so traurig bis tragisch wäre würde man eine Laola-Welle starten. Leider bestätigen alle, die man zu diesem Thema anspricht die Ausführungen von Herrn Hintermeier zu 100%. Es ist ein Skandal und solange unsere geschätzte Kultusministerin lieber ihre Lebensgefährtin vorführt oder laut über den Schöpfungsbericht in Biologie philosophiert wird sich an der Bildungskatastrophe nichts ändern. Unterrichtsgarantie Plus und G8, die Totgeweihten grüßen uns!

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10. September 2007 15:17

Bitte?

Eric Reuter (Neojam1)

Also, wie es scheint unterhalten sich wiedermal nur die Alten über die Jungen, ohne diese überhaupt zu fragen. Ich komme aus Sachsen, habe mein Abitur dort in der 12.Klasse abgelegt. Und hat es mir geschadet? Ich würde sagen "Nein!". Denn wenn ich mich jetzt so unter meinen Studienkollegen umschaue, so lichten sich die Reihen doch merklich. Und eines ist fest zu halten: Es sind zu 90% die mit 13 Jahren Abitur, die gehen. Warum? Weil sie es nicht schaffen, weil zu viel verlangt wird... und dabei weiß man doch, wieviel Freizeit man als Student hat. Ich kann mich nicht beschweren und finde es gut, das die Herrschaften da oben mal ein wenig Schwung in die Sek II hineingebracht haben! Jetzt bitte noch ein Zentralabitur! Denn Kollegen aus bestimmten Bundesländern (Brandenburg, Bremen, Niedersachsen usw.) mit 13 Jahren Abitur und Ihrer tollen 1.3 oder so sind zum Glück schon lange gegangen... da sieht man mal was die wert war!
MfG

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10. September 2007 15:16

Zeitreduktion != Qualitätssteigerung

Jan Ruffing (Lesender)

@Herr Weissgerber

Ich stimme Ihnen in sofern zu, dass Gymnasien teilweise mehr schlecht als recht auf die Universität vorbereiten. Das war schon unter dem 13jährigen Gymnasium so.

Im Saarland standen 2000 etwa in der Physik Halbleiter nicht auf dem Lehrplan, die Mathematik kam ohne Induktionsbeweise aus; Informatikunterricht gab es an meiner Schule schonmal mal gar nicht.

Hier wäre eine Modernisierung der Lehrpläne auch der Fächer mehr als nötig - und das ist sie leider immer noch.

Statt die Zeit also sinnvoll zu nutzen wird Lehrzeit und Lehrstoff reduziert, die Lernbedingungen verschlechtert (etwa durch längere Unterrichtseinheiten, gestresstere Lehrer und meist auch größere Klassen).
Das Angebot (und Zeitbedingt eben auch die Nachfrage) an freiwilligen Wahlkursen, die eben eine spätere Spezialisierung erleichtern würden, hat stark abgenommen.

Hierdraus dann eine Förderung der Lehre durch höhere Anforderungen (aber eben weniger Wissensvermittlung) herzuleiten kann ich nicht nachvollziehen.

Und so ist es dann auch kein Wunder, dass der Bildungsminister des Saarlandes jüngst verkündete, dass es ja nicht Aufgabe des Gymnasiums sei, auf die Universität vorzubereiten.

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10. September 2007 15:07

Frechheit!:@Weissgerber/Reinhart/Eichhorn usw.

Hein Fietenbrink (HeinFiete)

Ihr seid mir ein par Schwätzer! Klar gab's früher einiges an Leerlauf im Gymnasium. Aber anstatt diesen zu verringern, und die Verhältnisse zu verbessern unter denen gelehrt und gelernt wird erhöhen wir einfach den Druck auf die Schüler - ist das die Patentlösung um bessere Leistungen zu erreichen?
Ein Jahr weniger macht die Ergebnisse besser?

Dummerweise kostet der richtige Weg mal wieder Geld (das keiner haben will, komischerweise aber immer da ist wenn die richtige Lobby genug Druck ausübt): macht die Klassen kleiner und stellt darüberhinaus noch zusätzliche Lehrer ein so dass an jeder Schule Ausfallstunden durch qualifizierte Kräfte gegeben werden können! (und das an allen Schulen natürlich!)

Wegen mir erhöht die Eingangskriterien für das Gymnasium, dann steigt auch automatisch das Niveau an den Realschulen wieder an!

Ausserdem wäre es sinnvoller erst nach der sechsten Klasse zu trennen (wenn überhaupt, aber das ist eine Philosophiefrage). Die vierte klasse ist zu früh!

Zum Thema Stunden:
Die Belastung die wir in Mittel- und Oberstufe hatten kommt Heute bereits auf 11-13 Jährigen zu! Muß das wirklich sein?
Stammtischparolen nachplappern (Saufgelage, Klingeltöne usw.) hilft hier keinem!

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10. September 2007 15:03

Das rechte Maß verloren (1)

Herrmann Mueller (Herbie_2005)

Fast bin ich geneigt, Herrn Weißgerber recht zu geben. Wir sollten nicht unüberlegt in den Gesang "Früher war alles besser" einstimmen. Auch in vergangenen Jahren und Jahrzehnten wurde den Schüler einiges abverlangt. Daß viele Grundkompetenzen, wie z.B. Rechtschreibung, Zeichensetzung, Sprachen im allgemeinen, Mathematik bei Schulabgängern mit Hochschulreife immer dürftiger ausgebildet sind, muß ich leider bestätigen.

Trotzdem habe ich massiv den Eindruck, daß der Bildungsbereich sehr stark unter dem Einfluß der Schulstudien (allen voran der Pisa-Studien) steht. Nicht zu Unrecht natürlich. Das Problem dabei ist aber, daß die Verantwortlichen offenbar das rechte Maß verloren haben, wenn es um die Gestaltung der Zukunft geht. Mehr Unterricht muß her, um jeden Preis. Es geht stets um die Frage, was die Schüler irgendwann wissen/können sollen. Was die Schüler selbst interessiert und was ihnen Spaß macht, spielt dabei die geringste Rolle.

Daß die Zivilisationskrankheiten weiterhin auf dem Vormarsch sind, ist nur ein Zeichen dafür, daß im Schulalltag so etwas wie ein nötiger Ausgleich fehlt. Bewegung, Radfahren, Fußball spielen -- aber nicht für die Sportnote, sondern für das gesundheitliche Wohlbefinden, nach Interesse.

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10. September 2007 14:43

Guter Artikelansatz aber ganz falsche Schlussfolgerungen

Andrea Weigelt (Andrea.Weigelt)

Herr Hintermeier scheint der Ansicht zu sein, dass die Eltern nichts mehr beitragen müssen.

Das G8 Gymnasium kann nur noch von den Kindern bewältigt werden, deren Eltern (meistens mal wieder die Mütter) sich intensiv mit den Hausaufgaben der Kinder beschäftigen.

Gestrafft wird der Unterricht hauptsächlich im Bereich der Wiederholungen. Diese werden auf die Mütter respektive Familien abgewälzt. Es ist also mitnichten so, dass der Staat den Familien nichts zutraut, sondern ganz im Gegenteil. Der Unterricht muss zu Hause in den Familien nachbereitet werden.

Und die Kinder, deren Eltern sie nicht unterstützen können oder aber Nachhilfe bezahlen können, werden die Chancen auf Abitur und Studium schwer gemacht. Gnadenlos!

Ich weiß, wen ich im Januar wähle!

Und @Herrn Fietenbrink
Und U+ zurücknehmen geht auch nicht. Die Stadt Frankfurt hat die Öffnungszeiten ihrer Horte an U+ angepasst. Seufz. Früher wurden die Kinder bei Unterrichtsausfall von pädagogischen Fachkräften betreut. Paradiesische Zeiten.

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10. September 2007 14:42

Ist das System erst ruiniert...

Marvin Parsons (mapar)

Seit vielen Jahren ist in vielen Schulen echtes Lernen verpönt, denn die 68er an den Schaltstellen haben sich vorgenommen, die angeblich bürgerliche Schule zu ruinieren. Die Folge: 20jährige Abiturienten, die oft nicht mal richtig schreiben können, aber 9 Jahre lang mit dem ideologischen Müll der Linken zugeschüttet wurden.

Die 8 Jahre würden locker reichen, denn viele echte Lerninhalte, die vor 30 Jahren noch Standard waren, sind zugunsten von Gleichmacherei und Indoktrination längst gestrichen worden. Würde man die Kuschelpädagogik und die angeschwollenen Laberfächer wenigstens teilweise entsorgen, könnten die lieben Kinder mit wenigen Wochenstunden alles nötige lernen.

Interessant ist auch, daß dieselben Ideologen, für die die Ganztagsschule mit Zwangsfremdbetreuung das erklärte Ziel ist, bei Nachmittagsunterricht durch G8 plötzlich das Bedürfnis der Kinder entdecken, mit Kameraden zu spielen.

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10. September 2007 14:35

Übertrieben!

anne grether (annegrether)

Der Artikel sieht mir nach Schwarmelerei aus! Ich habe eine französische Schule in Frankreich absolviert, d.h. Ganztagsunterricht, um 17.oo zu Hause, essen und dann Schulaufgaben bis 21.00, dann schlafen, 2 Tage in der Woche zur freien Verfügung - Musikunterricht, Ballett, Tennis, Geburtstagsfeier, Treffen mit Freunden etc. , ein ganz normale Kindheit - wo ist das Problem? Ich habe mit 17 Abitur gemacht, mit 21 mein Wirtschaftsstudium erfolgreich beendet, danach Selbständigkeit, mir geht es gut, geniesse mein Leben, verdiene gut, bin nicht geisteskrank :) - ja, wo ist das Problem? Kinder müssen wieder lernen sich anzustrengen, und dass nur harte Arbeit im Leben weiterbringt, heute ganz besonders! Wer es nicht glaubt, der schaue nach China!

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10. September 2007 14:28

Wirtschafts/Gesellschaftsredakton

Wolfgang Reinhart (ciceron)

Kann es sein, dass in der Gesellschaftsredaktion der FAZ Altkonserative und in der Wirtschaftsredaktion Neoliberale hocken und nun beide merken, dass ein harmonisches Familienleben und die Anpassung an Weltmarkterfordernisse schlecht zusammengehen?
Oder sind sie nicht in der Lage, die Auswirkungen ihres neoliberalen Weltbildes, nachdem es des das einzige Lebensziel sein darf, sich der spontanen Ordnung des Marktes unterzuordnen, richtig abzuschätzen?
Wenn man weltmarkttauglich sein will gegenüber den asiatischen Strebern, die ja sonst so hoch gelobt werden, dann muss man eben so verfahren wie in dem Artikel beschrieben, und wenn mehr Schüler weltmarkttauglich machen will, dann braucht man dafür eben den ganzen Tag, so dass der Weg in die Ganztagsschule vorgezeichnet ist. By the way:Ich hatte anfang der 80er Jahre in der sechsten Klasse 31 Wochenstunden und auch noch Samstagsunterricht im neunjährigen Gymnasium sowie 1-2 die Woche auch Nachmittagsunterricht. So dramatisch mehr erscheint mir die Unterrichtsbelastung deshalb nicht zu sein.Aber vielleicht sollten sich Wirtschafts- und Gesellschaftsredaktion bei ihnen einmal zusammensetzen und versuchen, ihre Weltbilder abzustimmen und sich über deren Konsequenzen klarwerden.


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10. September 2007 14:26

soooo katastrophal?

Jaana Eichhorn (jaana.eichhorn)

Schlechte strukturelle Bedingungen (Baustellen, gekippte Lehrpläne) sind natürlich katastrophal - aber wohl eine vorübergehende Begleiterscheinung. Sonst habe ich nicht so viel Mitleid: Als ich im Gymnasium war, hatten wir auch 32 Wochenstunden: 29 unter der Woche (=Unterricht von acht bis halb zwei) und jeden zweiten Samstag sechs Stunden. Auch schon in Klassen fünf und sechs. Ich habe nachmittags und am Wochenende ein Musikinstrument gelernt, eine Fremdsprache gelernt, Sport gemacht und mich mit Freundinnen getroffen. So überarbeitet waren wir damals nicht. Wenn Kinder das nicht schaffen, ohne zu leiden, wäre es an der Zeit darüber nachzudenken, ob sie auf einer Realschule nicht glücklicher wären. Vielelleicht sind hier die übermotivierten Eltern das Hauptproblem?Mehr Leistung zum Nulltarif ist einfach nicht machbar.

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10. September 2007 13:47

Dumpfer Aktionismus statt echter Reform...

Hein Fietenbrink (HeinFiete)

Es ist zum Verzweifeln! Als Eltern bleibt einem nur die Wahl sein Kind nach Kräften zu unterstützen diese Mühlen so unbeschadet wie möglich zu überstehen oder aber den Kindern als Alternative 2-3 Std Fahrtzeit pro Tag zusätzlich zuzumuten - die nämlich notwendig sind um zum nächsten Gymnasium zu gelangen das noch G9 anbietet...

Siebtklässler in Hessen ab nächstem Jahr: 38 Wochenstunden mit viermal Nachmittagsunterricht! Siebtklässler im Nachbarland: 28 Wochenstunden...
Hey Politiker: das sind 12jägrige Kinder! In dem Alter sollten sie Nachmittags mit Freunden rumtoben!

"Unterrichtsgarantie Plus" sollte zum Unwort des Jahrzehnts ausgerufen werden! Unser Kind kam dieses Jahr ins Gymnasium. Seltsamerweise wußte offensichtlich bis kurz vor den Sommerferien keiner das die Kapazitäten für den Jahrgang an allen und Ecken nicht ausreichen würden. Unterrichtscontainer sind nun die Lösung! Nach wenigen Wochen: 5 Fächer können nicht von den zuständigen Kräften unterrichtet werden, Grund: 2 auf Klassenfahrt und zwei weitere schon krank!

Mein einziges nächstes Wahlkriterium: wer meine Stimme will verspricht mir G8 sofort zurückzunehmen und stellt an jeder Schule zusätzliche Lehrer FEST ein (und streicht die Unterrichtsgarantie!)!

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10. September 2007 13:41

Konkurrenzdruck aus Asien

Karsten Krug (kkrug)

die im Artikel geschilderte Zustände des hohen Leistungsdrucks sind in Asien, namentlich Japan und Korea, eher normal. Die Schüler haben oft abends und am Wochenende privaten Zusatzunterricht.

Es ist das Scheitern der Kuschelpädagogik und Ausdruck des 21.Jahrhunderts

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