Die Geschichte der Deutschen kehrt in den düsteren Bildern von Anselm Kiefer als variantenreiche Topographie des Bösen wieder. Als erster bildender Künstler wurde Kiefer mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnete. Von Julia Voss
Das Finale der Buchmesse brachte einen Ansturm mit sich - keine Chance für einen zeichnenden Dokumentaristen, Dinge festzuhalten. Und genau das ist seine Chance: die Hast des Ereignisses abzubilden, die ständigen Begegnungen und Trennungen - von Büchern und Menschen.
Trotz Finanzkrise und E-Book: Auf der diesjährigen Buchmesse waren alle merkwürdig entspannt. Allein in der manischen Rede vom content gab sich die untergründige Nervosität zu erkennen. Orhan Pamuk kritisierte das Gastland Türkei. Und Uwe Tellkamp ließ sich fünf Tage feiern. Von Julia Encke
Bonbonfarben mit historischen Elementen oder doch lieber schlichtes Weiß mit serifenloser Schrift ? Ob die Leser ein Buch in die Hand nehmen, hängt auch vom Cover ab. Doch wie ausschlaggebend für den Kauf ist es wirklich? Von Lena Bopp
Ob Kopfweh oder jäher Zahnschmerz, Sitzordnung oder Stundenplan: Die Pressesprecherinnen der Buchverlage kümmern sich, wissen alles. Und kennen ihre Pappenheimer. Ein Hoch auf die Damen mit dem schwierigsten Job der Branche. Von Franz-Josef Görtz
Wie wird man auf der Buchmesse zum Erfolgsautor? Oliver Maria Schmitt hat sich dafür als Türke verkleidet - und versucht, Verlegern sein von Kerkeling und Charlotte Roche inspiriertes Werk Ich bin dann mal in der Nasszelle anzudrehen.
Die Messemode, so der Konsens, ist ein Trauerspiel, die Literatur und ihre Jünger ziehen sich schlecht an. Ein Tag im Frankfurter Messegetümmel indes ergibt, dass die Mode der lesenden und schreibenden Minderheit weit besser ist als ihr Ruf. Von Ingeborg Harms
Wer nicht hier war, war noch nie betrunken, ruft man auf der Dachterrasse. Dumont feiert, und man kann nur hoffen, dass niemand herunterfällt. Im unterkühlten Kunstverein Familie Montez wärmt man sich derweil an der heißesten Party der Stadt.
Roger Willemsen und Jan Weiler haben jeweils Bücher geschrieben, die man als Vorausahnungen der Finanzkrise lesen kann. Im F.A.Z.-Gespräch denken sie über die Folgen der Verunsicherung nach, die uns der entfesselte Markt beschert hat.
Die Messe beweist es: Staatschefs schreiben Biographien, Künstler werden politisch und Popstars poetisch. Oder prophetisch. Oder beschwörend. Oder haben wir da etwas falsch verstanden? Keiner hat es genau gehört - vor lauter lautem Gekreische.
Sie haben keinen Stand auf der Buchmesse und verlegen ihre Bücher im Wiesbadener Wohnzimmer. Aber Christian Lux und Annette Kühn fangen auch gerade erst an. Mit Konzept, Kopf und einem Faible für amerikanische Lyrik. Von Florian Balke
An diesem Freitag hat der Verleger von Kiepenheuer und Witsch, Helge Malchow, für uns seinen Messetag fotografiert, sich extra eine Krawatte angezogen und seine zerbrochene Brille abgelegt.
Unter Blut, Schweiß und Tränen bringt ein Drehbuchautor sein Script hervor. Dann soll es Laufen lernen, sprich, ein erfolgreicher Film werden. Doch dazu muss er es erst einmal an den Produzenten bringen - das Zauberwort heißt Pitchen. Von Eva Heidenfelder
Sie ist die mächtigste Frau im englischen Buchgeschäft. Was sie im Fernsehen beim Sofaplausch empfiehlt, das wird gekauft. Sie zum Interview zu treffen ist indes fast unmöglich. Thomas David hat es trotzdem geschafft.