Kann die Preise aufrufen, die er für angemessen hält: Andrew Wylie im Hessischen Hof

Andrew Wylie

Wie man auch morgen noch Geld verdient

Er quält Verleger so subtil, dass sie von ihm träumen. Am Montag hat der Agent Andrew Wylie Nabokovs nachgelassenen Roman an Rowohlt verkauft, gestern in „Ernos Bistro“ eine neue Verlagsära ausgerufen. Ist seine Herrschaft durch das E-Book gefährdet? Er meint nein, hier ist sein Plan. Von Andrew Wylie

Lesermeinungen zum Beitrag

16. Oktober 2008 21:06

Herr Angermaier,

Michael Menzel (Galenos)

man bekommt bei Ihrem Beitrag den Eindruck, als wäre für Sie der Inhalt von Büchern im Allgemeinen und Speziellen völlig uninteressant. Die Form und die Haptik und das sinnliche Erleben, ein Buch berühren zu dürfen scheint Ihnen über alles zu gehen. Ich stelle mir vor, Sie haben Ihre erlesenen, bibliophilen Kostbarkeiten im Glasschrank und betrachten täglich den Satz der Buchstaben, die erlesenen Einbände, die Struktur des selbstverständlich gebundenen Buches. Vermutlich ist bei Ihnen ein Feiertag, wenn Sie zu Ihrer Werksammlung eine neues hinzufügen dürfen und das höchste der Gefühle ist dann, dem Buch an Millimeter genau vermessener Stelle Ihren Ex libris Stempel aufzudrücken. Was ist dieses Erlebnis gegen das Lesen des Inhaltes? Nicht vergleichbar!

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16. Oktober 2008 11:21

E-Book?

Reinhard Angermaier (Rreinhard.A)

Das E-Book geistert doch als Revolution schon seit mindestens fünf Jahren durch die Medien. Eingeschlagen hat es bis heute nicht. Für ein "echtes" Buch brauche ich keine Batterien, kein Lesegerät, kann vor- und zurückblättern wie ich gerade mag. Dann gibt es noch Erstausgaben, schöne Covers, schöne Photos drin... das kann das E-Book alles nicht. Außerdem glaube ich, dass echte Buchseiten angenehmer zu lesen sind als Display-Seiten. Gut, wenn ein E-Book zum halben Preis vom günstigsten Taschenbuch-Preis rauskommt, dann mag es auch Käufer finden. Aber keine Liebhaber.

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16. Oktober 2008 10:53

Das gedruckte Buch geht unter?

Heinrich Knoke (knokeh)

Glauben Sie wirklich, dass eine Ersparnis von nur 15% dazu führen wird, dass sich "das billigere, lukrativere digitale Format am Markt durchsetzt und das gedruckte Buch ins Abseits gerät und untergeht"? Und das, obwohl zunächst 300 Euro und mehr für den Reader ausgegeben werden müssen, eine Ausgabe, die am Ende - wie so häufig bei digitalen Gadgets - alle paar Jahre erneut getätigt werden muss, weil Produktinnovationen das alte Gerät bald schon nur noch wenig sympatisch erscheinen lassen? Die Vorteile der Ebooks können meiner Ansicht nach die Nachteile des Verzichts aufs physikalische Buch nur dann entscheidend überwiegen, wenn der Preis als gewichtigster Vorzug ins Spiel gelassen wird. In den USA, wo bei Amazon die Bücher für den Kindle nur 10$ kosten bei Hardcoverpreisen von weit über 20$, hört sich das alles schon viel gefährlicher an.

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16. Oktober 2008 10:21

Das "Modell" wird nicht klappen

Michael Menzel (Galenos)

Es ist eine Illusion, zu glauben, daß man die Bücherpreise auf gleichem hohem Level, auch nach Verbreitung der E-Bücher, halten kann, geschweige denn noch weiter erhöhen könnte. Schon lange stehen die Bücherpreise in keinem erträglichen Verhältnis zum durchschnittlichen Einkommen. Hinzu kommt die ausufernde Dekadenz großer Teile der Bevölkerung endgültig den "Trend zum Zweitbuch" aufzugeben und sich nur noch von unzähligen TV Kanälen gequirlten Müll eingurgeln zu lassen. Die beste Zeit war die Nachkriegszeit in der Interesse an Büchern allgemein noch mit einem Engagement der Verlage zu maßvollen Preisen einher ging. Das Buch ist zur (noch) lukrativen Massenware verkommen, wobei sich das durchschnittliche Niveau der Bücher umgekehrt proportional zum Preis entwickelte. Die gesamte Logistik des Buchhandels ist durch EDV massiv vereinfacht und verbilligt worden aber die günstigeren Preise wurden nicht weiter gegeben. Sie werden durch die Preisbindung künstlich hochgehalten. Der "Verbraucher" wird das künftig nicht mitmachen wollen und können. Man glaube übrigens bloß nicht, daß die E-Bücher gegen eine rege P2P Verbreitung geschützt seien. Das ist die einzige Chance für den armen Interessierten, an Bücher heranzukommen.

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