Dumont-Party, Roof Garden, 23.30 Uhr
Das Feuchtgebiet auf der Dachterrasse
Kommt Michel Houellebecq oder nicht? „Lass uns reingehen“, sagt Charlotte Roche, als es ihr auf der Terrasse von Mantis Roof Garden bei der Dumont Messeparty trotz der Heizpilze zu kalt wird. Hier wird Frankfurt in der vierten Nacht endgültig zum Feuchtgebiet, kalauert irgendjemand. Auch der „Hessische Hof“, wo sie zuvor ihre achtzehn Verleger aus aller Welt in Extase versetzte. Roche sieht süpersexy aus: schwarzes Kleid, schwarzes Strickjäckchen. „Der Holländer, total irre, der wollte immer mit mir tanzen.“ Irre findet Charlotte Roche auch die Jugend von heute. „Die wollen sich immer noch alle rasieren.“ Hoffnung kommt von den Schwulen: „Da gibt es den Trend zum Brusthaar-Toupet. Das nennt man dann Bär.“ Bestseller-Kollege Richard David Precht gesteht Roche beim vierten Sekt, dass er sie im Kölner Agnusviertel bis an ihre Wohnungstür verfolgt hat, als sie dort mit einem Typen verschwand. „Echt?“ Die Frisuren der Kellner schaukeln. Die Musik wird immer lauter, alle reden vom großen Suff. „Wer nicht hier war“, sagt Dumont-Lektor Jo Lendle, „war noch nie betrunken.“ Draußen kommt ein Taxi nach dem anderen an. Der Exzess beginnt. Ist das da nicht doch Michel Houellebecq? Hoffentlich fällt niemand von der Terrasse. (acam)