0:0 gegen Nürnberg

Trennung von Doll steht bevor

09. Dezember 2006 Der Hamburger SV kommt aus dem Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga einfach nicht mehr heraus. Die Hanseaten trennten sich am Samstag im letzten Heimspiel der Hinrunde vom 1. FC Nürnberg torlos. Die 54.628 Zuschauer in der AOL-Arena sahen eine schwache Leistung der Gastgeber. Damit dürften auch die Tage von Trainer Thomas Doll in Hamburg gezählt sein. Nach dem letzten Hinrundenspiel am nächsten Samstag bei Alemannia Aachen will der Vorstand über die Zukunft des Trainers entscheiden. „Wir haben noch ein Spiel und dann schauen wir mal“, sagte Doll.

Die Serie der Erfolglosigkeit der Hamburger in dieser Saison ist erschreckend: In 16 Bundesliga-Spielen gelang nur ein Sieg, in 25 Pflichtspielen waren es lediglich zwei. Vor heimischer Kulisse warten die Anhänger des Vereins nun schon seit acht Monaten auf einen Erfolg in der Bundesliga. Die Nürnberger, die ihrem Ruf als „Remis-Könige“ der Liga mit dem elften Unentschieden alle Ehre machten, haben nunmehr 20 Punkte auf dem Konto.

HSV ohne Leidenschaft und Kampfgeist

Das 3:2 in der Champions League gegen ZSKA Moskau am vergangenen Mittwoch hat keine Initialzündung in der Mannschaft ausgelöst. „Wir haben sehr viel Kraft am Mittwoch gelassen“, entschuldigte Doll die Leistung seiner Mannschaft. Leidenschaft und Kampfgeist, wie noch drei Tage zuvor demonstriert, waren gegen Nürnberg Mangelware. „Es war aber nicht alles schlecht heute“, befand Mittelfeldspieler Alexander Laas. Doch vor allem in der ersten Halbzeit lief nahezu nichts zusammen. Lediglich eine Torchance in 45 Minuten stellte dem Team ein Armutszeugnis aus: Den von Piotr Trochowski getretenen Freistoß (39.) parierte Nürnbergs Torwart Raphael Schäfer mit den Fäusten.

Im zweiten Abschnitt sorgten die Gastgeber für mehr Druck und fachten damit auch die Stimmung auf den Rängen an. Das erste Achtungszeichen setzte der erstmals auf der rechten Abwehrseite eingesetzte und beherzt spielende Regionalliga-Akteur Volker Schmidt, der am herausstürzenden Schäfer hängen blieb (62.). Ähnlich erging es Danijel Ljuboja zehn Minuten später.

Sympathiebekundungen für Atouba

Die Gäste, die den Ausfall ihres brasilianischen Abwehrchefs Glauber und des Mittelfeldspielers Jan Polak ohne nennenswerte Probleme verkrafteten, hatten gar die besseren Tormöglichkeiten. Markus Schroth jagte den Ball per Kopf am Tor vorbei (20.), Iwan Saenko verfehlte aus 15 Metern den HSV-Kasten nur knapp (23.) und der Kopfball des eingewechselten Ivica Banovic strich auch nur Zentimeter am Tor vorbei (51.). Die größte Chance vergab jedoch Robert Vittek, als er den Ball am linken Pfosten vorbei drosch (59.).

Dem letzten Aufgebot des HSV, der ohne den für vier Spiele gesperrten Kapitän Rafael van der Vaart und den wegen Zuschauerbeleidigung vereinsintern suspendierten Thimothee Atouba sowie die verletzten Sorin, Wicky, Kompany, Fillinger, Klingbeil, Demel und de Jong auskommen mußte, fehlte es an Biß, Ideen und Durchschlagskraft. Vor der Partie hatte es Sympathiebekundungen für Atouba gegeben, der den Zuschauern drei Tage zuvor den „Stinkefinger“ gezeigt hatte.

Hamburger SV - 1. FC Nürnberg 0:0
Hamburg: Wächter - Schmidt, Bastian Reinhardt, Mathijsen, Benjamin - Laas - Jarolim, Mahdavikia - Trochowski (64. Sanogo) - Ljuboja, Berisha (72. Guerrero/84. Lauth)
Nürnberg: Schäfer - Dominik Reinhardt, Wolf, Beauchamp, Pinola (90.+2 Gresko) - Galasek - Mnari, Kristiansen (46. Banovic) - Vittek, Schroth (83. Benko), Sajenko
Schiedsrichter: Herbert Fandel (Kyllburg)
Zuschauer: 54.628 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Schmidt, - Sajenko (2), Banovic (3)






Text: FAZ.NET mit Material von dpa/sid
Bildmaterial: AP

 
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