0:1 gegen Hannover

Cottbus „eines Bundesligisten unwürdig“

02. Dezember 2006 Die Minimalisten von Hannover 96 haben mit dem 1:0 (1:0)-Erfolg bei Energie Cottbus ihre Erfolgsserie in fremden Stadien fortgesetzt und die harmlosen Lausitzer endgültig in den Abstiegsstrudel der Fußball-Bundesliga gerissen. Der Amerikaner Steven Cherundolo erzielte in einer Partie auf mäßigem Niveau nach 22 Minuten per Kopf das „goldene Tor“.

In der Partie der punktgleichen Tabellen-Nachbarn gingen die Gäste von Anbeginn konstruktiver in die Spitze und versuchten gegen die zu passiv agierenden Cottbuser Chancen herauszuspielen. Als der Ball in der 19. Minute schon im Energie-Gehäuse zappelte, entschied Schiedsrichter Manuel Gräfe zurecht nicht auf Tor, weil Jiri Stajner nach einer Kopfballverlängerung von Chavdar Yankov im Abseits stand. Doch nur drei Minuten später mußte Tomislav Piplica dann doch hinter sich greifen: Aus Nahdistanz versenkte Cherundolo eine Muster-Eingabe von Stajner, wobei Energie-Kapitän Kevin McKenna nicht gut aussah.

„Sind in einer Situation, die wir nie wollten“

„Wenn Sie mich fragen, warum wir immer 1:0 gewinnen - ich weiß es nicht. Aber heute hatten wir die Chance, uns zu belohnen und viel höher zu gewinnen“, meinte 96-Coach Dieter Hecking zufrieden. „Das
war ein souveräner Vortrag. Ein wichtiger Schritt, jetzt können wir wieder nach oben schauen.“ Sein Gegenüber Petrik Sander zeigte sich betroffen: „Wir sind sehr enttäuscht. Die erste Halbzeit war eines
Bundesligisten unwürdig. Jetzt sind wir in einer Situation, in die wir nie kommen wollten.“

Bei den Gastgebern spürte man vor der Minus-Kulisse von 11.345 Zuschauern nur selten das Verlangen an, die Negativ-Serie von bis dato fünf sieglosen Spielen beenden zu wollen. Einfallslos wurden die Bälle nach vorn gedroschen, wo Francis Kioyo als einzige Spitze meist auf verlorenem Posten stand. Der Kameruner war es aber, der mit einem Kopfball aus dem Strafraumgewühl den Pfosten traf und damit die einzige Großchance vergab (24.). Zwar stemmten sich die Lausitzer in der zweite Hälfte gegen die siebte Saison-Niederlage, doch unterliefen ihnen im Mittelfeld zu viele Fehlabspiele. So konnte es nicht verwundern, daß die Gäste durch Jan Rosenthal (46./67.) und Arnold Bruggink (64.) sogar die besseren Möglichkeiten hatten, aber an Piplica oder der Latte scheiterten.

96 gewinnt 14 von 19 Punkte auswärts

Energie-Trainer Petrik Sander hatte zuvor das Szenario vorausgesehen, als er sagte: „Wenn dieser Gegner 1:0 in Führung geht, wird es ganz schwer, das Spiel noch zu wenden.“ Die Gäste bestätigten zum Leidwesen des Coaches diese Worte und haben damit 14 ihrer nunmehr 19 Punkte auswärts erkämpft. Zum dritten Mal in Serie gelang ihnen nach München und Mönchengladbach ein 1:0-Auswärts-Erfolg.

Sander hatte vor dem Match die Viererkette auf zwei Positionen umgekrempelt und dabei Mut bewiesen, als er den erst 18jährige Arne Feick für den gelb-gesperrten Daniel Ziebig erstmals von Anbeginn auf die linke Abwehrseite stellte. Nach zwei Fouls endete die Premiere mit Gelb-Rot in der Nachspielzeit aber unglücklich. Zudem spielte Vragel da Silva für Zoltan Szelesi, doch mehr Ruhe zog damit nicht in die Defensive ein.

Bei Hannover zahlte sich Dieter Heckings Taktik aus, Vahid Hashemian auf der Bank zu lassen und dafür Stajner in der Spitze spielen zu lassen. Der quirlige Tscheche riß ein ums andere Mal Lücken in die verunsicherte Cottbuser Deckung und avancierte zum besten Spieler der Partie.

Energie Cottbus - Hannover 96 0:1 (0:1)
Cottbus: Piplica - da Silva, Mitreski, McKenna, Feick - Kukielka, Rost - Radu, Shao (60. Baumgart), Munteanu (88. Rivic) - Kioyo (71. Küntzel)
Hannover: Enke - Cherundolo, Vinicius, Zuraw, Tarnat - Balitsch, Jankow (70. Fahrenhorst) - Rosenthal (78. Schröter), Bruggink, Huszti (90. Andersson) - Stajner
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Tor: 0:1 Cherundolo (22.)
Zuschauer: 11.345
Gelb-Rote Karte: Feick wegen wiederholten Foulspiels (90.+2)
Gelbe Karten: Rost (5) - Huszti (3)






Text: FAZ.NET mit Material von dpa/sid
Bildmaterial: ddp

 
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