Personalplanung

Die Eintracht bleibt sich selbst treu

Von Josef Schmitt

23. April 2008 Drei Jahre in Folge hat die Frankfurter Eintracht die sportliche Unsicherheit bis fast zum Saisonende begleitet. 2005 gelang der Aufstieg in die Bundesliga erst am letzten Spieltag. In den beiden folgenden Jahren glückte die Rettung vor dem Abstieg erst kurz vor dem Ende der Spielzeit. In diesem Jahr herrscht schon seit einiger Zeit Planungssicherheit. Unabhängig von den Resultaten an den letzten fünf Spieltagen steht schon lange fest, dass die Eintracht auch in der kommenden Spielzeit erstklassig Fußball spielen wird. Vorstandschef Heribert Bruchhagen hat dies genutzt, um gemeinsam mit Trainer Friedhelm Funkel, dessen Vertrag um ein Jahr verlängert wurde, die Personalplanungen frühzeitig voranzutreiben.

Zwanzig der 25 Lizenzspieler des aktuellen Aufgebotes stehen auch für die kommende Spielzeit unter Vertrag. „Das Team wird im Großen und Ganzen zusammenbleiben“, sagt Funkel, die kontinuierliche Entwicklung bezeichnet er als „eine unserer großen Stärken“. Viele Verträge wurden zuletzt vorzeitig über 2009 hinaus verlängert - unter anderen mit den Eigengewächsen Patrick Ochs (2010), Faton Toski (2011) und Marco Russ (2012), zuletzt auch mit Benjamin Köhler (2011). Unmittelbar vor einer Vertragsverlängerung steht Christoph Spycher. „Es sieht sehr gut aus“, sagte der Schweizer Nationalspieler am Dienstag. Er wäre der einundzwanzigste Spieler für die kommende Saison. Nummer 22 ist der erste Neuzugang. Für eine Ablösesumme von 700.000 Euro hat die Eintracht von Red Bull Salzburg den Allrounder Markus Steinhöfer für drei Jahre unter Vertrag genommen. „Er ist auf ganz vielen Positionen einzusetzen“, sagt Funkel, „solche Spieler habe ich gerne im Kader.“

Nicht nur Neuzugänge mit langfristigen Verträgen

Andere wie die Torhüter Markus Pröll (2010), Oka Nikolov (2009) und Jan Zimmermann (2010), Abwehrspieler Aleksandar Vasoski (2011), die Mittelfeldspieler Alexander Meier (2010), Christoph Preuß (2009), Michael Fink (2009), Kreso Ljubicic (2009) und Chris (2009) sowie die Angreifer Ioannis Amanatidis (2010) und Marcel Heller (2010) stehen ebenfalls über diese Saison hinaus unter Vertrag. Und auch die Neuzugänge vor und während dieser Spielzeit haben langfristige Verträge, also Junichi Inamoto (2009), Mehdi Mahdavikia (2010), Aaron Galindo (2009), Martin Fenin (2012) und Caio (2012).

Bei vier Spielern des aktuellen Aufgebotes, Mounir Chaftar, Markus Weissenberger, Sotirios Kyrgiakos und Evangelos Mantzios, laufen die Verträge am 30. Juni aus. Durchaus wahrscheinlich, dass alle vier Spieler den Verein verlassen werden. Mit dem griechischen Abwehrspieler Kyrgiakos hat es noch immer keine offiziellen Verhandlungen gegeben. Es ist kein Geheimnis, dass er gerne im internationalen Wettbewerb spielen würde. Sollte er einen Klub finden, der sportlich wie finanziell seinen Vorstellungen entspricht, wird er wohl gehen. Sollte dies nicht gelingen, wird es zu einem Gespräch mit der Eintracht kommen. Chaftar wird sicher keinen neuen Vertrag erhalten, auch eine Weiterverpflichtung des von Panathinaikos Athen für ein halbes Jahr ausgeliehenen Mantzios ist unwahrscheinlich. Noch nicht endgültig entschieden hat die sportliche Leitung, ob der zuletzt starke Markus Weissenberger ein neues Vertragsangebot bekommen wird.

Geht Kyrgiakos, ist ein neuer Verteidiger fällig

Die Einkaufsliste für die neue Saison ergibt sich aus den Abgängen. Sollte Kyrgiakos gehen, wird die Eintracht einen neuen Innenverteidiger verpflichten. Handlungsbedarf besteht zudem im Angriff, wo neben dem Stammduo Amanatidis und Fenin lediglich noch Marcel Heller zur Verfügung steht. Heller werde die Gelegenheit erhalten, „sich nach vorne zu spielen“, sagt Funkel, „er hatte in dieser Saison einfach viel Verletzungspech“. Ein weiterer Stürmer wird gesucht. „Wir halten die Augen offen“, sagt Funkel. Dass der Münchner Jan Schlaudraff auf der Wunschliste gestanden habe, bestreitet er. Vor zwei Jahren sei man mit Schlaudraff bereits einig gewesen, „doch dann hat er sich kurzfristig entschieden, in Aachen zu bleiben“. Nun sei er „kein Thema“ mehr gewesen. Zumal die Eintracht dem vorhandenen Personal im offensiven Mittelfeld vertraue - unter anderen dem Brasilianer Caio. „Ich bin von ihm hundertprozentig überzeugt“, versichert Funkel. „Er wird nach einer guten Vorbereitung ein ganz wichtiger Spieler für uns.“



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa

 
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