1:0 gegen Bochum

Strellers Glück macht Stuttgart froh

09. Dezember 2006 Marco Streller hat den VfB Stuttgart vor einer erneuten Enttäuschung gegen einen Abstiegskandidaten bewahrt. Der kurz zuvor eingewechselte Schweizer Nationalstürmer sicherte dem schwäbischen Fußball-Bundesligaklub mit seinem späten Treffer zum 1:0 (0:0) gegen den lange Zeit gleichwertigen VfL Bochum (87. Minute) den schmeichelhaften Sieg. Vor acht Tagen hatte der VfB beim 0:0 in Mainz weniger Glück. Nun rückten die Stuttgarter sogar zumindest für 24 Stunden auf Rang zwei hinter Werder Bremen vor.

Den während der Woche von einer Grippewelle überrollten Stuttgartern fehlte die Kraft, um die sich tapfer wehrenden Bochumer wenigstens kämpferisch niederringen zu können. Spielerisch waren sie dazu am Samstag vor 48.000 Zuschauern im Daimlerstadion auch nicht in der Lage. Das Glückstor brachte schließlich die Erlösung.

Dennoch bezeichnete VfB-Trainer Armin Veh den Sieg als verdient, auch wenn Bochum clever und geschickt gespielt habe. „Es ist sensationell, daß wir nach 16 Spielen 31 Punkte haben“, sagte Veh. Bochums Tomasz Zdebel ärgerte sich dagegen über das späte Gegentor. „Wir haben heute 86 Minuten gut mitgespielt und fahren mit leeren Händen nach Hause. Das bringt uns ja nicht weiter“, erklärte der 33jährige.

Gomez vergibt beste Chancen

Bochum präsentierte sich gegen den Champions-League-Aspiranten keineswegs wie ein Abstiegskandidat. Der Tabellen-15. spielte beim Dritten von Beginn an selbstbewußt mit und ließ den VfB kaum zur Entfaltung kommen. Zudem machten es die Stuttgarter dem geschickt verteidigenden Aufsteiger durch viele Abspielfehler leicht. Theofanis Gekas sorgte im Angriff als Alleinunterhalter zwei Mal für Alarmstufe 1 im Strafraum der „Roten“: Der griechische Nationalstürmer schoß jedoch knapp vorbei (4. Minute) sowie übers Tor (14.).

Für die Schwaben hätte Mario Gomez gleich drei Mal treffen können. Zuerst störte ein Bochumer den VfB-Torjäger im letzten Moment (13.), dann parierte Schlußmann Peter Skov-Jensen seinen Schuß (22.) und schließlich brachte er das Kunststück fertig, aus drei Metern den Ball halb hoch am leeren Tor vorbei zu spitzeln (43.). Zudem verhinderte Oliver Schröder mit einer Fußabwehr auf der Linie nach einem wuchtigen Kopfball von VfB-Kapitän Fernando Meira einen möglichen Rückstand (22.).

Langer Leerlauf

Die Stuttgarter fanden auch im zweiten Durchgang kein Mittel, die problemlos mithaltenden Bochumer in Bedrängnis zu bringen. Auch die Ersetzung des schwachen Spielmachers Antonio da Silva durch Christian Gentner brachte keine Besserung. Da auch Roberto Hilbert und Nationalspieler Thomas Hitzlsperger im Mittelfeld kaum Akzente setzen konnten, fehlte es an Kreativität nach vorne.

Bezeichnend für die großen Schwierigkeiten des VfB war, daß er nach langem Leerlauf erst in der 69. Minute zur nächsten Chance kam. Sekunden später verfehlte Cacau mit einem Gewaltschuß nur knapp das Ziel (70.). Den Gästen fehlte nun zunehmend die Kraft, selbst noch gefährlich initiativ zu werden.

VfB Stuttgart - VfL Bochum 1:0 (0:0)
Stuttgart: Hildebrand - Tasci, Meira, Delpierre, Boka - Pardo - Hilbert (79. Streller), da Silva (46. Gentner), Hitzlsperger (63. Magnin) - Gomez, Cacau
Bochum: Skov-Jensen - Lense, Maltritz, Drsek, Bönig - Schröder (78. Ilicevic), Dabrowski, Zdebel, Trojan (62. Bechmann) - Misimovic - Gekas (81. van Hout)
Schiedsrichter: Markus Merk (Otterbach)
Tor: 1:0 Streller (87.)
Zuschauer: 48.000
Gelbe Karte: - Bechmann






Text: FAZ.NET mit Material von dpa/sid
Bildmaterial: dpa

 
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