Zweite Liga

Erste Niederlage für Karlsruhe - Debakel für 1860

03. Dezember 2006 Den Karlsruher SC hat es erwischt und Hansa Rostock im Fernduell um die Herbstmeisterschaft alleine die Nase vorne. Am 15. Spieltag der Zweiten Fußball-Bundesliga beendete der FC Erzgebirge Aue mit dem überraschenden 1:0-Sieg am Sonntag im Wildpark die Erfolgsserie des KSC. Nach der ersten Saisonniederlage müssen die Nordbadenern dem Rivalen aus Rostock die alleinige Tabellenführung überlassen. Die Hanseaten sind nach dem 3:0 am Freitag in Koblenz die einzige im deutschen Profifußball noch ungeschlagene Mannschaft.

Mit dem glücklichen 1:0 bei Schlußlicht Eintracht Braunschweig kehrte der 1. FC Kaiserslautern auf den dritten Platz zurück. Die „Mannschaft der Stunde“ aus Aue rückte mit dem fünften Sieg in Serie auf den vierten Platz vor dem MSV Duisburg, der am Montag (20.15 Uhr/FAZ.NET-Liveticker) beim 1. FC Köln zu Gast ist. Der TSV 1860 München verpaßte mit dem 1:5-Derby-Debakel bei der SpVgg Unterhaching den Sprung auf die Aufstiegsplätze. Im Abstiegskampf landeten Wacker Burghausen (2:0 in Jena) und Kickers Offenbach (3:2 gegen Augsburg) wichtige Siege.

Haching schießt sich aus der Abstiegszone

Vor 22.000 Zuschauern im Karlsruher Wildpark kämpfte sich Aue mit dem fünften Sieg in Serie bis auf zwei Punkte an den dritten Aufstiegsplatz heran. Schütze des einzigen Treffers war der Georgier David Siradse (48.), der in der Schlußphase wegen einer „Schwalbe“ Gelb-Rot sah. Der KSC bemühte sich, fand aber kein Mittel gegen die kompakte Abwehr der Sachsen und durfte sich nicht über die erste Heimniederlage beschweren.

Beim Lokalderby in Unterhaching freuten sich die Hausherren über ein volles Stadion und drei Punkte, dagegen erlebten die zuletzt drei Mal siegreichen „Löwen“ bei der Jagd nach den Aufstiegsplätzen ein Debakel. Vor 14.500 Zuschauern im Sportpark brachten Kapitän Stefan Buck (11./65.), Robert Lechleiter (53.), Darlington Omodiagbe (79.) und Bruno Custos (89.) die Hachinger, die seit sechs Jahren kein Pflichtspiel mehr gegen 1860 verloren haben, vorerst aus der Abstiegszone.

Braunschweig auch mit Reimann Letzter

Kaiserslautern strahlte beim Tabellenletzten in Braunschweig keinen spielerischen Glanz aus, ist aber dank der Treffers von Noureddine Daham (56.) nun schon seit Spielen ohne Niederlage. Braunschweigs neuer Trainer Willi Reimann kassierte nach zuletzt zwei Remis die erste Niederlage und bleibt nach acht sieglosen Partien abgeschlagen Tabellenletzter.

Am Bieberer Berg in Offenbach war Stephan Sieger der gefeierte Kickers-Held. Beim 3:2-Sieg gegen Aufsteiger FC Augsburg schoß er mit seinen beiden Treffern in der Schlußphase das Team von Trainer Wolfgang Frank vorerst auf einen Nichtabstiegsplatz. Im Kellerduell mit Jena verschaffte sich Wacker Burghausen durch das 2:0 nach Toren von Marek Krejci (3.) und Dragan Bogavac (73.) etwas Luft im Abstiegskampf.

Beim 1. FC Köln beginnt mit dem Derby gegen Duisburg am Montag eine neue Ära. Christoph Daum feiert das „Comeback des Jahres“ und nimmt zum ersten Mal seit 1990 wieder auf der Kölner Trainerbank Platz. Mit „Kampf und Leidenschaft“ will der 53jährige seinen Lieblingsclub nach vier Heimspielen ohne Sieg aus dem Liga-Mittelmaß befreien, doch der Gegner aus Duisburg läßt sich von der Daum-Hysterie nicht beeindrucken. „Vor dem, was Köln in Sachen Euphorie auf die Beine stellt, ziehe ich den Hut, aber wir haben die stärkere Mannschaft“, tönte MSV-Chef Walter Hellmich.



Text: dpa
Bildmaterial: dpa, picture-alliance/ dpa

 

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