29. April 2008 FRANKFURT. Gerade rechtzeitig zum Saisonendspurt hat sich bei der Frankfurter Eintracht das Lazarett geleert und der Trainingsplatz gefüllt. Mit Ausnahme von Torhüter Jan Zimmermann und den Mittelfeldspielern Chris Hening und Alexander Meier stehen Friedhelm Funkel vor den letzten vier Spielen alle Profis des Kaders zur Verfügung. Die größere Auswahl kommt dem Trainer der Eintracht gerade recht, denn das Programm in den nächsten Tagen, beginnend mit dem Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart an diesem Samstag, wird an den Kräften zehren. Drei Spiele in einer Woche - die Spieltage 31, 32 und 33 stehen in dieser und in der nächsten Woche bevor - seien ungewöhnlich, sagt Funkel. Sogenannte englische Wochen seien in dieser Phase der Saison schwieriger zu bewältigen als zu Beginn. Denn: "Jetzt haben alle Spieler eine lange Saison in den Beinen."
Funkel will die Chance, die sich durch die Rückkehr des einen oder anderen Spielers aus dem Krankenstand bietet, konsequent nutzen. "Es kann sein, dass ich zwei, drei oder vier Spieler wechseln werde", sagt er und deutet damit an, dass es zu einer vorsichtigen Rotation kommen könnte. Ziemlich sicher dürfte Sotirios Kyrgiakos nach überstandenem Nasenbeinbruch in die Mannschaft zurückkehren. Der wuchtige Innenverteidiger war zuletzt von den - zuverlässigen und überzeugenden - Kollegen Russ und Galindo vertreten worden. Auch Mehdi Mahdavikia und Faton Toski sind Kandidaten, die zuletzt wenig im Einsatz waren und dementsprechend körperlich auf der Höhe sein sollten. Insgesamt attestiert der Frankfurter Trainer seinen Spielern eine "gute konditionelle Verfassung". Die zwei freien Tage übers Wochenende hätten gutgetan, beim Training sei die "Frische zurückgekehrt".
Eine Spielerrotation im Sinne einer körperlichen Auffrischung sieht Funkel als sinnvoll an, grundlegend ablehnend aber steht er Experimenten mit Blick auf die Zukunft gegenüber. Die Idee, beispielsweise den Brasilianer Caio in den letzten vier Saisonspielen einzusetzen, um womöglich wichtige Hinweise für dessen Tauglichkeit für die kommende Saison zu bekommen, sei ihm noch nicht gekommen. "Die Bundesliga ist keine Plattform für Experimente", sagt er. "Es gibt zudem auch überhaupt keine Veranlassung, irgendwelche Dinge auszuprobieren." Die Vorbereitung auf die nächste Saison sei ausreichend lange, um die In-
tegration von Spielern wie Ciao oder etwa dem ersten Neuzugang Markus Steinhöfer zu forcieren.
Zum ersten Training in der neuen Saison, angesetzt für den 30. Juni, rechnet der Frankfurter Trainer auch wieder mit Alexander Meier und Chris. Bei beiden Profis seien die langwierigen Verletzungen ausgeheilt. Bei Meier sehe es nach einer Knieoperation "sehr gut" aus, sagt Funkel. Bei Chris, der an einer Entzündung der Fußsohle leidet, habe die "Zeit geholfen". Beide Spieler könnten Lauftraining absolvieren und seien dabei schmerzfrei. "Ich rechne zu hundert Prozent mit ihnen zur neuen Saison", sagt er. JOSEF SCHMITT
Text: F.A.Z.
