Von Ralf Weitbrecht
16. Mai 2008 Der Zeitplan steht. Pünktlich um 18.30 Uhr soll sich die Mannschaft mit ihrem Trainerstab dem Anhang präsentieren. An der Bühne, die bis spätestens Samstag hinter der Frankfurter Arena stehen muss, wird derzeit fleißig gewerkelt. Und für Chefcoach Friedhelm Funkel steht schon jetzt außer Frage, dass die Stimmung zum Saisonkehr- aus gut sein wird. Egal, ob wir das letzte Spiel gegen Duisburg gewinnen oder verlieren, bei uns intern hängt der Haussegen auf keinen Fall schief.“
Es werden viele Fans erwartet, wenn die Profis der Frankfurter Eintracht servus sagen und sich in ihren üppig bemessenen Sommerurlaub verabschieden. Schließlich haben sich schon 48.300 Fußballfreunde entschieden, den letzten saisonalen Pflichtauftritt des Tabellenelften live mitzuverfolgen, darunter 1700 Anhänger des Absteigers aus Duisburg. Funkel sagt, dass Siege immer wichtig sind“. Doch ein Erfolg gegen den MSV wäre in der derzeitigen Lage wie Balsam auf die zuletzt geschundene Eintracht-Seele. Sechs Niederlagen in den vergangenen sieben Spielen – das ist nicht gerade was, was man als Erfolgsbilanz bezeichnen kann. Doch die Saisonbilanz, die will sich der Eintracht-Trainer von niemandem kaputtmachen lassen.
Spycher muss zugucken
Gut für ihn und die Mannschaft: Vierzehnter wie in den beiden vergangenen Jahren kann man nicht mehr werden. Zu groß ist schließlich der Abstand auf den dort positionierten und auch nach dem letzten Spieltag verbleibenden FC Energie Cottbus. Ein mögliches Abrutschen auf Rang dreizehn soll in jedem Fall vermieden werden. Trotz der plötzlich wieder vermehrt angeschlagenen Frankfurter Fußballprofis ist Funkel guten Mutes, dass die Mannschaft alles geben wird. Wenn wir so hochkonzentriert wie in Schalke und konsequent in der Chancenauswertung sind, dann werden wir den Sieg auch schaffen.“ Er wäre gleichbedeutend mit dem Erreichen der selbstgesteckten 45 plus X“-Marke.
Christoph Spycher, der auf einen Platz in der schweizerischen Nationalelf hoffende Linksverteidiger, kann definitiv nicht mithelfen, die demnächst zweitklassigen Zebras“ entscheidend zu ärgern. Seine Leistenbeschwerden sind noch immer nicht abgeklungen. Zudem muss Funkel auch mit dem Ausfall von Marco Russ rechnen. Bei ihm sieht es gar nicht gut aus“, berichtete er am Donnerstag nach dem gut einstündigen Vormittagstraining. Die Hoffnung habe ich aber noch nicht aufgegeben.“
Galindo fühlt sich einsatzbereit
Auch in der Personalie Mehdi Mahdavikia ist Geduld gefragt. Der Kapitän der iranischen Nationalmannschaft, der zuletzt bei der 0:1-Niederlage in Gelsenkirchen mit einer ordentlichen Leistung überraschte, hat sich am Donnerstag in einem harmlos anmutenden Zweikampf während des Trainingsspiels mit Aleksandar Vasoski das rechte Knie verdreht. Mit schmerzverzerrtem Gesicht blieb Mahdavikia in der Folgezeit zwar am Ball, wurde aber später behandelt und verließ mit einem dicken Eisbeutel das Übungsgelände. Zudem plagen den Griechen Evangelos Mantzios weiterhin Schmerzen in der Brustgegend. Er hat einen Muskelfaserriss erlitten“, erläuterte Funkel. Der Stürmer selbst, der unbedingt die vermutlich letzte Chance nutzen möchte, um sich für ein verlängertes Engagement bei den Frankfurtern zu empfehlen, bezeichnete seine Einsatzmöglichkeit als fifty-fifty“.
Und Aaron Galindo? Der Mexikaner, der abseits der Mannschaft trainiert hat, fühlt sich einsatzbereit. Ich verspüre noch einen leichten Schmerz, kann aber spielen“, sagte er. Gut möglich also, dass er gemeinsam mit Kyrgiakos die Innenverteidigung bildet. Dass Benjamin Köhler wie zuletzt auf Schalke für den fehlenden Spycher auf den linken Außenverteidigerposten rückt, gilt für Funkel noch nicht als ausgemacht. Sicher in diesen Tagen und Wochen ist für ihn nur eines: Es gibt keinen schöneren Beruf als Fußballprofi.“ Die Spieler haben die einmalige Chance, mit einem Sieg in der letzten Prüfung für eine gute Saisonbilanz zu sorgen.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: ddp
