Was die Bundesliga vom europäischen Topniveau trennt, spiegelt sich nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch in der Qualität der Spielanalysen.
Bei analytischer Betrachtung des Spiels ließ sich sehr gut feststellen, dass Barca nicht bloß von allgemeiner Genialität zehrte, sondern sich äußerst akribisch auf seinen Gegner eingestellt hatte.
Tor 1: Sie haben das Verhalten der Bremer Mauer studiert und die Erfolgsvariante vorher im Training intensiv trainiert (lt. Ronaldinho).
Tor 2a: Wome ist im direkten Zweikampf stark, klare Schwächen hat er "im Rücken". Der Diagonalpass Ronaldinhos auf den exakt gestarteten Giuly war ein perfekt einstudierter Automatismus.
Tor 2b: Gudjonsson läuft zuvor gezielt ins passive Abseits, wird nicht verfolgt und verwandelt. Diese Taktik - bei der WM erstmals bei Standards zu beobachten - wird bei Barca im laufenden Spiel perfektioniert. Bis zu drei Spieler laufen ins passive Abseits, der Pass erreicht aber einen vierten Spieler, der das entstandene Chaos nutzt. (In deutschen Stadien sind all solche Raffinessen unbekannt.)
Ansonsten: Frings darf im Rückraum schalten und walten. Aber: Motta bis zum Dunkelgelb als Manndecker gegen Diego als gefährlichsten Passgeber. Das reichte dann.